Fitness-Tracker: Wie du auch als Outdoorer von den Funktionen profitieren kannst

Auf der Elektronikmesse CES, die letzte Woche in Las Vegas stattgefunden hat, waren Fitness-Tracker ein großes Schwerpunkt-Thema. Eine Vielzahl von Herstellern haben neue, innovative Geräte vorgestellt, die am Körper getragen werden und Aktivitätsdaten rund um die Uhr messen, aufzeichnen und auswerten. Die neuste Gerätegeneration wartet mit immer neuen Funktionen auf, von denen auch Outdoorer profitieren können.

Fitness-Tracker sind im Trend

  Garmin

Garmin

Sogar die großen Elektronik-Konzerne LG und Sony haben auf der CES erstmals Fitness-Tracker in Form von Armbändern vorgestellt. Kein Wunder, schließlich liegen Fitness-Gadgets seit ihrer Einführung 2013 voll im Trend und erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Insbesondere smarte Armbänder scheinen den Nerv der Fitness-affinen Zielgruppe getroffen zu haben.

Fit zu sein ist (gerade wieder) in

  Fitbit

Fitbit

Der Zeitpunkt für die Vorstellung von neuen Fitness-Trackern auf der CES 2014 hätte passender nicht sein können. Schließlich gehen vielen Menschen mit guten Vorsätzen in das neue Jahr. Die Klassiker sind natürlich, sich mehr zu bewegen und abzunehmen. Doch meistens bleibt es nur bei den guten Vorsätzen.

Das wollen die Hersteller von Fitness-Trackern ändern und zu mehr Bewegung im Alltag motivieren und dabei unterstützen, dass die Fitnessziele auch erreicht werden. Daneben ist Fit zu sein immer in, schließlich gilt Fitness in unserer Gesellschaft als Ausdruck von Gesundheit und Leistungsfähigkeit.

Innovationsschub durch Bluetooth 4.0

Mit dem neuem Funkstandard Bluetooth 4.0 Low Energy (LE) hat es gerade bei elektronischen Mini-Geräten im Bereich Gesundheit und Sport einen gewaltigen Innovationsschub gegeben. Denn die aktuelle Version der drahtlosen Funkverbindungen arbeitet so sparsam, dass sich jetzt auch kleinere Geräte stromsparend, dauerhaft miteinander verbinden lassen.

Mittlerweile setzen die meisten Anbieter von Fitness-Trackern auf den Bluetooth 4.0 Standard und haben sich von ihren eigenen, proprietären Funksystemen verabschiedet. Dadurch können auch Geräte und Sensoren verschiedener Hersteller miteinander kommunizieren. Zumindest theoretisch.

Funktionsweise

  Fitbit

Fitbit

Fitness-Tracker zeichnen rund um die Uhr jede Bewegung auf. Sie zählen die Schritte, ermitteln die zurückgelegte Entfernung und berechnen daraus den entsprechenden Kalorienverbrauch. Die Daten werden meist auf einem kleinen Display oder eine LED-Anzeige visualisiert und in Relation zu dem persönlichen Tagesziel gesetzt.

Dadurch soll der Träger zu mehr Bewegung motiviert werden. Einige Geräte protokollieren sogar die Schlafphasen und verfolgen damit einen ganzheitlichen Gesundheitsansatz.

Auswertmöglichkeiten

Screenshot_FitbitFitness-Tracker lassen sich drahtlos oder mit einem USB-Kabel mit dem PC oder mobilen Geräten verbinden. Entsprechende Apps oder Programme können dann auf die Daten zugreifen, werten diese aus und stellen die Informationen übersichtlich dar. Daneben können die Daten auch zur Archivierung und Auswertung auf entsprechende Internetseiten hochgeladen werden.

Insbesondere durch die Bluetooth-Verbindung zwischen Fitness-Tracker und Smartphone ergeben sich völlig neue Möglichkeiten zur Verarbeitung der gesammelten Daten. Denn das macht das manuelle überspielen der Daten auf den PC nach dem Training überflüssig und ermöglicht ein kontinuierliches und bequemes Tracking der eigenen Aktivitäten.

Neue Funktionen der aktuellen Gerätegeneration

Auf der CES 2014 haben viele Hersteller neue Geräte vorgestellt, die neben den bisherigen Standardfunktionen weitere Features integriert haben und mit innovativen Ideen aufwarten. Damit machen Fitness-Tracker langsam auch Smartwatches und Fitnessuhren Konkurrenz. Nachfolgend eine Auswahl an neuen Fitness-Trackern, die u.a. auch interessante Features für Outdoor-Aktivitäten bieten:

  Sony

Sony

Bei dem Core Fitness-Tracker von Sony handelt es sich nur um einen kleinen und leichten Chip ohne Display. Dieser ist wasserfest und kann flexibel in verschiedene Träger (Armband, Schuhe oder Kleidung) integriert werden. Per Bluetooth werden die Informationen an ein gekoppeltes Android-Smartphone gesendet. Dort protokolliert und visualisiert die dazugehörige App LifeLog neben den Fitness-Daten auch alle anderen Aktivitäten des Alltags und erstellt daraus eine Art Lebens-Journal.

  Fitbit

Fitbit

Fitbit hat in seinem neusten Fitness-Armband Force einen Höhenmesser integriert. Neben den üblichen Funktionen kann die wasserfeste Force auch den Schlaf des Trägers analysieren. Mit einem Softwareupdate wird Force demnächst auch in der Lage sein, eingehende iPhone-Anrufe auf dem OLED-Display anzuzeigen.

  Basis

Basis

Der Basis Health Tracker misst neben üblichen Aktivitätsdaten durch mehrere Sensoren im Gehäuseboden auch die Herzfrequenz, Hauttemperatur und Schweißproduktion. Das macht einen zusätzlichen Brustgurt überflüssig und die Daten der Körperfunktionen können in die Bewertung der Aktivitäten einfließen. Auch der Health Tracker ist wasserfest.

Das Netatmo June, ein modisches Armband für Frauen, ist nur mit einem UV-Sensor ausgestattet. Dieser misst die Sonnenintensität in Echtzeit und überträgt die Daten an eine dazugehörige App. Diese berechnet in Abhängigkeit vom Hauttyp, die maximal empfohlene tägliche Sonneneinstrahlung und hilft dabei diese zu überwachen.

  LG

LG

Das Lifeband Touch von LG hat ein OLED-Touchdisplay mit Touchdisplay und verfügt neben den üblichen Funktionen auch über einen Höhenmesser sowie einen Beschleunigungssensor. Über das LG Fitness App lässt sich das Lifeband sogar mit Online-Services wie RunKeeper, Withings und ähnlichen synchronisieren.

  Garmin

Garmin

Der Navigationsspezialist Garmin stattet sein neues vivofit Fitnessband mit einem farbigen Display aus, welches über die täglich zurückgelegten Schritte, die Distanz und den Kalorienverbrauch informiert. Trotz großem Display, soll die Batterie laut Garmin mehr als einem Jahr lang das Band mit Energie versorgen.

Bei Neuerdings und im Technikblog wurden einige der hier vorgestellten Tracker ausführlich vorgestellt.

GPS-Sportuhr und Fitness-Tracker verschmelzen

  Polar

Polar

Das finnische Unternehmen Polar hat mit der V800 eine Uhr vorgestellt, mit der GPS-Sportuhr und Fitness-Tracker verschmelzen. Diese dürfte insbesondere für Sportler und Outdoorer mehr als interessant sein. Denn die V800 ist die erste GPS-Multifunktionssportuhr, die nicht nur während des Trainings alle relevanten Daten aufzeichnet, sondern auch rund um die Uhr sämtliche Aktivitäten protokolliert.

Außerhalb des Trainings, fungiert die V800 dann automatisch als Fitness-Tracker, der Schritte sowie Ruhe- und Schlafzeiten erfasst. Laut Polar will man dadurch vor allem die Berechnung der Erholungsphase und die Fitness des Trägers genauer ermitteln.

Wie du auch als Outdoorer von den Funktionen profitieren kannst

  Fitbit

Fitbit

Fitness-Tracker der neuesten Generation zeichnen eigentlich alle Bewegungsdaten auf, die auch bei Outdoor-Aktivitäten von Interesse sind. Egal ob zurückgelegte Strecke, Höhenmeter, Kalorienverbrauch und natürlich die Zeit. Daneben könnten auch über interne oder externe Sensoren, weitere für Outdoorer relevante Daten erfasst werden.

Wenn dazu noch Herzfrequenz, Hauttemperatur und Schweißproduktion ausgewertet werden, stehen auch die wichtigsten Vitaldaten zur Verfügung. In Kombination mit einem Smartphone und entsprechenden Apps könnten dann alle gesammelten Daten sofort ausgewertet und visualisiert werden. Denkbar wäre auch, dass Apps daraus weitere Aktionen ableiten. Bei starker Schweißproduktion wird der Träger z.B. daran erinnert, den Flüssigkeitshaushalt wieder auszugleichen. Bei zu starker Sonnenintensität, seine Haut zu schützen usw. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt.

Daneben bringen die meisten Geräte schon die für Outdoor-Aktivitäten erforderliche Wasserfestigkeit mit und auch Gummi als Material ist bestens geeignet.

Mein Fazit

  Garmin

Garmin

Fitness-Tracker haben den Vorteil, dass sie schön klein sind, wenig Energie verbrauchen, einfach in der Handhabung sind und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis bieten. Sie können kontinuierlich alle relevanten Bewegungsdaten und sogar Körperfunktionen über interne oder externe Sensoren messen. Die Daten lassen sich zudem drahtlos und stromsparend per Bluetooth auf ein Smartphone übertragen. Dort können diese von entsprechenden Apps aufbereitet und weiter verarbeitet werden. Zudem lassen sich die Daten bequem auf entsprechende Internetseiten hochladen und sichern.

Nachteile? Auf den kleinen Displays lassen sich nicht viele Informationen darstellen und die Bewegungsdaten werden nicht ganz so genau aufgezeichnet.

Aber gerade die Verwendung eines Smartphones zur weiteren Verarbeitung der Daten birgt enormes Potential, da dies nahezu unbegrenzte Funktionalitäten ermöglicht. Daher sind Fitness-Tracker für mich mittlerweile eine Gerätekategorie mit reichlich Outdoor-Potential.

Ausblick

Leider gibt es noch keinen „Outdoor-Tracker“, der alle relevanten Funktionen für Outdoorer in einem kleinen Gerät mit minimaler Anzeige vereint. Auch wenn Polar mit der V800 dem Ziel schon sehr nah kommt, handelt es sich immer noch um eine „klassische“ Uhr. Aber gerade die Trennung zwischen Sensor (Fitness-Tracker) und Auswerteinheit (Smartphone) ist für mich ein sehr vielversprechender Ansatz. Denn das hält den Preis der Tracker niedrig und verlagert die Intelligenz auf das Smartphone.

Könntest du dir vorstellen, einen Fitness-Tracker auch bei Outdoor-Aktivitäten einzusetzen? Und welche Eigenschaften und Funktionen müsste ein „Outdoor-Tracker“ für dich dann unbedingt haben?

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Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Jens,
    ich glaube, dass der Nutzen dieser Fitness-Tracker für den Großteil der möglichen Nutzer überschätzt wird und die diese Dinger überhaupt nicht brauchen.
    Früher ging es doch auch, raus, laufen oder einfach nur spazieren gehen. Da hat man sich noch nicht soviel Gedanken gemacht. Warum auch?
    Beispiel Laufen: Als ich anfing zu laufen (lange her, unregelmäßig), lief ich nur so schnell, wie ich entspannt atmen konnte ohne zu hecheln. Langsam anfangen. Dann kam die erste Pulsuhr. Was für eine Herzfrequenz hatte ich dann beim Laufen? Ca. 120 Schläge pro Minute. Fazit: Eine Pulsuhr brauchte ich eigentlich nicht. Das ging ja auch so.
    Und ja, Du weisst, ich habe nun eine Suunto Ambit – und nutze die wenigstens Funktionen. Sie gilt es immer noch zu entdecken. Strecke, Höhenmeter und vielleicht Herzfrequenz, je nach Sportart, reichen mir – bis jetzt.
    Aber wer weiss das so genau…
    Aber würden Dich die ganzen Informationen nicht bekloppt machen? Die gilt es auch alle zu interpretieren! Ach nee…
    Viele Grüße, Bernd

    • Danke für deine Meinung, Bernd! Klar, geht es auch ohne. Und was braucht man schon?

      An dem Konzept von Fitness-Trackern gefällt mir, dass die Auswertung und die Aufbereitung der Daten das Smartphone übernimmt. Und das ganz automatisch per Bluetooth. Das nachträgliche an den PC anstöpseln und übertragen der Daten entfällt. Und das finde ich einfach super komfortabel und bequem. Wenn man möchte, schaut man sich die Informationen an. Wenn nicht, dann eben nicht. Aber ich brauch mich um nichts kümmern. Du weißt ja, dass ich nach einer Tour schon wenig Lust habe den Track zu bearbeiten und zu übertragen ;-)

      Und das Problem an Multifunktionsuhren ist ja oft, dass diese eine Vielzahl von Informationen bieten, die man unterwegs eh nicht alle braucht und auch kaum nutzt. Und oft vergisst man auch, wie was eingestellt wird, z.B. Kalibrierung des Höhenmesssers. (Wie das bei der Ambit ist, kann ich nicht beurteilen)

      Ich träume von einem Outdoor-Tracker, den man einfach benutzen kann. Ohne zig 1000 Funktionen, vielen Knöpfe und Einstellungen. Das macht der Charme für mich an dem Konzept „Fitness-Tracker“ aus. Auch wenn ich keine Erfahrung mit einem Aktivitätstracker habe. Aber die Trennung von Sensor und Auswerteinheit finde ich einfach genial.

    • Hallo Bernd,
      ich setze mich mit dem Thema seit einiger Zeit sehr stark auseinander und ich glaube, die Sinnhaftigkeit von Fitness Trackern muss man differenzierter betrachten.

      Für Leistungssportler bietet ein Tracker aus dem Entry-Segment keinen Mehrwert. Für einen Freizeitsportler gehen Funktionen wie Herzfrequenzmessung und Co. vielleicht etwas zu weit. Schon allein aus diesem Grund gibt es so viele Angebote am Markt, die meisten davon würde ich aktuell eh in ein Lifestyle-Segment einordnen. Das sieht man meist schon daran, dass „Funktion Form folgt“ und nicht anders herum.

      Für die Menschen, die den inneren Schweinehund schwer alleine überwinden können, kann ein Fitness Tracker sehr motivierend sein. Im Wettbewerb mit Freunden und Familie wird aus dem ehemals leidigen Laufen eine Art Spiel, und Spiele und Wettbewerbe treiben nun mal Menschen an.

      Darüber hinaus drängen Geräte an den Markt die mit Funktionen abseits des Fitness tolle Mehrwerte bieten. Da wird das Armband plötzlich zur Kommandozentrale des Smartphones, zeigt eingegangene Nachrichten an und kann sogar zum Telefonieren genutzt werden.

      Ich gehe davon aus, dass immer mehr Funktionen in die Armbänder verlagert wird. Das würde auch erlauben, dass die großen Smartphones in der Tasche bleiben bzw. beim Wandern gar nicht mehr mitgenommen werden müssen.

      Es ist und bleibt ein spannendes Thema…

      Viele Grüße
      Florian

  2. Hi Bernd

    Einen sehr interessanten Weg geht meiner Meinung nach Sony mit seiner SWR-Reihe.
    Dank einem verbauten Beschleunigungssensor kann der Tracker selbst bereits zwischen Gehen und Joggen unterscheiden. In Verbindung mit einem gekoppelten Smartphone kann es sogar weitere Bewegungsmöglichkeiten (beispielsweise Radfahren) feststellen.

    Komplett eigenständig, also mit integriertem GPS-Sensor, wird es so schnell vermutlich keinen Tracker geben, da dieser Sensor extrem am Akku zieht.

    In Deinem Fazit gehst Du ja auf den niedrigen Energieverbrauch ein. Das ist meiner Meinung nach noch etwas ein Manko. Das Xiaomi Mi Band bietet mit guten 30 Tagen einen ordentlichen Wert, aber eine Akkulaufzeit von 3 bis 5 Tagen, den übliche Fitnessarmbänder mit Display bieten, finde ich etwas dünn.

    Auf jeden Fall ist auch bei mir ein Fitnessarmband ein nettes Gadget, dass mich immer wieder gerne von der Couch hoch scheucht um meinem Tagesziel (10.000 Schritte) etwas näher zu kommen.

    Gruss
    Tobi

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