Stick-Running – Die komplett neue Art des Runnings?

Foto: Michael Vorwerg

Vor kurzem bin ich in meiner Tageszeitung durch einen Bericht mit der Überschrift „Der Stock-Läufer“, auf Michael Vorwerg aus Dortmund aufmerksam geworden. Michael ist Diplomsportlehrer, Klettertrainer und Hochtourenführer und hat mit dem „Stick-Running“ eine neue Lauftechnik mit Stöcken entwickelt. Und da ich den Bericht interessant fand und mich eure Meinung dazu interessiert, möchte ich euch diese neue Art des Runnings kurz vorstellen.

Was ist „Stick-Running“?

Beim der von Michael Vorwerg entwickelten neuen Sportart „Stick-Running“, werden beim Joggen oder Laufen Stöcke („Stick“ oder „Pole“) eingesetzt. Daher auch der Name. Die Technik unterscheidet sich aber funktional deutlich vom Prinzip des Nordic Walkings und des Speed Hikings. Denn nicht jeder Schritt wird vom Stockeinsatz begleitet, sondern nur jeder zweite Schritt. Durch die sinnvolle Kombination verschiedener Bewegungselemente soll es möglich sein, mit Stöcken ausbalanciert und entspannt  zu laufen. Die Beine sollen entlastet und dafür die Arme mehr trainiert werden. Das neue Prinzip soll sich nahtlos vom normalen Gehen bis hin zum schnelleren Laufen anwenden lassen und auch beim Berglauf und Trail-Running sinnvoll sein.

Wie ist „Stick-Running“ entstanden?

Foto: Michael Vorwerg

Stick-Running ist bei Michael ursprünglich aus der Not geboren und hat sich letztes Jahr zu seiner richtigen Leidenschaft entwickelt. Die Not entstand aus dem Wegfall seiner stationären Trainingsstrecke an der Hohensyburg durch den harten Winter 2009/2010. Zum damaligen Zeitpunkt hatte er schon über 8 Jahre dort intensiv für Bergtouren trainiert, denn er ist Reserve-Bergführer und muß daher immer fit sein.

Als Trainingseinheit ist er ca. 500 hm zu etwa gleichen Teilen gehend und laufend bergauf und bergab mit Rucksack und Stöcken und locker joggend ohne Stöcke und Rucksack gelaufen. Dabei hat er gemerkt, dass ihm das Laufen mit Stöcken einfacher fiel und auch seine Fitness am Berg auf Touren dadurch immer optimal war.

Außerdem war es möglich, nun auch auf Bergpfaden mit Stöcken zu joggen. Vorher hatte er dies nicht für möglich gehalten und ist immer ohne Stöcke bergauf gelaufen. Die Wirkung auf das Gehen am Berg war sehr positiv. Durch den verbesserten Trainingszustand in den Armen und im Oberkörper konnte er qualitativ deutlich verbessert gehen. Bergauf war ein „durchgezogener“ Stockeinsatz (also nach hinten gestreckt) auch mit schwerem Gepäck leichter bzw. überhaupt erst möglich geworden.

Foto: Michael Vorwerg

Auch die kombinierte Anwendung der Vorwerg-Technik (Stick-Hiking) mit dem normalen diagonalen Stockeinsatz (Nordic-Hiking = Speed-Hiking) ließ sich hervorragend umsetzen. Im Abstieg ist seine 4:2 Methode eindeutig die bessere Lösung und auch die Spurarbeit im Schnee/Gletscher hat deutlich an Qualität gewonnen, sagt der Erfinder des Stick-Runnings.

Zielgruppe

Stick-Running richtet sich vorrangig an Jogger, Läufer, Trail-Runner und Bergläufer. Das Laufen mit Stöcken soll auch besonders interessant für schwächere Läufer oder Läufer mit höherem Gewicht sein, da die Beine durch stützende Komponenten im Bewegungsablauf über die Stöcke entlastet werden. Die Lauftechnik richtet sich aber auch an Wanderer und Bergwanderer.

 

Zusammenfassung

  • Neue Stöcke-Technik mit mehreren Komponenten (Swing, Doppel, Nordic, Stütz ..)
  • Kombinierte 2:4 Technik (Arme-Beine)
  • Ideal für die dauerhafte Anwendung
  • Optimale Belastungsverteilung
  • Höhere Kreislaufbelastung
  • Variabel anwendbar in Tempo und Gelände
  • Spielform oder Variante beim Nordic-Walking oder Stick-Hiking

Informationen

Weitere Informationen zum „Stick-Running“ gibt es unter www.stick-running.de oder auf der entsprechenden Facebook-Seite.

Wer sich selbst einen Eindruck über „Stick-Running“ verschaffen möchte, kann dies beim ECCO INDOOR TRAIL vom 03.-05.02.12 in Dortmund tun. Bei der Weltpremiere im Indoor-Trailrunning in den Dortmunder Westfalenhallen präsentiert sich Stick-Running mit einem Stand am Kletterturm der Firma KletterMAX. Geboten wird nicht nur Infomaterial und Beratung zu den Themen Stick- und Trailrunning, sondern viel Praxis: Stick-Running zum Ausprobieren, Demonstrationsläufe, Wettkämpfe.

Außerdem bietet die Volkshochschule Dortmund einen Kurs zum Stick-Running, Walking und Jogging an.

Was haltet ihr von der Lauftechnik Stick-Running?

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Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

9 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Schöner Bericht, aber eine Anmerkung hätte ich da:
    „Erfinder“? Stöcke werden schon seit Jahren im Trailrunningbereich eingesetzt! Gerade auf Ultratrails wie dem Ultratrail de Mount Blanc und anderen vergleichbaren Rennen. Dort findet man kaum einen Läufer, der keine Poles im Gepäck hat! Es gibt auch einige Hersteller wie etwa Raidlight, die bereits seit längerem entsprechend daraufhin optimierte Stöcke im Angebot haben! Selber hab ich seit Anfang letzten Jahres Stöcke beim Laufen für Bergetappen oder größere Distanzen dabei! (beim Wandern/ Trekking deutlich länger)
    Unter den Tarahumara, dem indigenen Ultraläufervolk aus „born-to-run“ gibt es ebenfalls einige Sippen, die bereits seit Jahrhunderten Stöcke beim Laufen mitführen und einsetzen! (Wenn auch nur einen einzigen und den aus klassischem Holz)
    Der Erfinder des Stock-Laufens ist er also mit Sicherheit nicht. Aber vielleicht sorgt so eine Vermarktung als „Trendsport“ wenigstens für ein paar Neuentwicklungen in diesem Bereich. (wie etwa der Black Diamont UltraDistance Z-Pole)

    • Hi Basti,

      ich glaube er meint, dass er selbst die Technik meint, nur jeden zweiten Schritt mit dem Stock zu begleiten. Auch wenn das höchstwahrscheinlich auch schon Leute vor ihm gemacht haben ;-) Wenn ich schnell unterwegs bin, dann nutze ich die Stöcke auch nur bei jedem zweiten Schritt.

    • Ich habe es so verstanden, dass er die Art der Anwendung der Stöcke entwickelt hat und nicht den Einsatz an sich. Ich bin da aber auch kein Experte. Ich fand das Thema nur interessant und wollte es mal zur Diskussion stellen.

  2. Ich bin zwar kein Fan von Leuten, die mit Stöcken durch die Stadt laufen. Für mich hört es sich aber wie eine sportlichere Version von Nordic Walking an und wäre mal einen Test, was den Trainingserfolg angeht, wert.

  3. Ich stimme da Dennis zu. Wir laufen einfach etwas schneller mit unseren Stöckchen und erfinden somit eine neue Sportart ;)
    Aber ich will nicht frotzeln, beovr ich’s nicht mal probiert habe :D

  4. Neuer Wein in alten Schläuchen!
    Das hier vorgestellte Methode ist schon seit Jahren als Nordic Running Jogging mit Stöcken) bekannt und wird zum Beispiel von Leistungssportler als Trainingsmethode verwendet. Dabei kann man auch die Stöcke unterschiedlich einsetzen (jeder Schritt, jeder 2. Schritt, etc.). Sehr anstrengend, der Puls kann schnell hochgetrieben werden

    • Wieso kann ein Hobbyläufer Brockenlauf und Drachenlauf im „Läufer-ohne-Stöcke-Feld“ mit Stick-Running gut mithalten? Wieso werden von fast täglich längere Strecken gelaufen und es bleibt der Spaß dabei? Selbstverständlich werden die Stöcke nicht nur getragen oder sporadisch eingesetzt, sondern die Technik exakt und dauerhaft angewendet. Natürlich hat sich die Anpassung über 2 Jahre ganzheitlich vollzogen, also es wurde immer mit Stöcken trainiert. Ich denke, von „neuem Wein in alten Schläuchen“ kann keine Rede sein.

      Mike vom Stick-Running Team

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