Auf dem Mullerthal Trail durch die Kleine Luxemburger Schweiz – Tag 1

Der Mullerthal Trail in Luxemburg hat meinen Schwager und mich schon länger für unsere jährliche Trekking-Tour gereizt.

Dieses Jahr im September war es endlich soweit und wir sind vier Tage auf dem Trail durch die Kleine Luxemburger Schweiz gewandert und haben die Landschaft und Kultur unseres kleinen Nachbarlandes erkundet. Dies ist der erste Teil meiner vierteiligen Artikelserie über unserer Trekking-Tour auf dem Mullerthal Trail.

Der Mullerthal Trail

Der Mullerthal Trail ist mit dem Prädikat „Leading Quality Trails – Best of Europe“ ausgezeichnet und führt auf drei Route und einer Länge von 112 km durch die Region Müllerthal, auch bekannt als kleine Luxemburger Schweiz.

Die Routen sind miteinander verbunden, können aber auch sehr individuell miteinander kombiniert werden. Auch die einzelnen Etappen lassen sich nach den eigenen Bedürfnissen zusammen stellen.

Was allerdings die Planung für uns nicht ganz so einfach gemacht hat, da wir nur vier Tage Zeit hatten und uns einige Etappen viel zu kurz waren. Zudem gibt es nicht in jedem Ort eine Übernachtungsmöglichkeit.

Schließlich haben wir uns für die Routen 2 und 3 entschieden und haben die Etappen so gelegt, dass wir nicht zweimal im selben Ort übernachten.

Tag 1: Echternach nach Consdorf

Startpunkt unserer Wanderung ist die Stadt Echternach, der ältesten Stadt des Landes und das kulturelle sowie touristische Mittelpunkt der Region.

Von Echternach wollen wir am ersten Tag über Scheidgen, Hersberg bis nach Consdorf laufen. Dies entspricht den Abschnitten 12 und 13 des Mullerthal Trail. Eventuell wollen wir noch die Extratour C mitnehmen und würden so auf insgesamt 26 km kommen. Nicht gerade wenig für den ersten Tag, aber durchaus machbar.

Echternach

Als wir morgens starten, liegt Echternach noch unter Nebel verborgen. Es ist noch recht frisch, aber nach einem knackigen Anstieg wird uns schnell warm. Oben angekommen hätten wir bei klaren Wetter einen schönen Ausblick auf die Stadt, die mit den Überresten und Türmen der alten Stadtmauer sowie ihre alten Gebäuden und der Basilika ihr mittelalterliches Ambiente bewahrt hat.

Aber da wir wissen, dass wir am letzten Tag wieder hier vorbeikommen werden, halten wir uns nicht lange auf und folgen dem roten M auf weißen Grund in den Wald. Ansprechend führt der Trail uns hier auf einem schmalen Waldpfad immer am Hang entlang durch Laubwälder.

Felsen!

Und dann kommen wir an den ersten Felsformationen vorbei. Im stetigen auf und ab geht es ganz nah an den imposanten Felsformationen aus Sandstein vorbei. Durch Jahrtausende lange Erosionsprozesse haben sich zum Teil bizarre Formationen gebildet. Genauso hatten wir uns den Mullerthal Trail vorgestellt!

Die Geräusche von Autos und Flugzeugen, die immer wieder an unser Ohr dringen, stören uns nicht. Noch nicht.

Spuren im Fels

Wir kommen irgendwann an einem rauschenden Bach, folgen ihm eine ganze Weile parallel und biegen irgendwann nach links ab. Schließlich passieren wir die eindrucksvolle Felsformation „Härgottskapp“.

In den weichen Sandstein haben Mönche eines nahe gelegenen Klosters vor über 50 Jahren religöse Bilder und Inschriften in den Fels geritzt und den Ort regelmäßig zum Gebet aufgesucht. Auch wenn die Kunstwerke schon ein wenig verwaschen sind, ist dies für uns eine absolut spirituelle Stelle!

Der Luxemburger Wahlspruch

An dem nächsten Felsen mit den Namen „Einsiedelei“ befindet sich eine schöne Felsmalerei in Form des Luxemburger Wappentiers und dem patriotischen Motto der Luxemburger

Mir wëlle bleiwe wat mir sinn!

Beides wurde 1939 anlässlich des 100. Jahrestags der Unabhängigkeit des Großherzogtums Luxemburg gestaltet. Neben den roten Löwen und der gelben Inschrift befinden sich die Namen von drei Freunden aus Scheidgen, die an dieser Stelle ihre Freundschaft besiegelt haben. Kurz bevor sie von der deutschen Wehrmacht zwangsrekrutiert wurden.

Wir fragen uns, ob alle drei den Krieg überlebt haben. Und wir stellen fest, dass wir leider gar nichts über das Kriegsgeschehen in Luxemburg wissen.

Die ExtraTour C

Mittlerweile ist die Sonne rausgekommen und wir können im T-Shirt laufen. Nach dem wir den Dachsfelsen „Daxelay“ passiert haben erreichen wir die Felsenhöhle „Méchelskierch“, die nach Ende des 18. Jahrhunderts als Einsiedlerklause gedient haben soll und begehbar ist. Die wir natürlich erkunden.

Kurz danach kommen wir zum Abzweig der ExtraTour C. Da wir noch fit sind und gut in der Zeit liegen entschließen wir uns, die 9 extra Kilometer zu gehen. Doch bis auf einen langen Eisenbahntunnel, den wir durchqueren müssen und einer weiten Aussicht über Feld und Flur, lohnt sich die ExtraTour C nicht wirklich.

Naturdenkmal Bildchen

Am Ende der Extratour erreichen wir das Naturdenkmal Bildchen, einer tausendjährigen Eiche in dessen Stamm sich eine Marienstatue befindet. Einer Sage nach, sollen am 30. Mai 1731 in der Nähe der Eiche drei Brüder von einem Blitz getroffen worden sein. Nur einer der drei überlebte dies und soll aus Dankbarkeit die Statue in dem Stamm aufgestellt haben.

Hinter der imposanten Eiche führt uns der Wegverlauf auf schmalen Pfaden, ansprechend entlang des Steebach, durch ein wildromatisches Tal zurück zum Trail.

Rock you, Baby!

Dann erreichen wir die „Kohlscheuer“, eine enge Felsenschlucht durch die ein ca. 200m langer Rundweg führt und deren Eingang am Trail liegt. Das lassen wir uns nicht entgehen!

Nach einigen Metern stellen wir jedoch fest, dass wir unsere Trekking-Rucksäcke absetzen müssen. So eng sind die Felsspalten. Nichts für Menschen mit Platzangst. Mit aufgesetzten Stirnlampen erkunden wir den Rundweg und schieben uns in absoluter Dunkelheit durch die schmalen Spalten, entdecken Höhlen und steigen steile Felsentreppen hinauf. Was ein Abenteuer!

Nach diesem beeindruckenden Erlebnis durchqueren wir noch die Felsspalten „Déiwepëtz“ und „Rittergang“, die nicht umgangen werden können und die stellenweise ebenfalls sehr eng und stockfinster sind.

Ein gelungener Auftakt

Als wir weiter auf schmalen Pfaden der Wegmarkierung durch die Felslandschaften folgen, sind wir immer noch total geflashed von der Atmosphäre und den Eindrücken in den Spaltengängen sowie in mitten der mythischen Felsformationen.

Schließlich müssen wir den Wegverlauf verlassen und nach rechts abbiegen, um zu unseren Etappenziel Consdorf zu gelangen. Wir sind uns beide einig, dass der erste Tag ein extrem gelungener Auftakt auf dem Mullerthal Trail war!

Die anderen Teile der Artikelserie

Fotogalerie

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Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

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