Wandergebühr ab 2027: Diese Kosten sollen bald auf deutschen Wanderwegen anfallen

April, April // Deutschland steht vor einer kleinen Revolution – zumindest, wenn es nach einem bislang streng geheimen Entwurf aus dem Bundesministerium für Freizeit und Bewegung geht.

Ab 2027 soll eine Wandergebühr eingeführt werden. Was bislang als freie Erholung in der Natur galt, könnte schon bald ein kostenpflichtiges Vergnügen werden. Die geplanten Maßnahmen sollen dem Naturschutz dienen, Wanderströme lenken und den Overtourism reduzieren.

Grundgebühr pro Kilometer

Kernstück der Reform ist eine sogenannte „Wege-Nutzungsgebühr“. Geplant sind aktuell 0,14 € pro gewandertem Kilometer. Moderne Wander-Apps sollen künftig verpflichtend beim Wandern genutzt werden, um die Strecke exakt zu erfassen.

Nach der Wanderung wird diese dann kilometergenau abgerechnet. Wer beim Wandern ohne Tracking erwischt wird, muss mit pauschalen Strafzahlungen rechnen. Einheimische sind von der Gebühr ausgenommen, müssen sich jedoch ebenfalls registrieren. 

Zuschläge für Premiumwanderwege und schöne Aussichten

Besonders stark frequentierte Strecken und Premiumwanderwege sollen zusätzlich bepreist werden. Betreiber von Premiumwanderwegen können beim Startpunkt der Wanderung eine Zusatzgebühr erheben.

Auch für Panorama-Aussichten, Sehenswürdigkeiten oder besonders fotogene Naturwunder soll zukünftig ein Aufpreis fällig werden. Erste Testregionen sprechen von „Aussichtszonen“, die zwischen 1,50 € und 4,00 € zusätzlich kosten könnten.

Wandergebühr für Nationalparks und Naturschutzgebiete

Ab 2027 soll auch der Zugang zu Nationalparks kostenpflichtig werden und für bestimmte Wanderwege durch Naturschutzgebiete soll eine Gebühr erhoben werden. Die Erhebung von Eintrittsgebühren soll der Steuerung der Besucherzahlen in besonders schützenswerten Naturschutzgebieten dienen und eine Überfüllung vermeiden. 

Gebühr für Pausen

Auch das Verschnaufen auf einer Wander-, Aussichtsbank oder in einer Schutzhütte könnte künftig Geld kosten. Diskutiert wird ein Modell mit QR-Codes an jeder Sitzgelegenheit: 0,50 € pro 5 Minuten Sitzen bzw. Aufenthalt oder alternativ eine „WanderPlus“-Monatsflatrate für Vielwanderer.

Geräuschzuschlag für laute Wanderende

Wer mit Trekking-Stöcken wandert oder sich besonders gesprächig zeigt, könnte ebenfalls zur Kasse gebeten werden. Ziel sei es laut Entwurf, die „natürliche Ruhe der Natur“ zu schützen. Dezibel-Messungen über Smartphones sind angeblich bereits in Planung.

Rabatte auf die Wandergebühr für rücksichtsvolles Verhalten

Immerhin: Rücksicht wird belohnt. Wer besonders leise unterwegs ist, Müll einsammelt oder seltene Tiere und Pflanzen erkennt (per App bestätigt), kann Bonuspunkte sammeln und Gebühren reduzieren.

Wohin fließen die Einnahmen aus der Wandergebühr?

Laut dem Entwurf sollen die Einnahmen aus der Wandergebühr nicht einfach im Staatshaushalt verschwinden. Stattdessen ist geplant, sie gezielt in den Erhalt und Ausbau der Wanderinfrastruktur zu investieren:

  • Pflege und Beschilderung von Wanderwegen
  • Instandhaltung und Neubau von Sitzbänken
  • Regelmäßiges Leeren von Mülleimern entlang beliebter Routen
  • Schutz sensibler Naturbereiche

Befürworter argumentieren, dass durch die Wandergebühr langfristig sauberere Wege und besser ausgestattete Rastplätze entstehen könnten. Kritiker befürchten hingegen, dass am Ende selbst der Mülleimer nur noch gegen Aufpreis zugänglich ist.

Fazit: Wandergebühr – Fluch oder Segen?

Die Reaktionen auf die geplante Wandergebühr sind gemischt. Während einige die Idee eines „geregelten Naturerlebnisses“ begrüßen, zeigen sich viele Outdoor-Fans irritiert. Besonders die Sitzbank-Gebühren sorgen bereits jetzt für hitzige Diskussionen.

Ob die Wandergebühr tatsächlich umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Genießt also Eure Wanderungen lieber jetzt – solange sie noch kostenlos sind!

Titelfoto: Synthetisch erzeugtes Bild (KI)

Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

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