Die Schattenseiten der warmen Temperaturen im November und eine Wahrheit, die dir nicht gefallen wird

Der November 2015 wird als der wärmste November seit dem Jahr 1761 in die Geschichte der Wetteraufzeichnungen eingehen. Auch wenn viele Outdoorer sich über die milden Temperaturen und die Verlängerung der Outdoor-Saison gefreut haben, sehe ich den Wetterwahnsinn auch kritisch.

Viel zu mild für November

Mit Temperaturen von bis zu knapp 24 Grad und Durchschnittswerten von über 9 Grad war es im November 2015 definitiv viel zu warm. Kein Zweifel: Das Wetter spielt verrückt und der Klimawandel ist in vollem Gange.

Viele Outdoorer haben sich über die Verlängerung der Freiluft-Saison gefreut und haben das Draußen sein bei lauen Temperaturen ein wenig länger genossen. Mir ging es da nicht anders. Trotzdem hatte ich dabei ein mulmiges Gefühl.

Die Schattenseiten eines warmen Winters

Die milden Temperaturen im Winter wirken sich natürlich auch auf die Natur und uns Menschen aus. Und das nicht nur positiv.

Winterschläfer wie Haselmaus, Igel, Fledermaus und Siebenschläfer sind aufgrund der milden Temperaturen länger aktiv und fallen erst später in den Winterschlaf. Auch wenn sie dadurch mehr Zeit haben, um sich ein Fettpolster anzufressen, kommt ihr natürlicher Lebensrhythmus aus den Takt.

Zugvögel starten erst später in den Süden. Einige Weißstörche und Amseln bleiben in NRW mittlerweile sogar den ganzen Winter da.

Wespen und Mücken sind länger aktiv, da diese erst beim ersten Frost sterben.

Durch das warme und feuchte Winterwetter ist die Gefahr zudem groß, dass Insektenlarven von Schimmelpilzen befallen werden und den Winter nicht überleben.

Empfindliches Ökosystem

Da jedoch innerhalb eines Ökosystems verschiedene Tierarten häufig zeitversetzt die vorhandenen Ressourcen nutzen, kommt dieser natürliche Ablauf durch die milden Temperaturen im Winter aus dem Gleichgewicht. Zudem können fremde Arten durch die klimatische Veränderungen neue Lebensräume besiedeln.

Die Konsequenz: Es entstehen Überschneidungen sowie neue Konkurrenzverhältnisse.

Auch auf Pflanzen haben warme Winter Auswirkungen: Wintergetreide kann sich bei warmen Temperaturen in der kalten Jahreszeit nicht optimal entwickeln, da dieses für eine optimale Entwicklung Minimumtemperaturen benötigen.

Bäume und Sträucher meinen es sei Frühjahr und aktivieren ihre Reservestoffe, kurbeln den Stoffwechsel an und beginnen mit dem Knospenaustrieb. Dieser wird dann irgendwann durch den ersten Frost unterbrochen, die ausgetriebenen Knospen sterben ab und die Pflanzen werden anfälliger für Frost und Krankheiten.

Auswirkungen auf den Mensch

Auch wir Menschen haben die Auswirkungen der warmen Temperaturen im November zu spüren bekommen: Durch die Wärme flogen Gräserpollen länger als sonst durch die Luft und Allergiker hatten weiterhin mit Beschwerden zu kämpfen.

Viele Menschen hatten Kreislaufprobleme, die aus dem starkent Temperaturwechsel zwischen Tag und Nacht resultierten.

Durch den fehlenden Niederschlag führten sämtliche Flüsse Niedrigwasser. Auf dem Rhein war z.B. die Schifffahrt nur eingeschränkt möglich. Kraftwerken stand nicht genügend Flusswasser zum Kühlen zur Verfügung und Abschaltungen drohten.

Zudem wussten wir Outdoorer nicht, was wir auf Tour anziehen sollten. Was zugegebenermaßen weniger ein Problem ist, sondern eher eine Herausforderung ;-)

Der Klimawandel und seine Folgen

Die milden Temperaturen im November sind Auswirkungen des Klimawandels und das hat Konsequenzen: Die Erderwärmung wird zukünftig immer mehr unser Leben verändern und leider auch das Artenvorkommen bestimmen.

Auch wenn du dich über die milden Temperaturen im November gefreut hast, denk auch mal daran, was die Ursache ist und welche Folgen damit einhergehen.

Quellen und weiterführende Links

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Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Jens, schöner Artikel, dem man nur hinzufügen kann: 2015 war nicht umsonst das wärmste Jahr überhaupt. Die Amsel ist übrigens in unseren Breiten meist ein Standvogel, und migriert nicht. Die Störche am Rhein bleiben übrigens – schon fast traditionell – teilwiese den Winter über hier, das ist nichts Neues…

  2. Hallo Jens,
    sehr schön geschriebener Artikel und leider muss ich dir mit deinen Sorgen recht geben. Heute morgen bei meinem Gassi Gang habe ich gesehen, dass die Apfelbäume schon erste zarte Knospen entwickeln. Die werden sicher erfrieren, wenn es denn doch noch kalt wird.
    Viele Grüße
    Michael

  3. Hey Jens,
    danke für den Artikel. Es ist immer gut nicht nur eine Sichtweise auf die Dinge – wie z.B. das für Outdoor-Aktivitäten perfekte November-Wetter – zu haben. Alles hat auch eine Kehrseite, die man auf keinen Fall vergessen sollte.
    LG Steffi

  4. Das Klima wird durch die Aerosole am Himmel beeinflusst. Das Militär versprüht täglich umgangssprachlich genannte Chemtrails welche uns und die Natur schädigen. Das ist die wahre Klimaerwärmung. Der CO2-Gehalt der Atmosphäre ist nicht verantwortlich dafür. Es gab Zeiten in der Geschichte unseres Planeten da war der CO2-Gehalt viel höher als jetzt obwohl die Menschen noch in Höhlen gelebt haben. Es hat also nichts mit Autos und Heizungen und Industrie zu tun sondern mit dem Militär. Macht es euch zur Gewohnheit, täglich den Himmel zu studieren dann erkennt ihr, was dort oben passiert. Wann habt ihr zum letzten Mal einen dunkelblauen klaren Himmel gesehen wie ihn die meisten noch aus ihrer Kindheit kennen?

  5. Hallo Jens,
    ich habe mich richtig gefreut deinen Artikel zu lesen, nicht darüber was du schreibst, sondern darüber das es anscheinend doch noch ein paar Menschen gibt die den Klimawandel nicht vergessen haben.
    Es geht mir ganz schön gegen den Strich das selbst solche wichtigen Themen eine bloße Modeerscheinung sind. Vor einiger Zeit gab es fast keine Firma die sich nicht Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben hat. Heute liest man diesen Begriff nur noch, wenn es darum geht „nachhaltige“ Renditen zu erwirtschaften.
    Ich habe Nachhaltige Entwicklung in Schweden studiert und bin davon überzeugt, dass erst ein großer Teil der westlichen Bevölkerung (wieder) so leben muss wie in Entwicklungsländern, dann wird (viel zu spät) eine Änderung der politischen Linie erfolgen. Dass das erfolgt ist unumstritten, die Frage ist bloß wann. Unsere Folgegenerationen werden kein einfaches Leben haben.
    Viele Grüße

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