Wintertour durch den verschneiten Naturpark Ebbegebirge

Der November 2011 war der trockenste Monat in der Geschichte der Wetteraufzeichnungen. Dafür war es dann im Dezember regnerisch, stürmisch und sehr wechselhaft. Eben typisches Novemberwetter. Leider war es aber auch viel zu warm, um echte Winterstimmung aufkommen zu lassen. Doch dann läutete das Orkantief Joachim das Ende des Dezemberfrühlings ein und ich konnte endlich eine Wintertour durch den Schnee machen. Dazu habe ich mir eine Rundwanderung durch den Naturpark Ebbegebirge ausgesucht.

Wie habe ich mich auf den Winter gefreut, denn dieser bietet einen ganz besonderen Wandergenuss: Die Natur ist unberührt, die Geräusche sind gedämpft und die frische, klare Luft macht den Kopf frei. Zum Glück hat der Orkan „Joachim“ Kälte und Schnee gebracht und dafür gesorgt, dass im Sauerland ideale Bedingungen für eine Wintertour herrschten. Mittelgebirge eignen sich sowieso ideal für das Winterwandern, da im Gegensatz zu Gebirgen keine Lawinengefahr droht und auch die Absturzgefahr geringer ist.

Der Naturpark Ebbegebirge

Nach knapp 45 Minuten Autofahrt habe ich den Ort Herscheid und damit den Ausgangspunkt meiner Tour erreicht. Ich bin positiv überrascht, wie viel Schnee hier liegt. Herscheid liegt im Naturpark Ebbegebirge. Dieser umfasst mit einer Größe von 777 km² im Wesentlichen das gleichnamige Mittelgebirge und liegt im südwestlichen Sauerland in Nordrhein-Westfalen. Die abwechslungsreiche Mittelgebirgslandschaft ist geprägt durch Nadel-, Laub- und Mischwald sowie durch viele Talsperren. Außerdem befinden sich noch einige Moore und Heidegebiete auf dem Gebiet des Naturparks.

Es geht los

Es ist winterlich frisch, diesig und leichter Nebel begrenzt die Sicht, als ich vom Parkplatz in der Nähe der evangelischen Apostelkirche in Herscheid in westliche Richtung losgehe. Endlich die richtigen Wetterbedingungen, um die Dynamic Jacket von Bergans of Norway, die Mammut Aenergy Pant und die KEEN Revel zu testen.

Nach dem ich eine Landstraße überquert habe, geht es endlich durch dichten Wald. Die Landschaft ist in strahlendem Weiß versunken und bis auf das wohlige Knacken unter meinen Sohlen ist es ruhig. Der Winter kann so schön sein! Kurze Zeit später erreiche ich den kleinen Ort Niederholte. Nach dem ich die paar Häuser passiert habe, geht es wieder bergab. Leider sehe ich von der Landschaft und den Bergen nicht viel, da es sehr diesig ist und die Wolken tief hängen. Aber die friedlich unter einer weißen Decke schlummernde Natur hat auch so ihren Reiz.

Über die Verse- und Fürwiggetalsperre

Kurze Zeit später erreiche ich das Vorstaubecken der Versetalsperre, die das kleine Flüsschen Verse staut und, neben Bigge, Möhne und Sorpe, zu den großen Stauseen des Sauerlandes zählt. Ich überquere eine Straße und wandere weiter über ansteigende Wege der Verse entlang bis es wenig später hinunter zur Staumauer der Fürwiggetalsperre geht. Diese Gewichtsstaumauer ist die am höchsten gelegene Talsperre des Sauerlandes und staut fünf Bäche auf. Der Weg führt direkt über die imposante Staumauer auf die andere Seite.

Auf dem Kamm des Ebbegebirges

Danach geht es über stetig ansteigende Waldwege bis hoch zum Kamm des Ebbegebirges. Unterwegs treffe ich keine Menschenseele – ich liebe das! Der Schnee macht den Aufstieg doppelt schwer, vor allem da außer einer Langlaufspur die Schneedecke noch jungfräulich ist. Mir fällt immer wieder auf, wie still es ist. Ich höre keine anderen Geräusche, außer meinen eigenen Atem. Ungewohnt für meine Großstadtohren. Nach einem kräfteraubenden Aufstieg komme ich oben auf dem Kammweg an, der auf dem Kamm des Ebbegebirges entlang führt. Hier oben liegt noch mehr Schnee und der verschneite Naturpark zeigt sich von seiner ganzen Pracht. Der tiefere Schnee machte aber auch das vorankommen anstrengender und ich bin froh, dass ich hohe Schuhe und eine Hose mit Schneefang an habe.

Aufstieg zum Gipfel der Nordhelle

Ich folge dem Kammweg in östlicher Richtung, überqueren eine Straße und gehe weiter hoch zum Gipfel der Nordhelle. Die Nordhelle ist mit 663,3 m der höchste Berg des Ebbegebirges. Oben auf dem Gipfel steht ein WDR-Sendeturm und der Robert-Kolb-Turm Aussichtsturm. Der Turm wurde 2010 und 2011 renoviert und am erst am 26. Juni 2011 wiedereröffnet. Die verglaste Aussichtsplattform ermöglicht seit dem weite Ausblicke nach Norden und Südwesten. Da aber heute die Sicht sehr schlecht ist, sieht man leider gar nichts.

Abstieg ins Tal

Nach einer kurzen Pause mache ich mich wieder auf den Weg und verlasse nach ca. 300 Metern den Kammweg nach rechts. Es geht weiter auf tief verschneiten und teilweise nicht markierten Wegen hinunter ins Tal. Die geschlossene Schneedecke ist außer ein paar Tierspuren unberührt und ich genieße es, die ersten Spuren zu hinterlassen. Danach verläuft die weitere Strecke unspektakulär durch den Ort Kiesbert und die südlichen Ausläufer von Herscheid, bis ich kurze Zeit später wieder den Parkplatz bei der Apostelkirche erreiche. Gerade noch rechtzeitig, bevor der Akku meines iPhone schlapp macht.

Hier geht eine schöne Winterwanderung durch den verschneiten Naturpark Ebbegebirge zu Ende, die genauso war, wie ich es mir vorgestellt hatte. Mit einem guten Gefühl und sehr entspannt mache ich mich wieder auf den Rückweg nach Dortmund.

Fazit

Die Rundwanderung durch den Naturpark Ebbegebirge bietet viel Natur und ein einzigartiges Zusammenspiel von Wald und Wasser. Daneben sind in dem Naturpark viele Tier- und Pflanzenarten beheimatet, die anderswo längst verschwunden oder sehr selten geworden sind. Anfang Januar 2011 gelang z.B. der Nachweis, dass die seltene und scheue Wildkatze den Weg zurück in den Süden des Naturparks gefunden hat.

Auch wenn ich von der Landschaft und den Bergen aufgrund der Wetterverhältnisse nicht viel gesehen habe, hat das friedlich unter einer weißen Decke schlummernde Ebbegebirge bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Die Anregung zu der Rundwanderung habe ich wieder einmal von wanderwege-nrw.de. Dort gibt es auch die Details und den Track als Download im GPX- und Google-Format.

Die Aufzeichnung meiner Wintertour bei Social Hiking

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Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Praxistest: Mammut Aenergy Pant – Softshellhose für kalte Tage | Hiking Blog

  2. Hallo Jens,

    danke für den ausführlichen und interessanten Bericht zu dieser Tour. Dies gilt auch für deine Berichte zu den anderen Wandervorschlägen, die von http://www.wanderwege-nrw.de stammen. Es ist immer wieder nett, auf diese Weise ausführliches Feedback zu bekommen.

    Also, weiter so! Und viel Spaß bei der nächsten Tour. Evtl. trifft man sich ja mal… ;-)

    Viele Grüße
    Roland

  3. Hallo und besten dank fuer deine tourenbeschreibung.wir betreiben in dem herrlichem wandergebiet ein cafe-restaurant und kann jedem nur raten die wanderung mal bei guter sicht zu machen .ein traum!! koennte ich die tour auf unsere homepage stellen ? lg caroline vedder

  4. Pingback: Praxistest: Keen Revel Winterstiefel | Hiking Blog

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