Auf dem Mullerthal Trail durch die Kleine Luxemburger Schweiz – Tag 4

Heute fällt uns jeder Schritt auf dem Mullerthal Trail besonders schwer. Nicht weil wir Muskelkater haben oder nicht fit sind. Ganz im Gegenteil. Nach drei Tagen hat sich unser Körper an die Belastung und das Gewicht des Rucksacks gewöhnt und wir sind voll im flow.

Jedoch ist heute leider schon unser letzter Tag in der kleinen Luxemburger Schweiz angebrochen und uns ist klar, dass wir mit jedem Meter auch dem Ende unserer Trekking-Tour unweigerlich näher kommen.

Tag 4: Müllerthal nach Echternach

Am vierten und letzten Tag auf dem Mullerthal Trail laufen wir die Abschnitte 5+6 der Route 2 von Müllerthal über Berdorf zurück zu unserem Ausgangspunkt nach Echternach.

Dabei legen wir entspannte 12,4 km zurück und haben die kurze Etappe ganz bewusst auf den letzten Tag gelegt. Wohl wissend, dass wir auch noch 3 Stunden mit dem Auto zurück ins Ruhrgebiet fahren müssen.

Ein sonniger Auftakt

Als wir morgens aus dem Hotel „Le Cigalon“ kommen, erwartet uns zur Abwechslung mal kein Morgennebel, sondern blauer Himmel und Sonnenschein. Wie schon so oft, ist der letzte Tag am schönsten.

Wir folgen ein Stück der Straße und biegen nach rechts ab, überqueren die Schwarze Ernz über eine Holzbrücke und laufen sanft ansteigend durch das Waldgebiet „Schnellert“ und anschließend auf schönen Pfaden durch Wiesen.

Felsenhöhenpunkte

Dann kommen wir wieder zu den uns mittlerweile so vertraut gewordenen Sandsteinfelsen. Der Trail verläuft sehr abwechslungsreich auf Waldpfaden entlang der Felsen, an großen Felsblöcken vorbei und auf ausgetretenen Steinstufen durch Felsschluchten.

Einige abzweigende Gänge laden uns zum Erkunden ein und auf einem dieser Abstecher entdecken wir einen nicht ausgeschilderten Aussichtspunkt. 

Mit dem „Werschrummschlèff“ und „Binzeltschlèff“ erreichen wir weitere Felsenhöhenpunkte. Ausgeschilderte Rundwege führen auch hier durch die Felsen und stellenweise durch extrem enge Spalten. Es scheint uns fast so, als ob der Mullerthal Trail am letzten Tag noch mal alles gibt.

Das nächste Felsmassiv mit dem Namen „Predigtstuhl“ befindet sich direkt an der Straße nach Berdorf. Der mächtige Felsen kann auf einer Stahltreppe bestiegen werden. Oben von der Kanzel bietet sich ein schöner Ausblick über die Landschaft. Kurz danach kommen wir am massigen „Ruetzbèchschlèff“ vorbei, auch hier lohnt es sich auf das Plateau zu steigen.

Schluchten und Höhlen satt

Im weiteren Wegverlauf wandern wir weiter durch Schluchten, gehen mit unseren Stirnlampen in Höhlen und passieren haushohe Felswände.

Wie genießen jeden Schritt ganz bewusst und lassen die Eindrücke auf uns wirken. Wohl wissend, dass wir heute Nachmittag der faszinierenden Felsenlandschaft in der Kleinen Luxemburger Schweiz Lebewohl sagen müssen.

Schließlich erreichen wir das wildromatische Tal des Roitzbach. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit in dem schmalen Tal, wachsen hier besonders viele Farne, Moose und Flechten. Die Steine und umgefallene Bäume sind mit Moos überzogen und sorgen für ein wenig Urwald-feeling.

Felsenhöhle Huellee

Nun geht es stetig bergauf Richtung Berdorf, wir durchqueren den kleinen Ort und erreichen wenig später eine Felsgrotte, die als Freilufttheater genutzt wird und in der gerade die Sitze ausgetauscht werden.

Es geht weiter leicht bergab durch den Wald und wir kommen zu „Huellee“, einer riesigen, nach mehreren Seiten offenen Höhle, aus der früher Mühlensteine aus dem Fels gebrochen wurden. Die kreisrunden Ausbrüche sind noch deutlich in der Höhle zu sehen.

Wir folgen dem Aesbachs und erreichen an einer Straße den Felsriesen „Perekop“, der steil in den Himmel ragt. Eine Steintreppe führt hier durch eine enge Felsspalte auf ein Plateau von dem wir einen schönen Ausblick über die Landschaft haben und wagen vorne von dem überhängenden Felsen einen Blick in die Tiefe.

Felsenlabyrinth

Weiter geht es durch das Tal des Aesbach und wir wandern über hölzerne Stege und kleine Brücken durch das wildromatische Tal. 

Danach laufen wir durch ein wahres Labyrinth aus Felsmassen und es geht durch schmale Spalten zwischen den mächtigen Felsen durch eine mystische Felsenlandschaft.

Anschließend führt uns eine Steintreppe in eine steil abfallende und tief eingeschnittene Felsspalte, der Wolfsschlucht. Die mit tiefen Rissen durchfurchten Felswände ragen hoch in den Himmel und wir fühlen uns in der beeindruckenden Schlucht winzig klein. 

Hier beweist der Mullerthal Trail nochmal, was ihn so besonders macht und das er nicht umsonst die Auszeichnung „Leading Quality Trail“ trägt. 

Am Ziel

Danach geht es noch ein Stück durch den Wald Richting Echternach und schließlich erreichen wir die Stelle, an der wir vor knapp vier Tagen den Weg nach Scheidgen genommen haben.

Auf dem uns schon bekannten Weg geht es zurück nach Echternach. Jedoch mit dem Unterschied, dass heute das Wetter viel besser ist und uns sich uns ein ungetrübter Ausblick auf Echternach bietet.

Wenig später sind wir wieder am Busbahnhof in Echternach und unsere viertägige Trekking-Tour auf dem Mullerthal Trail durch die Kleine Luxemburger Schweiz ist leider zu Ende.

Unser Fazit

Die Routen 2 und 3 des Mullerthal Trail haben uns durch ihre spektakulären Felslandschaften mit den engen Felsspalten sowie begehbaren Höhlengängen begeistert. Es war für uns extrem faszinierend und spannend, die Höhlen- und Felsengänge mit unseren Stirnlampen zu erkunden und in die Felsen einzutauchen.

Auch die Abschnitte durch die wildromatischen Bachtäler und ursprünglichen Wälder haben uns gut gefallen und die Burgen Fels und Beaufort sowie das gleichnamige Renaissance Schloss boten kulturelle Abwechslung.

Das Naturerlebnis wurde jedoch immer wieder durch die Geräusche von Autos, Motorrädern und Flugzeugen getrübt, was uns besonders am Wochenende unangenehm aufgefallen ist.

Gut gefallen haben uns die kulturellen Unterschiede in Luxemburg mit den französischen Einflüssen. Jedoch muss man berücksichtigen, dass das Preisniveau beim Essen und Trinken sowie den Übernachtungen deutlich über dem in Deutschland liegt.

Ansonsten ist der Trail sehr gut mit einem roten M auf weißem Grund ausgeschildert und verläuft viel über schmale Naturpfade. Trittsicherheit sollte vorhanden sein, Angst vor engen Spalten und dunklen Höhlen sollte man jedoch nicht haben.

Links zu unserer Trekking-Tour auf dem Mullerthal Trail

Die anderen Teile der Artikelserie

Meine Aufzeichnung der Wanderung bei Social Hiking

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Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

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  4. Hallo Jens,

    Danke für diesen wunderschönen Bericht! Diese Ecke rund um Berdorf und Echternach liebe ich sehr und war auch schon öfter dort. Luxemburg ist wirklich eine Reise wert 💚👍

    Liebe Grüße,
    Bianca von lebedraussen!

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