Praxistest: RAB Ascent 500 Daunenschlafsack

Ich muss zugeben: Wenn es um das Schlafen geht, bin ich ein echter Frostkötel, wie man bei uns im Ruhrgebiet so schön sagt. Auch beim Zelten, hasse ich nichts mehr, als Nachts im Schlafsack zu frieren. Deshalb brauche ich einen warmen Schlafsack mit ausreichend Wärmereserven.

Ob mit dem RAB Ascent 500 Daunenschlafsack frierende Nächte der Vergangenheit angehören und ob mich der Schlafsack in der Praxis überzeugen kann, habe ich die letzten Monate beim Zelten getestet.

RAB Ascent 500 Daunenschlafsack

Der Ascent 500 von der britischen Outdoormarke RAB ist ein mittelschwerer 3-Jahreszeitenschlafsack mit Daunenfüllung. Er hat eine Mumienform und wurde für den normalen Outdoor-Einsatz entwickelt. Laut RAB ist er für alle gedacht, die ihren ersten Daunenschlafsack kaufen.

Das Außen- und Innenmaterial ist aus strapazierfähigen, bluesign zertifizierten Pertex Microlight. Die Füllung besteht aus europäischer PFC-freier Nikwax Hydrophobic Down Entendaune mit 650 cuin Bauschkraft und einem Mischungsverhältnis von Daunen zu Federn im Verhältnis 80/20. Die Entendaune wird ethisch korrekt gewonnen, ist EDFA-zertifiziert und wird in Derbyshire (UK) von Hand gefüllt.

Der Ascent 500 ist ausgestattet mit einem Zweiwege-Reißverschluss, einer Reißverschluss-Innentasche, einer Kapuze mit Kordelzug sowie einem Wärmekragen.

Die einzelnen Kammern sind trapezförmig angeordnet und am Fußende befindet sich eine Fußbox. Der Ascent 500 wird zusammen mit einem Kompressions- und Baumwollaufbewahrungssack geliefert.

Details

  • Konstruktion: Mumienschlafsack
  • Außen- und Innenmaterial: Pertex Microlight 30D (100% Polyamid)
  • Füllung: 500 Gramm Nikwax Hydrophobic Down Entendaune
  • Bauschkraft: 650 cuin Bauschkraft
  • Mischungsverhältnis: 80/20
  • Temperatur Komfort: 1 °C
  • Temperatur Limit: -4,5 °C
  • Temperatur Extrem: -22 °C
  • Körpergröße max.: ca.: 200 cm
  • Gewicht: 1060 g
  • Preis: 269,95 Euro (UVP)

Praxistest

Ich habe den Ascent 500 seit dem Frühjahr im Test und habe seit dem in ihm einige Male beim Zelten geschlafen. Dabei herrschten Nachts Temperaturen von 0°C – 12°C.  Als Unterlage kam die Vaude Norrsken Isomatte zum Einsatz, die durch die Primaloft Infinity Füllung zuverlässig vor Bodenkälte isoliert.

Material und Verarbeitung

Das leichte Pertex Microlight Material auf der Außen- und Innenseite fühlt sich angenehm seidig auf der Haut an und ist zudem wasserabweisend sowie winddicht. Durch die wasserabweisende Ausrüstung sind die Nässe empfindlichen Daunen gut vor Feuchtigkeit von Außen und Innen geschützt. Das Pertex-Material ist bis zum Testende daunendicht geblieben, weder Federkiele noch Daunen sind nach draußen gelangt.

Gefüllt ist der Ascent 500 mit europäischer Entendaune mit einem Mischungsverhälnis von 80% Daunen zu 20% Federn sowie einer Bauschkraft von 650 cuin. Damit bietet er in der Preisklasse ein gutes Wärme-Gewichts-Verhältnis. Die Daunen wurden PFC-frei imprägniert und nehmen durch diese Behandlung mindestens 15 weniger Wasser auf, als herkömmliche Daune.

Der Ascent 500 hat zudem eine hohe Verarbeitungsqualität, alle Nähte und Einfassungen sind fehlerfrei vernäht. Die von RAB verwendete trapezförmige Kammerkonstruktion sorgt für Stabilität und verhindert, dass die Daunen-Füllung auch beim hin und her bewegen während des schlafens nicht verrutscht. Dadurch enstehen keine dünner isolierten Stellen und Kältebrücken – eine Schwachstelle in der Wärmeisolation – werden reduziert.

Handhabung

Der Reißverschluss von YKK lässt sich von zwei Seiten öffnen und läuft leichtgängig ohne zu verhaken. Ein Einklemmen des Materials in den Reißverschluss verhindert RAB mit einem breiten, steifen Stofftape. Und das ist echt ein enorm wichtiges Feature. Gibt es doch kaum etwas, was mehr nervt, als ein Schlafsack-Reißverschluss der sich nachts verhakt und sich nicht mehr zuziehen lässt.

Die Schnürzüge des Ascent 500 zum zuziehen der Kapuze und des Wärmekragen lassen sich ebenfalls leicht bedienen. Der Zug wird gleichmäßig auf das jeweilige Band verteilt und zieht die Kapuze oder den Wärmekragen enger. In der Reißverschluss-Innentasche lassen sich Kleinigkeiten sicher verstauen.

Die Füllung aus Nikwax Hydrophobic Down hat in der Praxis den entscheidenden Vorteil, dass die Daunen bei nassem Wetter oder beim schwitzen in der Nacht nicht so schnell feucht werden und ihre Bauschkraft und isolierenden Eigenschaften länger beibehalten. Und auch die Trockenzeit wird durch die geringere Feuchtigkeitsaufnahme deutlich verkürzt.

Passform

Trotz Mumienform engt mich der Ascent 500 beim schlafen nicht zu sehr ein. Ich mag es auch nicht, wenn ich eingezwängt wie ein Ölsardine schlafen muss. Ich benötige immer etwas Platz, um mich auch noch bewegen zu können. Gerade im Rumpfbereich bietet der Ascent 500 mir jedoch ausreichend Freiraum. Und auch der vorgeformte Fußbereich lässt meinen Füßen genügend Bewegungsspielraum.

Die Kapuze und der Wärmekragen des Ascent 500 lassen sich wie schon oben erwähnt mit Kordelzügen zuziehen, liegen danach eng an und verrutschen auch beim umdrehen nicht. Dadurch wird auch verhindern, dass die wertvolle Wärme bei Bewegung aus dem Schlafsack entweicht.

Schlafkomfort

In dem Ascent 500 habe ich auch in den kalten Nächten kuschelig warm geschlafen und mich extrem wohl gefühlt. Das Pertex Microlight fühlt sich seidig auf der Haut an und ist angenehm atmungsaktiv. Der komfortabler Wärmekragen schmiegt sich gut an und verhindert das Wärme entweicht.

Die Daunenfüllung bietet eine gute Wärmeisolation und hielt mich auch bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt schön warm, ohne das ich frieren musste. Der von RAB angegebene Komfortbereich von 1° Grad passt für mich schon sehr gut. Die eng anliegende, dicke Abdeckleiste auf der Innenseite des Reißverschlusses verhindert zudem, dass es von außen kalt in den Schlafsack zieht.

Ein dünner Windschutz von außen fehlt leider und würde die Schwachstelle Reißverschluss noch weiter entschärfen. Wurde es jedoch einmal zu warm in dem Schlafsack, konnte ich durch das Öffnen des Zwei-Wege-Reißverschlusses am Fußende die Temperatur optimal regulieren

Zubehör

Rab liefert den Ascent 500 mit einem Kompressionspacksack für unterwegs und einer Baumwolltasche zur Aufbewahrung Zuhause aus. Der Packsack ist ausreichend dimensioniert, damit man den Schlafsack leicht hinein bekommt. Einmal verpackt hat der Ascent 500 ein kleines Packmaß und lässt sich gut transportieren. Die Baumwolltasche ist für die Lagerung gedacht, denn Daune darf auf keinen Fall für einen längeren Zeitraum komprimiert werden, da sie ansonsten ihre Bauschkraft verliert.

Mein Fazit

Der Rab Ascent 500 ist ein hochwertig verarbeiteter Daunenschlafsack mit einem guten Wärme-Gewichts-Verhältnis. Die Wärmeleistung sorgt auch in kalten Frühjahrs- und Herbstnächten für einen angenehm warmen Schlafkomfort. Die eng anliegende Kapuze, der Wärmekragen und die dicke Abdeckleiste auf der Innenseite des Reißverschlusses sorgen dabei für eine perfekte Wärmeisolierung.

Die Ausstattung ist funktional und durchdacht. Durch die wasserabweisende Daune wird die Performance gerade bei feuchten Wetter und das Handling des Daunenschlafsacks enorm verbessert.

Insgesamt ist der RAB Ascent 500 für mich ein idealer Einstiegs-Daunenschlafsack ohne größere Schwächen mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis.

Den RAB Ascent 500 bekommst du im gut sortierten Outdoor-Fachhandel oder bei diversen Online-Shops.

Falls du dir unsicher bist, was für ein Daunenschlafsack der Richtige für dich ist, dann hilft dir vielleicht die Kaufberatung für einen Daunenschlafsack von den Bergfreunden weiter.

Weitere Testberichte

Anmerkung: Der RAB Ascent 500 Schlafsack wurde mir freundlicherweise von RAB kostenlos für den Test zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Bei diesen Online-Shops, kannst Du den RAB Ascent 500 Schlafsack zum Beispiel kaufen:

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Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

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