So hat mir die E.O.F.T. 15/16 in Dortmund gefallen

Das Wetter hätte eigentlich nicht besser sein können, um mir auf der großen Leinwand die besten Outdoor- und Abenteuerfilmen des Jahres anzuschauen: Den ganzen Tag über war es in Dortmund schon grau und nieselig und damit wie gemacht für einen schönen Filmabend bei der European Outdoor Film Tour (E.O.F.T).

Wie mir das Programm der E.O.F.T. 15/16 gefallen hat und welche Filme mich am meisten beeindruckt haben, erfährst du diesem Artikel.

Die E.O.F.T im FZW Dortmund

Auch in diesem Jahr gastierte die E.O.F.T in Dortmund wieder mit zwei Vorstellungen im Freizeitzentrum West (FZW). Beide Vorstellungen waren erneut bis auf den letzten Platz ausverkauft, die Stuhlreihen extrem eng gestellt und der Saal rappelvoll. Notiz an mich: Zieh das nächste Mal unbedingt nur ein T-Shirt an!

Nach der obligatorischen Begrüßung und Einführung durch den Veranstalter und ein paar Worten vom Storeleiter des Mammut Store Essen (Wieso eigentlich Essen?), flimmerten schon die ersten bewegten Szenen über die große Leinwand.

So haben mir die einzelnen Filme gefallen [Achtung Spoiler]

Zum Beginn bekommen wir mit „Burn it down“ gleich eine neue Sportart im Programm der E.O.F.T. zu sehen: James Kelly rast mit seinem Longboard mit 70 Sachen Serpentinen in der Sierra Nevada herunter. Die Kamera fängt die Geschwindigkeit perfekt ein und mir stockt alleine vom zu sehen der Atem. Als James bei voller Fahrt stürzt, geht das erste Mal ein lautes Raunen durch den Saal.

In „Onekotan – The Lost Island“ geht es um die Erstbefahrung eines Vulkans im Herzen der Insel Onekotan in einer der kältesten Regionen Russlands. Wir begleiten die Profi-Freerider Matthias Mayr, Matthias Haunholder und Phil Meier auf dem Weg zum Vulkan. Die An- und Abreise zum Vulkan ist für mich jedoch viel spannender, als die eigentliche Abfahrt.

Weiter geht es mit „Unreal“. In dem Film dreht sich alles um den Profi-Mountainbiker Brandon Semenuk und seine Fahrt durch zahllose Singletrails, bei denen er immer wieder atemberaubende Sprünge einbaut. Auch wenn ein Mountainbike-Film bei mir immer geht, zeigt der Film nicht wirklich etwas Neues.

„Tamara“. Endlich mal wieder ein Film über Bergsteigen! Und dann auch noch über so eine attraktive und charmante Bergsteigerin. Wir begleiten die 28-Jährige Tamara Lunger bei der Besteigung des 8.611 Meter hohen K2, der als gefährlichster Achttausender gilt. Der Film fesselt mich sofort und ich durchlebe Tamara´s Gefühlswelten hautnah mit.

In „Masters of Slack“ gibt es ein Wiedersehen mit einen alten Bekannten: Andy Lewis. Als Gegenentwurf zum „Godfather of Slacklining“ porträtiert der Film jedoch den jungen Slackliner Jaan Roose aus Estland, der sich in den letzten fünf Jahren zu einem der besten Slackliner gemausert hat. Neben den beeindruckenden Slackline-Szenen, hat mich jedoch das Statement von Andy am Ende des Films am meisten beeindruckt.

In „1h 46min“ geht es um den Schweizer Extrembergsteiger Dani Arnold und seinen Speed Solo aufs Matterhorn in – du ahnst es schon – 1 Stunde und 46 Minuten. Auch wenn die Bilder der Besteigung der 1.100 Meter hohen Nordwand des Matterhorns solo und ohne Sicherung absolut beeindruckend sind, finde ich den Aufhänger mit den Menü-Gängen an einem schön gedeckten Tisch mitten im Schnee ziemlich überflüssig.

Bei „Unbranded“ kommen Pferdefreunde auf ihre Kosten. Der Film erzählt die Geschichte von vier Freunden, die mit Mustangs 3.000 Meilen quer durch den Westen der USA reiten. Der Film bietet eine schöne Story, tolle Landschaftsaufnahmen, berührende Momente und sorgt auch für einige Lacher. Und hat damit alles, was ein guter Film im Rahmen der E.O.F.T. für mich haben sollte. Als ihr Begleiter von seinem Schicksalsschlag erzählt, muss ich sogar eine Träne verdrücken.

Auch in „A Line Across the Sky“ gibt es ein Wiedersehen. Diesmal mit dem Kletterer Alex Honnold, der schon in der E.O.F.T. 14/15 mit einem Film vertreten war. Diesmal sehen wir ihn zusammen mit Tommy Caldwell bei der Erstbegehung der Fitz-Traverse in Patagonien. Für Tommy ist das die erste alpine Route und ich frage mich während des ganzen Films: Wie soll das ohne alpines Know-how gehen? Bei ihrer Überquerung der sieben Zinnen erleben wir, dass den beiden so einiges abverlangt wird. Trotzdem verlieren die beiden nie ihren Humor und schaffen schließlich als Erste die Überquerung der Cerro Fitz Roy Kette.

Im letzten Film „Degrees North“ begleiten wir den Snowboarder Xavier de le Rue und den Skifahrer Samuel Anthamatten bei ihren Abfahrten auf den Lofoten sowie in Alaska. Das Besondere: Sie fliegen mit motorisierte Paraglidern auf die Gipfel. Die Fahrten auf den steilen Hängen sind schön anzusehen und für mich mit der besten Musik des Abends unterlegt.

Mein Fazit

Auch die diesjährige E.O.F.T. bot wieder zwei Stunden allerfeinste Outdoor-Action. Die Filmauswahl habe ich dieses Jahr wieder etwas abwechslungsreicher empfunden: Zu einem waren mit dem Longboard fahren und Reiten neue Sportarten dabei und zum anderen gab ein Wiedersehen mit zwei alten Bekannten. Daneben wurden dieses Jahr sogar zwei Filme über das Bergsteigen gezeigt.

Am besten haben mir die Filme „Tamara“, „A Line Across the Sky“ und „Unbranded“ gefallen, weil sie neben den beeindruckenden Aufnahmen auch interessante Geschichten erzählen.

Alle Filme waren wie immer von hoher Qualität und mit stimmungsvoller Musik unterlegt, die es auch als Tracklist auf der Internetseite der E.O.F.T. gibt

Bis Januar 2016 tourt die E.O.F.T. 15/16 noch mit dem zweistündigen Filmprogramm durch Europa.

Alle Infos zu den Terminen und Vorverkaufsstellen findest du unter www.eoft.eu.

Anmerkung: Die Moving Adventures Medien GmbH hat mich zu der E.O.F.T. eingeladen. Vielen Dank dafür!

Wie anderen Outdoor-Bloggern die E.O.F.T. 15/16 gefallen hat

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Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hi Jens,

    burn it down
    Das war Hammer. Da kam echtes Feeling auf. Freude am Fliegen möchte ich fast sagen. Angst vor dem was dann passiert: der Crash! Bam! Ich glaube jeder Saal hat da bisher aufgestöhnt. Und das gleich zu Beginn. Könnte mir keine bessere Vorband für einen guten Gig vorstellen.

    Onekotan
    Warum muss man an einen so gottverlassenen Ort zum Skifahren reisen, wenn selbst ein hartgesottener Russe mit seiner Nussschale da nicht hin will? Nerd, Freak, RedBull? Was weiss ich. Und dann … es gab ja keine eigentliche Abfahrt. Dafür war das Wetter zu schlecht? Das ist leider ein riesen Loch im Film. Aber da kann man nichts machen.

    Unreal
    Das Intro … naja … passt nicht ganz zusammen mit dem Rest des Films. Aber sehr genial war das echt gechillte Downhill-Stück über die präparierte Piste mit grooviger Musik. Das war schon toll.
    Bedenklich finde ich allerdings die Aufforderung, es den ganzen Bikern im Film gleich zu tun: Brettert in wilder Jagd nach Euer Freiheit über die Natur hinweg. Hmmm …

    Tamara
    War gar nicht darauf vorbereitet, so viele Emotionen im Berg zu sehen. Ihr Begleiter war schon eine coole Socke! Eine Bergsocke eben :-D

    Masters of Slack
    Müüüünchen!!! Yeah cool, da kam der Königsplatz vor. Okay im Ernst, das ist wirklich beeindruckend, was die Jungs auf der Slackline alles so treiben. Sieht so entspannt und einfach aus. Aber es ist schmerzhaft hartes Training.
    Das Statement am Ende: Ehrlich und nüchtern – gut.

    1h46
    Coole Idee: Ein Menü zu genießen, diese Zeit braucht Dani Arnold um auf das Matterhorn zu sprinten? Verrückt. Tolle Bilder – oben. Sehr sympathischer junger Kerl. Respekt.

    Unbranded
    Der Film hat mich sehr beeindruckt. Es sieht anfangs nach einem Spazierritt aus und wird zur harten Probe. Da steht echte Emotion drin in dem Streifen, Blut und Schweiß. Und Liebe, Loyalität und Verbundenheit. Gänsehaut.

    A Line across the sky
    Patagonien – ist einfach toll! Das war ein verdammt spannendes Abenteuer.
    Da habe ich die harte Bestuhlung in Kaufering fast schon vergessen. Auch das Flaschengeklirre, weil der x-te Zuschauer das Leergut am Boden vor sich vergessen hat und seine Füße von sich streckt. Aber diese wilden Zacken zu erklimmen, zu überwinden und bei allen Blessuren und Strapazen das Lachen nie zu verlieren: Respekt!

    Degrees North
    Motorisierte Paraglider und Snowboarder, die sich waghalsig in die Tiefe stürzen: durch die Luft und dann im Schnee … Oh Mann, völlig verrückt :-D

    So kurzweilich schnell geht da ein Abend weg!
    Danke Jens für Deine Eindrücke :-)

    • Hi Alex, danke für deine ausführliche Rezession. Das reicht ja schon für einen eigenen Artikel über die EOFT ;-)

      Interessant zu lesen, wie dir die Filme gefallen haben!

      Dank dir und viele Grüße nach München!

      Jens

  2. Servus Jens,

    ich habe die letzten beiden Jahre der E.O.F.T im Vergleich zu den Davorliegenden doch als recht schwach empfunden.

    Teilweise spielte ich sogar mit dem gedanken, dieses Jahr einfach auszulassen aber die diesjährige Playlist überzeugt mich dann doch irgendwie.

    Durch deinen Spoileralarm bin ich jetzt nur zum Fazit gesprungen :) Für mich steht jetzt aber fest bei der E.O.F.T. 15/16 bin ich auch wieder dabei.

    Gruß aus Hessen
    Gregor

    • Servus Gregor,

      danke für deinen Kommentar.

      Es hängt ja auch immer ein wenig von dem eigenen Geschmack und den Vorlieben hinsichtlich Outdoor-Aktivität ab.

      Mir gefallen z.B. Filme über das Bergsteigen am besten und da bin ich dieses Jahr voll auf meine Kosten gekommen.

      Wünsche dir viel Spaß bei der E.O.F.T. und hoffe, dass dir das diesjährige Programm gefällt.

      Beste Outdoor-Grüße aus dem Pott,

      Jens

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