Auf dem Mullerthal Trail durch die Kleine Luxemburger Schweiz – Tag 3

Der gestrige Abend, war so ein Abend, der uns noch lange in Erinnerung bleibt. Von dem wir beim Erzählen mit den Worten beginnen „Weißt du noch der Abend in …?“.

Was war geschehen?

Wir waren zum Abendessen in einem Restaurant der besseren Kategorie. So mit weißen Stoffservietten und gehobener Küche. Dort haben wir es uns bei leckerem Essen und Luxemburger Braukunst gut gehen lassen und die Zeit ist bei 80er Jahre Musik (scheint in Luxemburg wohl beliebt zu sein) und angeregeten Gesprächen wie im Flug vergangen.

Und erst als die Musik und danach das Licht ausgemacht wurde, ist uns aufgefallen, dass wir die letzten Gäste sind und wir gehen sollten.

Tag 3: Larochette nach Müllerthal

Unser dritter Tag auf dem Mullerthal Trail entspricht den Abschnitten 9+10 der Route 3 und führt auf 20 km von Larochette über Beaufort nach Müllerthal. Der heutige Tag ist geprägt von den Burgruinen Fels und Beaufort und bietet damit zwei kulturelle Sehenswürdigkeiten. Eigentlich drei, aber dazu später mehr.

Die Burg Fels

Nach dem Frühstück wollen wir als erstes die Burg Fels besichtigen, die malerisch auf einem Felsvorsprung über dem Städtchen liegt. Wir nehmen den direkten Weg hoch zur Burg, umrunden den Fels und stehen schließlich vor dem hölzernen Burgtor.

Die Burg kann die ganze Woche über von 10-18 Uhr kostenpflichtig besichtigt werden. Zum Glück können wir unsere Trekking-Rucksäcke an der Kasse stehen lassen und die weitläufige Anlage leichtfüssiger erkunden.

Die frühesten Hinweise auf die Burg stammen aus dem 11. Jahrhundert zurück und zu der Burg gehörten die Familienhäuser Homburger Haus sowie das Kriechinger Haus. Leider wurde der Großteil der Burganlage gegen Ende des 16. Jahrhunderts durch einen Brand zerstört. Lediglich das Kriechinger Haus ist erhalten geblieben und wurde komplett restauriert.

Die Besichtigung der weitläufigen Burganlage macht uns riesig Spaß und lohnt sich. Zwar ist es nebelig, was die Aussicht leider ein wenig trübt, jedoch für eine leicht mystische Atmosphäre sorgt.

Weite Ausblicke

Nach der ausgiebigen Erkundung der Burganlage und des Kriechinger Haus folgen wir den Mullerthal Trail an der Kirche von Larochette vorbei hinauf in den Wald. Von oben haben wir nochmal einen schönen Ausblick über Larochette und die Burg. 

Der Trail führt uns durch einen Buchenwald immer am Hang entlang und schließlich stetig bergauf. Der morgendliche Nebel hat sich verzogen und es klart immer mehr auf. Oben angekommen wandern wir durch Wiesen und Felder, passieren Bauernhöfe und genießen dabei die Aussicht über die offene Landschaft.

Stop! Forstarbeiten! Lebensgefahr!

Irgendwann geht es wieder stetig bergab und wir laufen durch Wiesen und waldige Abschnitte weiter. Doch dann ist der Weg wegen Forstarbeiten gesperrt und wir müssen einen Umweg in Kauf gehen.

Hier zeigt sich wieder, dass man auch bei einem Premiumwanderweg sich nicht nur auf die Markierung verlassen darf und immer auch eine Wanderkarte dabei haben sollte.

Denn die Umgehung ist nicht sehr gut beschrieben und natürlich nicht ausgeschildert. Auf der Karte schauen wir nach einem alternativen Weg und folgen erst einer Straße durch ein Wohngebiet und biegen nach ein paar Kilometern nach rechts in den Wald ab.

Die Burg und das Renaissanceschloss Beaufort

Auf einem schmalen Pfad geht es ansprechend durch den Wald und wir treffen schließlich wieder auf dem Mullerthal Trail. Ein paar Meter weiter kommen wir zur Barriere auf der anderen Seite der Sperrung. Puh, Glück gehabt.

Wir passieren einen kleinen See, sowie wenig später eine alte Waschmühle. Auf einem Holzsteg geht es über Moorgebiet und dann sehen wir schließlich die imposante Burgruine Beaufort aus dem 12. Jahrhundert.

Auch hier nehmen wir uns Zeit, die Anlage zu besichtigen.

Während der Besichtigung entdecken wir das hinter der Burgruine gelegene Schloß. Nach dem wir die Ruine besichtigt haben, fragen wir an der Kasse nach dem Zugang.

Mit französischen Akzent und leicht schnippisch erklärt uns die Dame an der Kasse:

No, no, no, Messieurs. Da sind sie leider zu spät. Die letzte Führung war um 16:00 Uhr.

Wir ärgern uns schwarz. Zum einen über uns selbst, da wir das Schloss vorher gar nicht auf dem Schirm hatten. Und zum anderen über die Mademoiselle an der Kasse. Warum hat sie uns beim Bezahlen des Eintritts für die Burg nicht gefragt, ob wir auch das Schloss besichtigen wollen? Sie hätte uns zumindest auf die Möglichkeit aufmerksam machen können. Vor allem weil wir weit vor 16 Uhr da waren.

Und so bekommen wir das schöne Renaissanceschloss Beaufort aus dem Jahr 1649 nur von außen zu sehen. Was besonders ärgerlich ist, da dass Schloss voll erhalten geblieben und sicherlich sehenswert ist.

Durch wildromatische Bachtäler

Wir echauffieren uns immer noch über die verpasste Gelegenheit, als wir auf der gegenüberliegenden Seite der Burg an einem Weiher auf dem Trail in den Wald eintauchen.

Doch der Abschnitt am Haupeschbach und dann am Hallerbach lässt uns den Vorfall schnell vergessen. Zu genial verläuft hier der Trail auf einem schmalen Pfad durch die wildromantischen Täler. Mossbewachsene Felsen säumen den Weg, es geht ganz nah am Wasser entlang und immer wieder müssen wir den Bach auf Steinen oder über hölzerne Brücken überqueren.

Nach einigen Kilometern verlassen wir leider wieder den Wald und kommen in das weite Tal der Schwarzen Ernz. Vorbei an Wiesen und Weiden folgen wir den hier mäandrierenden Flussverlauf. Angus Rinder weiden auf den Wiesen und die Landschaft ist sehr idyllisch.

Wären da nicht wieder die ständigen Motorengeräusche einer parallel zum Weg verlaufenden Straße. Erneut wird das Naturerlebnis durch Autos und Motorräder sabotiert.

Der Abschnitt zieht sich ganz schön und jeder von uns läuft jetzt für sich. Schließlich erreichen wir nach einigen Kilometern die Ortschaft Müllerthal und damit unser heutiges Etappenziel.

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Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

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  4. Vielen Dank für den tollen Blog. Meine Familie und ich sind auch große Fans vom Wandern. Mein Mann wusste Anfangs nichts damit anzufangen, ist mittlerweile aber auch gerne mal mit den Freunden auf der Reise. Er lässt sich auch sehr gerne Tipps geben und hat sogar von einer Führung erzählt.

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