Praxistest: Rab Scimitar Softshell Jacket

Die britische Firma Rab hat sich mit der Herstellung hochwertiger Schlafsäcke und Funktionsbekleidung mittlerweile nicht nur bei Alpinisten einen ausgezeichneten Namen gemacht.

Die Firma wurde 1981 von Rab Carrington, einem der führenden Bergsteiger Großbritanniens, gegründet. Von Beginn an genoss Rab den Ruf, Bekleidung für die weltweit extremsten Wetterbedingungen zu produzieren sowie für seine Designs die besten Funktionsmaterialien auszuwählen. Und auch heute steht die Marke Rab in der Outdoorbranche für höchste Verarbeitungsqualität und funktionelle und innovative Produkte.

Zwar wurde die Scimitar Softshell Jacket für die harschen Anforderungen der schottischen Berge entwickelt, getestet habe ich sie aber trotzdem im Sauerland und im oberen Mittelrheintal.

Rab Scimitar Jacket

Die Scimitar Jacket ist eine Kombination zweier populärer Rab Jacken, den bei ihr wurden die besten Aspekte der Sawtooth und der Exodus Jacket verwendet. Herausgekommen ist eine Allround Mountain Softshell, welche ideal als äußere Schicht für den alpinen Einsatz im Sommer geeignet ist oder im Winter gut als Mittelschicht getragen werden kann.

Die technische Softshelljacke ohne Membran ist aus Rab´s eigens entwickelten Matrix DWS-Materialien, von denen zwei unterschiedlich starke Materialien zum Einsatz kommen: In den stärker beanspruchten Bereichen (Schulter, Ellbogen) 275 g/m2, und im Körperbereich 182 g/m2. Hierbei handelt es sich um eine Double-Weave-Konstruktion, die besonders dehnbar aber dennoch hoch wind- und wasserabweisend ist. Der Oberstoff ist außerdem mit einer wasserabweisenden Imprägnierung (DWR) versehen. Die Scimitar ist Medium geschnitten und hat verstellbare Bündchen, Saum und Kapuze. Sie hat zwei Schubtaschen, eine Brusttasche und eine Innentasche. Der Zweiwege-Frontreißverschluss ist mit einer Windschutzleiste hinterlegt.

Details

  • Material: Matrix DWS
  • Schnell trocknendes, leichtes Tricot-Fleecefutter
  • Zweiwege-Frontreißverschluss mit innenliegender Windschutzleiste
  • Zwei Schubtaschen
  • Eine Brusttasche
  • Alle Reißverschlüsse stammen von YKK®
  • Kapuze passt unter den Helm
  • Beidseitig verstellbarer Kordelzug am Saum
  • Verstellbare Bündchen mit Velcro®-Klettverschluss
  • Medium Cut
  • Gewicht: 586 g in der Größe L (nachgewogen)
  • Preis: € 159,95 (UVP)

Praxistest

Ich hatte die Scimitar Jacket bei einer Tagestour auf der Sauerland-Waldroute und bei einer mehrtägigen Wandertour auf dem Rheinsteig an. Von nass, kalten Nieselwetter im Sauerland und warmen Frühlingswetter am Rhein mit einem Regenschauer und anstrengenden Aufstiegen hatte ich ideale Bedingungen für einen Praxistest. Ich bedanke mich ganz herzlich bei Rab, die mir die Scimitar Jacket für diesen Test zur Verfügung gestellt haben.

Erster Eindruck

Man merkt der Scimitar sofort an, dass sie für die raue Bedingungen der schottischen Berge entwickelt wurde und das Know-how von erfahrenen Bergsteigern mit in die Entwicklung eingeflossen ist: Die Kapuze ist helmtauglich und hat einen stabilen, breiten Schirm, die Arme sind länger geschnitten, Schulter, Ellbogen und Hüftbereich sind extra verstärkt, die Taschen sind hoch angesetzt und der Zweige-Frontreißverschluss lassen auf den ersten Blick erkennen, dass hier Profis am Werk waren. Das dünnere Softshell-Material ist weich, geschmeidig und elastisch wo gegen das dickere Material robust und besonders abriebfest ist. Alle Nähte und Abschlüsse sind sauber verarbeitet und die Jacke macht einen hochwertigen Eindruck.

Schnitt und Passform

Die Scimitar ist etwas weiter geschnitten und es bleibt noch genügend Luft, um mühelos eine wärmere Schicht drunter zu tragen. Die Ärmel fallen länger aus und rutschen dadurch beim hoch greifen nicht runter. Und auch der Jackensaum bleibt bei Bewegung da wo er hingehört, da die Rückenpartie halb über das Gesäß reicht. Dank des nicht ganz so körpernahen Schnitts, dem elastischen Material und vorgeformte Ellbogen bietet die Softshell eine hervorragende Bewegungsfreiheit.

Bedienung

Die Kapuze lässt sich dank Volumenregulierung am Hinterkopf und zwei elastischen Kordelzüge passgenau an den Kopf anpassen. Dadurch sitzt die Kapuze optimal und bewegt sich schön mit dem Kopf mit. Und auch mit Helm trägt sie sich noch komfortabel. Die Kapuzenzüge werden innerhalb der Jacke vom Gesicht weg geführt und können einem so an windigen Tagen nicht ins Gesicht schlagen. Wenn man die Kapuze nicht braucht, lässt sich diese im Nacken einrollen und mit einem Verschluss fixieren.

Die YKK-Reißverschlüsse sind wasserabweisend, laufen leichtgängig und sind dank der griffigen und großen Anhänger gut zu fassen. Die Zipper fahren oben in Garagen ein. Der Frontreißverschluss lässt sich von zwei Seiten öffnen und ist mit einer Windschutzleiste hinterlegt. Die Ärmelbündchen lassen sich durch die weichen Velcro®-Klettverschlüsse leicht anpassen und der Saum ist beidseitig durch einen Kordelzug verstellbar.

Die zwei großen Taschen bietet viel Stauraum um alles Wichtige unterzubringen. Sie sitzen hoch und die Öffnungen werden nicht von dem Hüftgurt eines Rucksacks oder Klettergurts verdeckt. Dank Netzfutter können sie auch zur Belüftung genutzt werden. In der kleinen Napoleon Brusttasche lassen sich Kleinigkeiten griffbereit verstauen. So eine Brusttasche ist für mich übrigens zu einem der wichtigsten Ausstattungsmerkmale bei Jacken geworden: In dieser Tasche bringe ich gerne mein iPhone unter und habe es so unterwegs schnell zur Hand. Was zugegebener Maße recht häufig vor kommt.

Trage- und Klimakomfort

Die Scimitar trägt sich sehr geschmeidig und bietet hervorragenden Tragekomfort. Das leichte Tricot-Fleecefutter fühlt sich angenehm weich auf der Haut an und leitet Feuchtigkeit schnell weiter. Beim Hochgreifen spannt nichts und das elastische Material engt bei Bewegungen nicht ein. Dagegen verzeiht das robustere Material an Schulter, Ellbogen und Hüftbereich auch mal einen Felskontakt und verringert den Materialverschleiß beim Tragen eines Trekkingrucksacks.

Das Jackenklima bleibt lange angenehm, erst bei den anstrengenden Aufstiegen im Sauerland und dem Rheinsteig habe ich Pitzips vermisst. Aber so blieb mir nichts anderes übrig, als die Jackentaschen und die Ärmelbündchen zur Belüftung zu nutzen. Nicht optimal, aber besser als gar keine Frischluftzufuhr.

Wind- und Wetterschutz

Das Material bieten einen guten Kompromiss aus Windschutz und Atmungsaktivität: Es ist nicht ganz winddicht, lässt dafür aber überschüssige Wärme gut nach außen entweichen. Das leichte Tricot-Fleecefutter bewahrt auch an kühleren Tagen im Frühjahr oder Sommer das Wohlbefinden.

Der Nässeschutz ist durch die gute Imprägnierung des Oberstoffes ausgezeichnet. Regentropfen perlen gut ab und die wasserabweisende Ausrüstung hält auch bei Nieselregen oder einem kurzen Sommerschauer eine Weile lang trocken. Der Kragen reicht bis zur Nase und liegt eng an. Zusammen mit dem großen, steifen Schirm der Kapuze ist das Gesicht optimal vor Wind und Regen geschützt. So gut behütet kann die Hardshell auch mal etwas länger im Rucksack bleiben, als gewohnt.

Mein Fazit

Die Scimitar Jacket von Rab ist eine hochfunktionelle, technische Softshell mit vielen durchdachten Details. Man merkt ihr an, dass sie für widriges Wetter und extremste Bedingungen entwickelt wurde: Sie ist robust, strapazierfähig und bietet einen überzeugenden Wetterschutz. Daneben hat mich die Scimitar Jacket durch viel Bewegungsfreiheit, guter Bedienbarkeit und hervorragenden Trage- und Klimakomfort überzeugt. Und auch die Verarbeitungsqualität und der Preis stimmen.

Die Rab Scimitar Jacket ist bei ausgesuchten Fachhändlern erhältlich. Ein Händlerverzeichnis findet ihr auf der Internetseite von Rab.

Anmerkung: Die Jacke wurde mir freundlicherweise von RAB für diesen Test zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Meine Meinung ist jedoch wie immer nicht beeinflussbar.

Weitere Testberichte zur Scimitar Jacket

ausgeruestet.com | Rab Scimitar Softshell

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Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Schöner Bericht, danke dafür. Als Jackenfetischist lese ich solche Berichte immer gerne. Und auf manche Jacken wird man auch nur über solche Posts aufmerksam.

    In einem Punkt muss ich widersprechen.

    Also ich habe die Bedingungen im Sauerland meistens auch als harsch kennengelernt. ;-)

  2. Pingback: Praxistest: Rab Vapour-rise Lite Alpine Jacket | Hiking Blog

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