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Praxistest: Black Diamond Alpine Carbon Cork Trekkingstöcke

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Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich benutze eher selten Trekkingstöcke, da ich beim Wandern lieber beide Hände frei habe. Auch wenn mir die Vorteile durchaus bewusst sind. Es gibt aber Gelegenheiten, da kann auch ich mich dem Nutzen von Trekkingstöcken nicht verwehren: Bei Alpinen Bergtouren zum Beispiel, bei (längeren) Touren mit schweren Gepäck oder bei Wintertouren durch den Schnee. Dabei möchte ich auf die hilfreichen Begleiter nicht verzichten und opfere dafür gerne meine Handfreiheit und nehme z.B. die Alpine Carbon Cork von Black Diamond in die Hände, die mir die Bergfreunde freundlicherweise zum Testen zur Verfügung gestellt haben.

Vor- und Nachteile von Trekkingstöcken

Trekkingstöcke unterstützen die Beinmuskulatur und entlasten die Gelenke, insbesondere wenn es längere Zeit bergauf oder bergab geht. Und auch im schwierigen Gelände und beim queren von fließenden Gewässern helfen sie, das Gleichgewicht zu halten. Trekkingstöcke sorgen ferner für eine gleichmäßigere Belastung von Armen und Beinen, was sich gerade beim Aufstieg positiv bemerkbar macht und können auch in der Ebene für mehr Vortrieb sorgen. Der gleichmäßige Stockeinsatz wirkt sich außerdem positiv auf die Haltung und dadurch auch auf die Atmung aus.

Jedoch kann durch das ständige Benutzen von Trekkingstöcken die Trittsicherheit nachlassen und das Gleichgewichtsgefühl geschwächt werden. Zum Festhalten oder Klettern hat man außerdem die Hände nicht frei und die Stöcke stellen eine zusätzliche Verletzungsgefahr dar, z. B. bei Stürzen oder wenn sich die Stöcke unerwartet zusammenschieben.

Wer sich mehr über Vor- und Nachteile von Trekkingstöcken informieren möchte, dem kann ich den Artikel „Gehen mit Trekkingstöcken: Sinnvoll, überflüssig oder gar schädlich?“ auf Outdoor Professionell empfehlen. Worauf man beim Kauf von Trekkingstöcken achten sollte, hat Michael von Walking Away zusammengestellt. Michael hatte übrigens die Black Diamond Alpine Carbon Cork Trekkingstöcke auch schon mal im Test.

Black Diamond Alpine Carbon Cork

Der Alpine Carbon Cork ist der High-End-Trekkingstock von Black Diamond und stammt aus der Mountain-Serie. Zu seinen Merkmalen gehören Segmente aus 100% Kohlenstofffaser und bequeme Griffe aus natürlichem Kork. Die beiden FlickLock®-Einstellungssysteme ermöglichen eine benutzerdefinierte Anpassung unterwegs. Bei unterschiedlichen Geländebeschaffenheiten können seine Karbidspitzen einfach gegen separat erhältliche Gummispitzen ausgetauscht werden.

Details

  • Serie: Mountain
  • Material: 100 % Kohlenstofffaser
  • Konstruktion: 3-Segmente Trekkingstock
  • Einsatzbereich: Wandern, Trekking, Schneeschuh- und Skitouren;
  • 4-Jahreszeiten taugliches Material
  • Nutzbare Länge: 62,5 – 130 cm
  • Länge zusammen geschoben: 62,5 cm
  • Klemmsystem: Zwei FlickLock®-Einstellungssysteme pro Stock
  • Handschlaufe: Gepolsterte Schlaufe aus Nubuckleder
  • Teller: Kleine Trekking- und Schneeteller
  • Spitze: Austauschbare Tech Tips aus Karbid
  • Gewicht pro Paar: 492 g (Paar)
  • Preis: 129 Euro (UVP)

Praxistest

Ich habe die Black Diamond Alpine Carbon Cork Trekkingstöcke während meines Urlaubs im Berchtesgadener Land bei mehreren Berg- und Wandertouren getestet und hatte sie auch bei einer Winterwanderung im Schnee durch den Naturpark Hohes Venn dabei.

Erster Eindruck

Der ungefederte Black Diamond Alpine Carbon Cork ist mit seinen 492 Gramm für beide Stöcke wahrlich kein Leichtgewicht. Das alpine Einsatzgebiet und die variable Länge fordern halt ihren Tribut. Dafür hinterlassen die Stöcke jedoch einen sehr stabilen und hochwertigen Eindruck. Zusammen geschoben haben die Stöcke ein kurzes Packmaß und man kann sie gut am Rucksack transportieren. Durch die FlickLock® Verschlüsse lassen sich die drei Segmente schnell stufenlos in einer Länge von 62,5 – 130 cm verstellen und die Stöcke so individuell auf die eigene Körpergröße und Bedürfnisse anpassen.

Dank der austauschbaren Karbid-Stockspitzen kann man die Stöcke auf eine Vielzahl verschiedener Gelände und Gegebenheiten abstimmen. Egal ob harter Fels, weicher Waldboden oder Schnee. Zum wechseln der Stockspitzen benötigt man jedoch Werkzeug und leider gehören Gummispitzen auch nicht zum Lieferumfang, was ich bei einem Preis von 129 Euro schon erwarten würde. Dafür spendiert Black Diamond neben den kleineren Trekking-Tellern auch Schneeteller zum wechseln. Diese lassen sich schnell und ohne Werkzeug austauschen und man kann die Stöcke auch im Schnee benutzen.

Die Griffe und Schlaufen

Die Alpine Carbon Cork Trekkingstöcke gibt es in einer rechten und linken Griffversion, die an den Handschlaufen mit einem „R“ bzw. „L“ markiert sind. Dadurch liegen die anatomisch geformten Griffe aus natürlichen Kork optimal in der jeweiligen Hand. Die Schlaufen sind aus Nubukleder und stufenlos in der Länge einstellbar. Sie sind rundum gepolstert, schneiden nicht ein und sitzen komfortabel. Die recht großen Korkgriffe liegen bei mir gut und griffig in der Hand und helfen den Stock sicher im Gelände zu setzen.

Das Naturmaterial Kork hat eine angenehme Haptik, ist jedoch nicht ganz so rutschfest. Dafür gibt es jedoch weniger Schweißbildung und der Kork fühlt sich auch bei kälteren Temperaturen angenehm an. Unter dem Korkgriff befinden sich rutschfeste Griffverlängerungen aus Schaumstoff, die gerade im alpinen Gelände sehr praktisch sind. Wenn man in den Bergen einen Hang quert, kann man so schnell auf der Bergseite den Stock tiefer umfassen und dadurch den Stock verkürzen ohne die Länge verändern zu müssen. Und auch bei steilen Abschnitten, kann man die Stöcke einfach kürzer fassen und trotzdem benutzen.

Das FlickLock® Außenklemmsystem

Bei dem von Black Daimond patentierten FlickLock® System werden durch einen Hebelmechanismus die Rohre von außen geklemmt. Dieses so genannte Außenklemmsystem hat den Vorteil, dass die Haltekraft sehr hoch ist und selbst bei hoher Druckbelastung sich die Stöcke nicht ungewollt zusammen schieben. Die Spannkraft lässt sich jedoch nur mit einem Schraubendreher einstellen, was bisher aber noch nicht nötig war. Zum Öffnen und Schließen der FlickLock® Verschlüsse ist ein wenig Kraft nötig, gelingt aber ohne abrutschen. Das Verstellen der Länge ist dagegen sehr einfach.

Das System kann auch mit Handschuhen leicht bedient werden und funktionierte auch bei Nässe und tiefen Temperaturen im Hohen Venn zuverlässig. Man muss jedoch aufpassen, dass man die Handschuhe nicht mit fest klemmt. Insgesamt ist das FlickLock® System sehr kompakt, stabil und gefällt mir von der Handhabung wesentlich besser, als ein Drehverschluss. Durch die aufgedruckten Längenangaben kann man sich außerdem die Längeneinstellung gut merken und die Stöcke gleich lang einstellen.

Stabilität und Handling im Gelände

Selbst im schwierigen, felsigen Gelände waren die Stöcke absolut stabil. Beim Aufsetzen habe ich nur kurz, geringe Vibrationen feststellen können. Denn im Gegensatz zu Aluminium absorbiert Carbon Schwingungen, was ich persönlich extrem angenehm finde und eine Federung daher auch nicht vermisse. Bei den tiefen Temperaturen im Hohen Venn hatte ich jedoch das Gefühl, dass mehr Vibrationen auftraten.

Zwar bietet Carbon auch eine hohe Steifigkeit und verbiegt sich dadurch im Gegensatz zu Aluminium nicht, dafür bricht es dann aber bei starker Überbelastung auch sofort. Was ich aber natürlich nicht ausprobieren wollte. Aber auch mit zusätzlichen 15 kg Lebendgewicht auf dem Rücken und beim Überschwingen über die zahlreichen Bäche im Hohen Venn haben die Stöcke der hohen Druckbelastung stand gehalten und sich nicht selbstständig zusammen geschoben. Auch ein verkeilen zwischen Steinen und den Brettern der Stege im Hohen Venn, hat mir das Material zum Glück nicht übel genommen.

Das Aufsetzen ist aufgrund der gut in der Hand liegenden Griffe und der geringen Vibrationen sehr präzise und genau. So haben mich die Stöcke auf Eis und Schnee und den glatten, schmalen Holzstegen im Hohen Venn das ein oder andere Mal vor einem Sturz bewahrt. Besonders praktisch fand ich unterwegs die Griffverlängerungen, die den einzelnen Stock sehr universell einsetzbar macht, ohne dass man ihn sofort kürzer stellen muss.

Die kleinen Trekking-Teller verhindern ein tiefes einrutschen in weichen Boden und zwischen kleinen Felsspalten. Die Schneeteller sind dagegen ideal für Wintertouren im Schnee. Die Spitzen aus Karbid sind sehr robust und haben sich bisher kaum abgenutzt. Dafür „klackern“ sie aber beim aufsetzen auf hartem Untergrund deutlich.

Mein Fazit

Der Alpine Carbon Cork Trekkingstock von Black Diamond ist kein Leichtgewicht, dafür aber wie geschaffen für alpine Einsätze und dort richtig in seinem Element. Die Stöcke liegen komfortable in der Hand, sind extrem stabil und bieten ein perfektes Handling. Das FlickLock®-Verstellsystem ist mit ein wenig Kraftaufwand einfach und schnell zu bedienen und funktioniert absolut zuverlässig. Die langen Flex-Spitzen mit extra kleinen Trekkingtellern sind ideal für den Einsatz im Gelände und mit den größeren Schneetellern fühlt sich der Alpine Carbon Cork auch im Schnee richtig wohl.

Die Black Diamond Alpine Carbon Cork Trekkingstöcke sind bei meinem Partnershop www.bergfreunde.de oder im ausgewählten Fachhandel erhältlich.

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Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und den Herausforderungen der Natur zu stellen, ist für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Testbericht: Alpine Carbon Cork – Skistöcke von Black Diamond « ulligunde

  2. Hallo Jens,

    ich bin schon seit längerer Zeit leidenschaftlicher Outdoorfan und Bergsteiger (wohne an den Alpen) und hab auch in letzter Zeit des öfteren Wanderstöcke verwendet und ich persönlich muss sagen, dass ich daran Gefallen gefunden habe. Ich fühle mich einfach sicherer wenn ich etwas in der Hand habe. Da mich das Thema in letzter Zeit immer mehr interessiert und ich mich dort weiterbilden will, war dein Artikel weiterbildend zu lesen für mich.

    Danke dafür und viel Erfolg bei weitern Touren,

    Niklas

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