Und was hast Du gegen den Klimawandel getan?

Ich habe Angst vor dieser Frage. Weil ich weiß, dass meine Kinder sie mir vielleicht irgendwann stellen werden und wir dann versagt haben. Und dann weiß ich nicht, ob sie mit meiner Antwort zufrieden sein werden.

Habe ich ihrer Meinung nach genug gegen die Erderwärmung getan? Hätte ich mehr tun müssen? Bin ich für sie mitschuldig an den katastrophalen Folgen der globalen Erwärmung und das sie jetzt damit leben müssen?

Der Klimawandel und die Folgen

Der Klimawandel ist die größte Herausforderung, der sich die Menschheit aktuell stellen muss. Mittlerweile ist es wissenschaftlich erwiesen, dass wir Menschen die Erderwärmung beschleunigen. Doch trotz aller Warnungen bläst die Menschheit immer mehr Treibhausgase in die Luft.

Sollte sich daran nichts ändern, könnten die Temperaturen um drei oder vier Grad ansteigen, warnt der Weltklimarat. Und dies hätte katastrophale Folgen: Gletscher schmelzen, der Meeresspiegel steigt an, Küstengebiete werden überschwemmt, extreme Wetterereignisse häufen sich und Wüsten breiten sich aus.

Die ersten Auswirkungen der Erderwärmung machen sich schon bemerkbar: Die letzten vier Jahre waren nach Angaben der Weltwetterorganisation (WMO) die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen vor fast 170 Jahren. 

Um weitreichende und nicht mehr umkehrbare Folgen zu verhindern, muss die globale Erwärmung reduziert werden. Denn noch ist es technisch und wirtschaftlich für möglich, gegen zusteuern und durch ehrgeizige Klimaziele die Erderwärmung zu reduzieren.

Das Pariser Klimaschutzübereinkommen

Deshalb haben sich im Dezember 2015 auf der Pariser Klimaschutzkonferenz (COP21) 195 Länder erstmals auf ein allgemeines, rechtsverbindliches weltweites Klimaschutzübereinkommen geeinigt. Das Übereinkommen umfasst einen globalen Aktionsplan, der die Erderwärmung auf deutlich unter 2 °C begrenzen soll, um einem gefährlichen Klimawandel entgegenzuwirken.

Das Pariser Klimaschutzübereinkommen ist das erste weltweit wirksame Klimaschutzabkommen, da sich neben allen Industriestaaten auch erstmals alle Schwellen- und Entwicklungsländer verpflichtet haben. Nachdem bis Oktober 2016 bereits 55 Staaten, die gemeinsam für mehr als 55 Prozent der gegenwärtigen globalen Emissionen verantwortlich sind, das Übereinkommen ratifiziert hatten, trat es am 4. November 2016 in Kraft. Mit Stand 15.1.2018 haben es 173 Vertragsparteien ratifiziert.

Klimaziele nicht ehrgeizig genug

Doch leider sind diese vereinbarten Klimaziele der internationalen Staatengemeinschaft nicht ehrgeizig genug. Denn Wissenschaftler empfehlen, die Erderwärmung auf unter 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Zudem reichen die Emissionsreduktionen, zu denen sich die Staaten freiwillig verpflichtet haben, bei weitem nicht aus, um die 2-Grad-Obergrenze einzuhalten.

Kein Wunder: Die aktuelle Klimapolitik wird von Menschen gemacht, die die Auswirkungen des Klimawandels sehr wahrscheinlich nicht mehr zu spüren bekommen und wirtschaftliche und staatliche Interessen in den Vordergrund stellen. Und das macht mich sehr wütend.

Genau das mahnte auch die 15jährige Schülerin und Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg aus Schweden in ihrer eindrucksvollen Rede bei der UN-Klimakonferenz im polnischen Katowice an:

Greta bringt es in ihrer schonungslos ehrlichen Rede auf den Punkt: Die Konsequenzen der aktuellen Klimapolitik müssen unsere Kinder oder Enkelkinder tragen. Kommende Generationen müssen dann unter den gravierenden Folgen des Klimawandels leidern.

Und was hast Du gegen den Klimawandel getan?

Unsere Kinder werden uns dann diese Frage stellen. Ich persönlich möchte dann eine Antwort auf die Frage geben können. Auch wenn mir lieber wäre, dass wir es noch schaffen die Erderwärmung zu reduzieren.

Jeder von uns kann und muss seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Auch wenn ich mich manchmal vor der immensen Herausforderung extrem hilflos fühle, fängt Klimaschutz im Kleinen an. Jeder kann im Alltag etwas tun. Egal ob durch persönliches Engagement oder sein individuelles Verhalten. Jede noch so kleine Handlung zählt und ist wichtig.

Möglichkeiten gibt es genug: Den individuellen Energieverbrauch reduzieren, unnötige Autofahrten vermeiden, nachhaltig reisen, regionale und saisonale Produkte kaufen, weniger Fleisch essen oder sich einfach nur für den Klimaschutz engagieren.

Vor allem wir Outdoorer haben eine ganz besondere Verantwortung dafür, dass auch unsere Kinder und Enkelkinder noch auf einer lebenswerten Erde leben und die Natur genießen können. Der Klimawandel wird auch unseren Outdoorsport beeinflussen.

Was tust Du gegen den Klimawandel?

Quellen und Links:

Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Jens,
    Ist die Frage nicht generell falsch gestellt? Sollte sie nicht eher lauten, was Ihr denn jetzt und in den kommenden Tagen, Wochen, Monaten und Jahren tun könnt bzw. wollt?

    Ich für meinen Teil lege einen naturnahen Garten an, in dem sowohl einheimische Pflanzen, als auch Insekten, Vögel und viele weitere Tiere ein zuhause haben können. Das geht nicht von jetzt auf gleich, sondern wird sich über einige Jahre erstrecken. Dazu gehört z.B. auch die Begrünung des Carport-Daches.

    Auf meine Partnerin bin ich schon stolz, sie kauft sich nämlich ein Elektroauto (Wobei ich ja Wasserstoffautos interessant finde, das ganze Thema ist aber sehr kompliziert, so dass ich jetzt nicht weiter darauf eingehen mag). Und ja, das ist nur sinnvoll, wenn Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Wir haben einen Wasserkraft-Tarif unseres lokalen Energieversorgers. Hört sich komisch an, ist aber so. Durch die Wärmepumpe sind wir mit unserem Haus aus Sicht der laufenden CO2-Emissionen neutral. (Das kann natürlich beliebig detailliert und ausgedehnt werden, so ist hier die CO2-Erzeugung des Hauses selbst als auch der Stromerzeugung durch die Wasserkraft berücksichtigt).

    Ich lege auch immer mal wieder einen autofreien Tag ein, z.B. an einem Sonntag, dann werden die Frühstücksbrötchen halt zu Fuß oder mit dem Fahrrad geholt. Das sind vielleicht 1km, wenn überhaupt. Also gar kein Problem zu realisieren.

    Lange habe ich es auch nicht mehr gemacht, mit dem Fahrrad ins Büro fahren. Langfristig möchte ich das aber wieder machen, was einer Einsparung von Spritverbrauch von ca. 35km Autofahrt pro Tag entspricht. Derzeit mache ich das wegen Gartenarbeit (ja, teils auch Ausrede ;-) und unseren beiden Hunden (ja, der alte Sam lebt noch unter uns und hält sich sehr wacker auf seinen wackeligen Beinen) nicht.

    Und da gibt es sicherlich noch sehr viel mehr, für mich ist es ein Anfang…

    Viele Grüße,
    Bernd

  2. Hallo Bernd, vielen Dank für deinen Kommentar und Deine Antwort auf den Titel meines Artikels. Deine Ausführungen zeigen sehr schön, dass jeder einen Beitrag leisten kann. Weiter so!

    Viele Grüße, Jens

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