Wie Du Dich vor einem Zeckenstich schützen kannst

Mit steigenden Temperaturen werden auch die Zecken mobil und begeben sich auf die Suche nach einem Wirt. Gerade wir Outdoorer sind dann besonders gefährdet, von dem kleinen blutsaugenden Parasit gestochen zu werden.

Und die Gefahr, die von einem Zeckenstich ausgeht, solltest Du nicht unterschätzen: Die kleinen Blutsauger können Dich mit ernstzunehmenden Krankheiten anstecken!

In diesem Artikel erfährst Du, mit welchen Maßnahmen Du Dich vor einen Zeckenstich schützen kannst.

Welche Krankheiten übertragen Zecken?

Zecken können bei einem Stich Erreger von Infektionskrankheiten auf Menschen und Tiere übertragen. In Europa sind das die Lyme-Borreliose (Borreliose) und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die beide hauptsächlich der Gemeine Holzbock überträgt.

Borreliose wird durch Bakterien der Gattung Borrelia verursacht. Bei einer Borreliose können eine Vielzahl von schmerzhaften Symptomen auftreten. Wird die Borreliose rechtzeitig erkannt und ausreichend behandelt, ist sie jedoch heilbar. 

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch das FSME-Virus ausgelöst. Bei einem Großteil der infizierten Personen verläuft die Krankheit ohne merkliche Krankheitszeichen, andere haben grippeähnliche Beschwerden. Bei einigen Menschen befällt das FSME-Virus jedoch das zentrale Nervensystem und es kann zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis) oder zu einer kombinierten Gehirn- und Rückenmarkentzündung (Meningoenzephalitis) sowie eine zusätzliche Rückenmarkentzündung (Myelitis) kommen. 

Das schlimme ist: Eine Behandlung der FSME ist nicht möglich, es können nur die Krankheitssymptome behandelt werden. Als vorbeugende Maßnahme kannst Du Dich jedoch gegen FSME impfen lassen.

Eine Infektionsgefährdung durch Borreliose besteht in ganz Deutschland, durch FSME nur in bestimmten Regionen. Eine Karte vom Robert-Koch-Institut mit FSME-Risikogebieten in Deutschland findest Du hier.

Wie kommen Zecken auf den Wirt?

Damit Du Dich effektiv vor dem Stich einer Zecke schützen kannst, solltest Du wissen, wann Zeckensaison ist und wie Zecken auf den Wirt gelangen.

Zecken sind hauptsächlich von März bis Oktober ab ca. 7° Grad aktiv, da sie es warm und feucht mögen. Sie halten sich im Gras, Büschen oder im Unterholz auf und warten von leicht erhöhter Position auf einen potenzieller Wirt. Bei einer Berührung im vorbeigehen halten sie sich an dem Wirt fest und suchen dann eine geeignete Stelle für den Stich. Dies kann mehrere Stunden dauern.

Die Vorgehensweise zeigt das Video des SWR sehr anschaulich:

Wie Du Dich vor einem Zeckenstich schützen kannst

Mit folgenden Maßnahmen, kannst Du das Risiko eines Zeckenstichs minimieren:

  • Schmiere unbekleidete Körperstellen mit einem Anti-Zecken-Mittel ein.
  • Trage möglichst geschlossene und helle Kleidung. Dadurch wird es einer Zecke erschwert, eine freie Hautstelle zu finden und auf dem hellen Untergrund kannst Du Zecken leichter entdecken.
  • Bleibe auf den Wegen und vermeide den Hautkontakt zu bodennahen Pflanzen.
  • Gehe nicht durch hohes Gras, Büsche oder ins Unterholz.
  • Suche nach dem Aufenthalt im Freien Deinen Körper sorgfältig nach Zecken ab. Insbesondere Stellen mit dünner Haut und Hautfalten.
  • Wasche Deine getragene Kleidung bei mindestens 60° Grad oder erhitze sie auf 60° Grad im Trockner. 

Wenn Du häufiger in FSME-Risikogebieten in der freien Natur unterwegs bist, solltest Du Dich unbedingt gegen FSME impfen lassen!

Hast Du Dir trotz aller Vorsichtsmaßnahmen eine Zecke eingefangen, ist es sehr wichtig, dass Du die Zecke schnell entfernst. Dies reduziert das Risiko einer Infektion mit Borrelien erheblich. Die Übertragung von FSME-Viren erfolgt dagegen schon innerhalb kurzer Zeit nach dem Stich.

Wie Du eine Zecke richtig entfernst, erfährst Du in meinem Artikel „So entfernst Du eine Zecke richtig“.

Weitere Informationen

Quellen: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege und Robert Koch-Institut (RKI)

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Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

9 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Danke für den Artikel, Jens. Wir wollen im August in die Alpen. Ich denke, da werde ich vorher nochmal checken, wie das so bei meinem Arzt mit einer Impfung aussieht. Hatte das gar nicht auf dem Schirm.
    Viele Grüße
    Käthe

  2. Danke für die wertvollen Tipps, vieles weiß man oder hat man bereits gehört, aber die Wiederholung machts damit es ins „Blut“ übergeht.

  3. Hallo Jens,
    ich will demnächst auch mit meinem Rucksack auf Wandertour gehen. Sehr gute Tipps die Du hier gibst. Ich habe mich vorsichtshalber schon vom Arzt impfen lassen. Freue mich schon auf den nächsten Artikel von Dir zum Thema „Wie man die Zecke richtig entfernt“.
    Vielen Dank und weiter so!!!
    Gruß
    Christoph

  4. Pingback: So entfernst Du eine Zecke richtig – Hiking Blog

  5. Vielen Dank für diese Tipps. Wir fahren bald nach München in den Urlaub. Dort möchten wir natürlich auch etwas in die Natur. Da es dort viele Zecken geben soll, hat uns dieser Beitrag schon sehr gut weitergeholfen.

    Grüße

  6. Hallo Jens, sehr gute Tipps. Interessant wäre noch das richtige Entfernen?! Aber da hast du ja einen Verweis auf einen anderen Beitrag. Dieses Jahr habe ich mir jedenfalls schon zwei Zecken entfernen „dürfen“. Vor ein paar Jahren habe ich den Spaß mit Borreliose (Verdacht) durch, seither bin ich da sehr akribisch. Insbesondere mit der Kontrolle nach einer Tour. Kleiner Tipp: Achtet alle auf eure Zehen (Zwischenräume). Aber wer viel draußen ist, weiß das wohl eh. Trotzdem guter Beitrag, danke dir!

      • Hallo Jens, hab ich doch schon gesehen. Und schon gewusst :-) Ich würde es allerdings noch erweitern. Zum Beispiel, dass die Zecke nicht „gedreht“ werden darf. Der Blödsinn hält sich nach wie als Wahrheit. Die Wanderröte kann, muss aber nicht bei einer Infektion mit Borreliose auftreten. Bei den Symptomen fehlt sogar eine ganze Menge. Schmerzen in den Fußsohlen, steifer Nacken, steife Gelenke, schmerzende Gelenke, Gedächtnis- und Sprachprobleme und und und. Bei Männern können sogar Probleme mit der Potenz auftreten, kein Witz. Borreliose kann also richtig böse werden. Wie gesagt: Ich hatte bereits das „Vergnügen“ eines Verdachts. Durch einen dummen Zufall bin ich ausgerechnet bei einem Arzt gelandet, der sich auf Borreliose spezialisiert hatte. Von daher viel gelernt zu den kleinen Mistviechern. Aber trotzdem gut dein Artikel. Für jeden, der gern und viel draußen in der Natur ist, ein Muss zu lesen.

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