Was Du beim alleine Wandern oder Trekking beachten solltest

Nicht immer haben Partner oder Freunde Zeit für eine gemeinsame Wanderung oder Trekking-Tour. Oder vielleicht möchtest Du auch ganz bewusst mal alleine losziehen. 

Was auch immer der Grund ist, warum Du alleine unterwegs bist, die folgenden Tipps solltest Du dabei beachten.

Warum überhaupt alleine Wandern?

Ich gehe häufig ganz bewusst alleine Wandern und genieße das sehr. Alleine in der Natur nur mit mir und meinen Gedanken zu sein, ist für mich Entspannung pur.

Ohne irgendwelche Ablenkungen. Ganz auf mich alleine gestellt zu sein. Nur das Zwitschern der Vögel, das Rascheln der Blätter im Wind oder das Plätschern eines Baches im Ohr. Schritt für Schritt ganz bewusst setzen. Mein eigenes Tempo gehen. Die Eindrücke aufsaugen und völlig in die Natur eintauchen.

Aber auch wenn alleine Wandern oder Trekking ein ganz besonderes Erlebnis ist, solltest Du ein paar Dinge berücksichtigen. Denn Du musst vorher an alles gedacht haben, unterwegs alle Entscheidungen alleine treffen und im Notfall selbst klar kommen.

Aber mit den folgenden Tipps, kannst Du Dich auf Deine Solo-Tour optimal vorbereiten.

Wähle am besten einen Premiumwanderweg

Wenn Du zum ersten Mal alleine Wandern oder zum Trekking gehst oder Du unsicher bist, wähle am besten einen Premiumwanderweg. Denn diese Wanderwege garantieren nicht nur ein schönes Wandererlebnis, sondern sind auch sehr gut ausgeschildert und bieten unterwegs Verpflegungsmöglichkeiten.

Zudem ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass Du auch mal anderen Menschen begegnest und Dir bei Schwierigkeiten jemand helfen kann. Auf den folgenden Seiten findest Du einen Überblick über Premiumwanderwege in Deutschland:

Gehe nicht in unbekannten Gegenden wandern

Suche Dir nicht unbedingt völlig unbekannte oder sehr abgelegene Gegenden aus. Denn dort weißt Du nie, was Dich erwartet. Vielleicht gibt es sehr schwierige oder gefährliche Wegstellen? Oder aufgrund von ungünstiger Witterung sind Abschnitte nicht passierbar. Vielleicht gibt es sogar gefährliche Tiere oder Pflanzen in der Gegend.  

Zudem ist die Wahrscheinlichkeit in abgelegenen Gebieten groß, dass Du keinen Netzempfang hast und im Notfall keine Hilfe rufen kannst.

Schätze Deine Fitness realistisch ein

Du solltest Deine körperliche Fitness realistisch einschätzen und nur Wanderungen mit einem Streckenprofil wählen, dem Du konditionell auch gewachsen bist. Wenn du alleine bist und Deine Kräfte schwinden, steigt das Verletzungsrisiko und Dir kann niemand helfen oder Dich motivieren. Und gerade letzteres macht enorm viel aus.

Denke an die Ausrüstung und Verpflegung

Wenn Du auf eigene Faust auf Wanderung gehst, musst Du an alles selbst denken. Sämtliche Ausrüstung und Verpflegung. Wenn Du etwas vergessen hast, kann Dir niemand aushelfen.

Am besten machst Du eine Checkliste und hakst die Sachen ab, die Du in Deinen Rucksack gepackt hast. Ich benutze dafür die Mammut Packing List App.

Wesentliche Dinge sind ausreichend Essen und Wasser, Handy, Wanderkarte, Erste-Hilfe-Set, Notfall-Biwaksack, Signalpfeife, Stirnlampe, eine Regenjacke sowie eine Isolationsjacke. Mit dieser Grundausrüstung bist Du auf der sicheren Seite. 

Packlisten für eine Tageswanderung findest Du hier und hier oder Du nutzt die magische Packliste. Eine Packliste für eine mehrtägige Mittelgebirgswanderung gibt es von Einfach bewusst, eine Trekking Packliste für eine mehrtägige Trekkingtour findest Du bei BergReif und eine Packliste für Deine Weit- und Fernwanderung hat Jessi von BUNTERwegs erstellt.

Und es gibt sogar eine extra Packliste für Frauen!?!

Checke den aktuellen Wetterbericht

Selbst wenn Du nicht alleine unterwegs bist, solltest Du bis kurz vor der Wanderung den aktuellen Wetterbericht prüfen. Mein persönlicher Wetter-App-Favorit ist seit Jahren Agrar Wetter.

Wenn Sturm, Starkregen oder Schnee vorhergesagt wird, solltest Du darauf verzichten alleine los zu gehen, da diese Wetterbedingungen ein größeres Verletzungsrisiken mit sich bringen. 

Und wenn unterwegs ein Gewitter aufzieht, solltest Du die Wanderung abrechen oder schnell einen sicheren Unterschlupf suchen. 7 hilfreiche Tipps zum Verhalten bei Gewitter in den Bergen kannst Du bei BergReif nachlesen. 

Sage jemanden Bescheid

Bevor Du alleine aufbrichst, solltest Du jemanden informieren, wo Du Wandern bist und wann Du ungefähr zurück kommst. Wenn Du nicht wieder zurückkommst, kann die Person dann Hilfe rufen und dem Rettungsdienst Deinen ungefähren Aufenthaltsort mitteilen. Und vergiss nicht, Dich auch zurück zu melden!

Wenn Du eine Hüttentour machst, trage Dich immer in das Hüttenbuch ein und informiere den Hüttenwirt über Dein Tagesziel. Bei Überfälligkeit kann dann schnell eine Suche ausgelöst werden.

Begib Dich nicht unnötig in Gefahr

Klar, niemand begibt sich absichtlich in gefährliche Situationen. Aber gerade wenn Du alleine los ziehst, solltest besonders vorsichtig sein.

Den Weg durch unwegsames Gelände abkürzen? Warnhinweise ignorieren? Nah an den Abgrund gehen, um einen besseren Ausblick zu haben? Bergab rennen, um Zeit zu gewinnen? Lass es lieber! 

Überlege Dir schon vorher einen Plan B

Nicht immer läuft alles wie geplant. Dann ist es gut, einen Plan B im Hinterkopf zu haben. Schau Dir vor der Wanderung den Wegverlauf und die Umgebung auf der Karte an.

Wo befinden sich Schutzhütten oder Unterstände? Gibt es unterwegs Verpflegungsmöglichkeiten? Wo kannst Du den Weg abkürzen? An welchen Stellen kommst Du am schnellsten wieder zurück in die Zivilisation? 

Du bist eine Frau? Dann schau Dir diese 7 Tipps an, wie du auch als Frau entspannt alleine wandern kannst oder lies die Erfahrungsberichte Trekking allein als Frau von Ulligunde oder vom alleine wandern bei Reisedepeschen.

Du brauchst noch weitere Tipps und Motivationshilfen zum alleine wandern? Oder sogar einen Alleinwandernkurs?

Und jetzt wünsche ich Dir viel Spaß und tolle Eindrücke beim alleine wandern! 

Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

19 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Jens,

    zur Info: Ich habe eben den Bestätigungslink für die Kommentare geklickt. Da wird mir auf der Seite das angezeigt:

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    Dasselbe wird mir angezeigt, wenn ich auf f „Verwalte Deine Abonnements“ klicke.

  2. Hallo Jens,

    auch von mir ein frohes neues Jahr! Mich hat Dein Artikel direkt angesprochen, denn 2016 habe ich das Alleinewandern für mich entdeckt. Gerade als eher vorsichtige Frau ein erst mal nicht ganz leichtes Unterfangen, das sich aber auf jeden Fall lohnt, finde ich. Diese Stille und die Zeit für Dich, die Natur und die Landschaft ist unersetzbar. Deswegen vielen Dank an Dich für diese sehr hilfreichen Tipps, von denen ich auch noch was mitnehmen kann.

    Viele Grüße
    Cora

  3. Hallo Jens, seit langer Zeit noch einmal in deinem Blog vorbeigeschaut. Ich bin auch sehr gerne alleine unterwegs und teile deine Tips voll und ganz.
    Wünsche dir ein schönes Wanderjahr.
    Michael

  4. Hallo Jens, ich bin durch Zufall auf deinen Blog gestoßen und dieser Artikel gefiel mir besonders gut. Letztes Jahr war ich alleine Wandern in den Dolomiten und für mich war es magisch: nur Natur, Stille und ich! Und vom Hotel Eisacktal aus gar nicht weit entfernt. Das mache ich mit Sicherheit bald nochmal!

  5. Hey Jens!
    sehr interessanter Artikel! Ich finde das alleine Wandern aus dem Grund so lohnenswert, da man so sehr gut den Kopf frei bekommen kann und man genügend Zeit und auch Atmosphäre hat, intensiv über Dinge nachzudenken.

  6. Vielen Dank für deinen tollen Post!
    Jetzt weiß ich genau, was ich bei meinem Urlaub mit Hund in Südtirol zu beachten habe :D

    LG Saskia

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