Praxistest: Lowe Alpine Alpine Attack ND 35:45 Rucksack

Lowe Alpine wurde im Jahre 1967 in Colorado von den beiden US-amerikanischen Kletterern Greg und Jeff Lowe gegründet. In einem kleinen Schuppen stellten die beiden ihre eigenen Rucksäcke her, die mit dem ersten verstellbaren Rückensystem ausgestattet waren und dadurch für Aufmerksamkeit sorgten.

Seitdem genießt Lowe Alpine einen sehr guten Ruf als Hersteller von innovativen Rucksäcken. Obwohl Lowe Alpine kontinuierlich größer wurde und mittlerweile zu einem internationales Unternehmen geworden ist, steht immer noch die Vision und Begeisterung von Greg und Jeff Lowe im Vordergrund der Entwicklungen. Ob dies auch für den Alpine Attack ND 35:45 Rucksack gilt?

Lowe Alpine Alpine Attack ND 35:45

Der Alpine Attack erfüllt jede Erwartung, die ein moderner Alpinist bzw. Alpinistin an seinen Rucksack stellt. Denn das Kürzel „ND“ steht für die Damenversion, die speziell auf die weibliche Anatomie abgestimmt wurde. Er ist leicht und robust, mit minimalistischem Design und bietet dennoch alle Funktionen, wie die patentierte Headlocker™ Eisgerätefixierung, Skitragevorrichtung, WebCatcher™ Materialhalterung, sowie das ausgeklügelte AdaptiveFit™ Tragegurtsystem für eine optimale Gewichtsverteilung.

Details

  • Material: TriShield Grid (neues Material für Frühling 2013)
  • Höhenverstellbare Deckeltasche (35:45 Liter Volumen)
  • Komfortabler Kontaktrücken
  • LoadLocker: Schnalle mit leichter, zuverlässigen Handhabung
  • Winterschnallen
  • Isomattenhalterung
  • Seil- & Steigeisenbefestigung unter der Deckeltasche
  • Web Catcher™: Vielseitiges System zur sicheren Befestigung von Skiern,
    Eisklettergeräten und Stöcken
  • Seitentaschen
  • Rahmen, Deckeltasche, Kompressionsriemen entfernbar
  • Verstaubarer Gurt
  • Gewicht: 1,11 kg (min. 0,81 kg) (Damenversion)
  • Rückenlänge: 41 cm (Damenversion)
  • Preis: € 159,95 (UVP)

Praxistest

Wir hatten den Alpine Attack ND 35:45 mit im Wanderurlaub im Berchtesgadener Land und meine Frau hat ihn bei verschiedenen Touren getragen. Die extra für Frauen entwickelte Version unterscheidet sich durch eine kürze Rückenlänge und ein noch geringeres Gewicht. Außerdem gibt es die Damenversion neben der Farbe Schwarz auch noch in einer frauentypischen Farbversion, die sich „Boysenberry“ nennt.

Verarbeitung und Material

Der Alpine Attack ist sehr hochwertig verarbeitet und durch das kräftige TriShield Grid Material sehr robust und strapazierfähig. Und auch alle Bänder und Befestigungen sind sehr handfest ausgeführt. Trotzdem bringt er mit 1,11 kg nicht zu viel Gewicht auf die Waage, was gerade für alpine Einsatzgebiete entscheidend ist. Denn welche Frau möchte schon bei anstrengenden Aufstiegen oder beim Klettern mehr Gewicht als nötig tragen? Rahmen, Deckeltasche und Kompressionsriemen lassen sich zur Reduzierung des Gesamtgewichts auch noch entfernen und auf leichte 0,81 kg trimmen.

Ausstattung

Die Deckeltasche des Alpine Attack lässt sich in der Höhe verstellen und so wird aus den 35 Liter Volumen bei Bedarf schnell üppige 45 Liter, in der Frau alles notwendige locker unterbringen kann. Im Deckelfach lassen sich alle Sachen, an die man unterwegs schnell dran muss, verstauen. In dem Fach ist ein Karabiner an dem zum Beispiel einen Schlüssel sicher befestigt werden kann. Auf der Deckelunterseite sind die wichtigsten Hinweise für Notfälle aufgedruckt, die Frau hoffentlich nie braucht. Außerdem gibt es auf der Unterseite ein Reißverschlussfach, in dem man Kleinigkeiten und wichtige Sachen sicher verstauen kann. Im Inneren gibt es leider nur ein großes Hauptfach, welches nicht weiter unterteilt ist. Bei vollgepackten Rucksack wird da ähnlich wie bei einer Handtasche der Innenraum zum Bermudadreieck. Es gibt jedoch ein extra Fach für ein Trinksystem mit entsprechenden Öffnungen, durch die man den Trinkschlauch nach außen führen kann. Eine integrierte Regenhülle oder Hüftgurttaschen gehören leider nicht zum Ausstattungsumfang.

Außen gibt es diverse Halterungen für Pickel, Seil, Ski oder Stöcke, die sich durch die Web Catcher leicht befestigen lassen. Durch die patentierte Headlocker-Halterung lassen sich zudem Eispickel sicher fixieren, was wir aber aufgrund fehlender Eispickel nicht testen konnten. Aber die Beschreibung ist einleuchtend und das System macht einen durchdachten Eindruck. In den robusten Seitentaschen lassen sich auch spitze Stockenden oder andere scharfkantige Ausrüstung sicher verstauen. Als Flaschenhalter dagegen sind die Seitentaschen jedoch nicht so geeignet, da sie nicht sehr tief sind. Da der Rucksack jedoch ein Trinksystem aufnehmen kann, ist das durchaus zu verschmerzen.

Durch die vielen Befestigungsschlaufen lassen sich diverse Gegenstände außen an dem Rucksack befestigen. Mit den Kompressionsriemen kann man die Beladung stabilisieren und nah am Rücken fixieren, wenn der Rucksack mal nicht so voll gepackt ist. Dadurch sitzt der Rucksack immer eng am Rücken und meine Frau konnte auch bei schwierigen Abschnitten gut die Kontrolle behalten.

Bedienung

Der Rucksack lässt sich sehr leicht bedienen. Die Reißverschlüsse laufen leichtgängig und die Schnallen lassen sich gut öffnen und schließen. Vor allem der so genannte LoadLocker (eine flache Metallschnalle) zum Schließen des Deckels ist sehr innovativ, da er sich auch mit Handschuhen zuverlässig handhaben lässt und nicht versehentlich aufgehen kann. Alles Bänder und Zipperanhänger sind schön griffig und lassen sich auch gut mit Handschuhen packen. Der Rahmen des Rückensystems kann mit wenigen Handgriffen entfernt werden und dem jeweiligen Rücken angepasst werden.

Tragekomfort

Durch die vorgeformte, glatte Rückenplatte sitzt der Alpine Attack bei meiner Frau gut und direkt auf dem Rücken. Dadurch ist der Schwerpunkt nah am Rücken und der Alpine Attack trägt sich sehr stabil. Das Rückensystem hat außerdem den Vorteil, dass sich Schnee darauf nicht halten kann. Der Nachteil ist, dass bei wärmeren Temperaturen oder bei Anstrengung die Belüftung nicht optimal ist und der Rücken schnell feucht wird. Da helfen auch die Belüftungskanäle nicht wirklich.

Durch den steifen Rahmen des Rückensystems, wird die Last gut von den Schultergurten auf die Hüften übertragen. Die Gurte lassen sich leicht verstellen und auf die persönlichen Tragebedürfnisse anpassen. Der Hüftgurt überträgt die Last gut auf das Becken. Wenn der Hüftgurt mal stören sollte, z. B. wenn man einen Klettergurt trägt, lässt er sich ganz einfach in die zwei Seitentaschen einschieben. Vermisst haben wir bei dem Hüftgurt Fixierungen für die Enden der Bänder. Ist einfach unschön und störend, wenn die Gurtenden der Bänder beim Laufen rum baumeln.

Die adaptiveFit-Schultergurte sorgen für einen sicheren Sitz und durch die Lastkontrolle lässt sich der Sitz verbessern und bei Bedarf die Schultern entlasten. Ist alles richtig eingestellt, sitzt der Alpine Attack bei meiner Frau wie angegossen, ist gut zu kontrollieren, engt bei Bewegungen nicht ein und gewährt viel Bewegungsfreiheit.

Mein Fazit

Der Alpine Attack ND 35:45 von Lowe Alpine ist ein sehr leichter, robuster und funktioneller Rucksack der konsequent für anspruchsvolle Alpintouren konzipiert und speziell auf die weibliche Anatomie abgestimmt wurde. Er sitzt sehr sicher, trägt sich bequem und bietet eine optimale Lastkontrolle. Die Ausstattung und Bedienung ist vor allem auf alpine Einsätze ausgelegt und die vielen cleveren Befestigungslösungen sehr durchdacht und innovativ. Damit bleibt Lowe Alpine® auch bei dem Alpine Attack ND 35:45 dem hohen Anspruch ihrer beiden Gründer treu.

Frauen, die einen Einkammerrucksack für alpine Einsätze suchen und auf ein Belüftungssystem verzichten können, für die ist der Alpine Attack sicherlich eine sehr gute Wahl.

Anmerkung: Der Rucksack wurde uns  freundlicherweise von Lowe Alpine für diesen Test zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung ist jedoch wie immer nicht beeinflussbar.

Bei diesen Online-Shops, kannst Du den Alpine Attack ND 35:45 zum Beispiel kaufen:

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Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

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