Glamping? WTF?!

Glamping bezeichnet die glamouröse Art, einen Campingurlaub zu verleben. Diese auf Luxus ausgerichtete Form des Campings boomt zur Zeit und lässt die Nachfrage nach Plätzen mit luxuriösen Unterkünften steigen.

Aber schließen sich Camping und Luxus nicht zwangsläufig aus?

Glamping – glamourös campen

Das Kunstwort Glamping setzt sich aus den beiden englischen Wörten „glamourous“ und  „camping“ zusammen und bezeichnet die Kombination von Camping und Luxus.

Glamping soll die Annehmlichkeiten eines Hotelzimmers mit Naturerlebnis und der ungezwungenen Atmosphäre auf einem Campingplatz verbinden.

Zielgruppe sind zahlungskräftige Menschen, die auch beim Campingurlaub nicht auf Komfort, Stil und Service verzichten möchten.

Luxuscamping boomt

Dank Glamping boomt die Camping-Branche, weil die auf Luxus ausgerichtete Form des Campings immer mehr Anhänger findet.

Betreiber von Camping-Plätzen bieten anstatt herkömmlichen Stellplätzen vermehrt komfortabel ausgestattete Mobilheime, Wohnwagen oder Zelte für Übernachtungen an, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden.

Und immer mehr Hersteller von Campingausrüstung nehmen Produkte ins Programm, die campen mit Komfort und Stil ermöglichen, um den Luxus-Ansprüchen der zahlungskräftigen Glamper entgegenkommen.

Clamping? WTF?!

Luxus-Camping? Echt jetzt? Tut mir Leid. Für mich passt das nicht zusammen. Campen bedeutet für mich, ganz bewusst auf Annehmlichkeiten und Komfort zu verzichten.

Mir gefällt dabei die Reduzierung auf das Wesentliche und die erfrischende Einfachheit. Wenn ich bei einer Übernachtung Luxus haben möchte, dann quartiere ich mich in ein Fünf-Sterne-Hotel ein. Aber nicht auf den Campingplatz.

Auch die ungezwungene Atmosphäre beim Campen ist genau mein Ding. Denn ist es egal, was ich trage, ob meine Haare gewaschen sind (wenn ich noch welche hätte) oder wenn ich mir schon Mittags ein Bier aufmache.

Ob das Menschen, die beim Campen nicht auf Bequemlichkeit und Luxus verzichten möchten (oder können), auch egal ist? Ich glaube nicht. Daneben hätte ich auch keine Lust, den Campingplatz mit solchen anspruchsvollen Leuten zu teilen.

Das was Camping für mich ausmacht und bedeutet, wird mit Glamping in meinen Augen ad absurdum geführt.

Wie ist deine Meinung zum Glamping? Ein Widerspruch oder genau dein Ding?

tl;dr

Glamping ist die Bezeichnung für „glamouröses Camping“ und gerade voll im Trend. Ich bin jedoch der Meinung, dass sich Camping und Luxus zwangsläufig ausschließen.

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Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

10 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hei Jens,

    Pures Glamping ist in meinen Augen nichts als eine neue Art Geld zu machen und Leuten das Naturfeeling vorzugaukeln.

    Mir macht es den Reiz aus, mit wenig Geld und Komfort auszukommen und dadurch mehr von der Natur zu bekommen.

    Wobei man sich auch die Frage stellen muss, wo die Grenze gezogen wird. Wenn sich Glamping nur auf Luxusunterkünfte bezieht, hat das natürlich nichts mit Camping zu tun.

    Wenn sich das jedoch auf komfortabel ausgestattete Wohnwagen bezieht, finde ich das okay. Denn es gibt viele Menschen, die meinen, dass Campen nichts für sie ist, besonders ältere Menschen.
    Wenn es sie motiviert, dadurch mehr Zeit in der Natur verbringen, anstatt ein Pauschalurlaub in einem 5 Sterne Hotel am Pool zu buchen, finde ich das gut. Vielleicht sehen sie dann auch, dass sie gar nicht so viel Luxus brauchen und sich das nächste Mal für eine „abgespeckte“ Variante entscheiden.

    Liebe Grüße,
    Ana

    • Hey Ana,

      danke für deinen Kommentar.

      Ich habe auch das Gefühl, dass mit Glamping nur eine zahlungskräftige Zielgruppe erschlossen werden soll. Und das ist ja auch verständlich. Aber ich habe da einfach ein Störgefühl bei. Weil Camping gerade (für mich) auch der Verzicht von Annehmlichkeiten bedeutet. Und so sind auch die Leute auf den Camping-Platz gestrickt. Ob da die 5 Sterne Zielgruppe zu passt, wage ich zu bezweifeln…

  2. Glamping ist doch Ansicht nichts neues: Auch vor 10 oder 15 Jahren gab es schon einen erheblichen Unterschied, ob man mit dem Zelt, mit dem alten Bulli oder einen High-End-Wohnmobil mit Monster-Fernseher, Riesen-Küche und Wasserbett auf dem Campingplatz stand.

    Die Produkte, die heute von den unterschiedlichen Herstellern jetzt für das „Glamping“ konzipiert werden, gibt es doch schon längst: Primus bringt jetzt einen zweiflammigen Gaskocher als Innovation, den man doch in ähnlicher Form schon seit 25 Jahren bei Fritz Berger kaufen kann. Große Familienzelte gab es auch schon vor 30 Jahren, die hatten dann auch das gleiche Gewicht wie die neuen Glamping-Zelte ;-)

    Dass der heutige Camper aber nicht mehr mit den Marken seiner Eltern unterwegs sein will, ist vielleicht auch verständlich, das ganze Thema jetzt mit einem Stempel zu versehen und zu hupen finde ich aber momentan doch etwas lächerlich.

    Gerde im Umfeld der Outdoor gab es einen Haufen Berichte, dass das jetzt der Hype schlechthin ist. Als Besucher der Outdoor vor Ort fand ich das Thema aber nur schwerlich präsent. OK, Primus mit seinem Kocher, die groß gewachsenen Famlien-Zelte hinter hunderten kleiner Leicht-Zelte. Aber das war’s dann auch schon.

    Outdoor wandert immer mehr in Richtung Lifestyle und das bekommt halt auch der Campingartikel-Markt ab und freut sich, indem man alte Konzepte und Artikel neu präsentiert. Und einen Absatzmarkt findet…

    • Hi Thomas,

      danke für deinen Beitrag.

      Ich war leider nicht auf der Outdoor und kann mir daher dazu keine Meinung bilden. Aber du hast recht, gerade rund um die Berichterstattung der Outdoor wurde das Thema ziemlich gehypt.

      Manchmal braucht das Kind nur einen neuen Namen und schon gibt es einen neuen Trend.

  3. Hallo Jens,
    du hast einerseits recht. Anderseits; Mobile Homes gibt es in z.B. Frankreich sogar schon seit fast 5-6 Jahren und die andere Länder ziehen jetzt kräftig nach. Ich finde das Angebot nicht schlecht, denn hast du schon Mal 4 Wochen regnerisches Wetter im winzigen Zelt aushalten müssen? Ich nicht, aber 3,5 Wochen reichen bei mir völlig aus um zu sagen dass ich nie wieder Zelten gehen will. Am liebsten hätte ich damals den ganzen Mist (also nassen Zelt und Schlafsack) in den Müll geschmissen. Und dann in eine Ferienwohnung im selben Urlaub zu flüchten? Das ist fast unmöglich und meistens nicht im Budget. Hier kommen die Mobile Homes zur Rettung. Mobile Homes sind nichts anders als ein aufgemotztes Wohnwagen. Mobile Homes sind eine billige Möglichkeit Zimmer im freien zu haben. Sie sind besser als Hotels oder jegliche B&B denn, in 2 Schritten bist du in draußen. Es ist unkompliziert sie zu buchen, keiner schaut wer du bist. Das finde ich genial ;-) Klar, mit Flair einer tollem B&B kannst du es nicht vergleichen. Aber es gibt dir die Möglichkeit in erschwinglichen Preisen als Selbstversorger zu übernachten, besonders in der Nachsaison. Ich sehe sie eher als Mittel zum Zweck.

    Nun zählen die VW-Buscamper, Autocamper bzw. die Wohnwagen und Wohnmobiler zu den Glampers? Ich glaube, wer länger unterwegs ist, weißt es zu schätzen. Irgendwann nach 20 Jahren mitm Zelt unterwegs zu sein, willst du einfach keine Mistral mehr in deine Ohren haben, im Regen zu kochen, oder in einer nassen Schlafsack reinzuschlupfen. Bin ich ein Weichei geworden? Wahrscheinlich. Aber die liebe für mein Sport will ich deswegen nicht versauern lassen. Auch die Leistung hängt davon ab ob ich mich richtig gut regenerieren kann. Ich denke, ein bißchen Luxus darf schon sein. Und es ist völlig egal ob du Mittags schon ein Bier aufmachst, oder 14 Tage hintereinander dich nicht duscht. Kleiderordnung gibt es hier auch nicht :-D Jeder muss wissen was für ihn halt wichtig ist.

    Wer weiterhin klassisch Zelten will, das ist doch für ihn keine Hinderung? ;)

    liebe Grüße aus den Süden
    Chris

    • Hey Chris,

      danke für deinen Beitrag.

      Mir ging es jedoch nicht um normale Mobilheime. Die gab es schon immer und die sind auch absolut okay. Ich störe mich an luxuriös ausgestattete Übernachtungsmöglichkeiten und den dazu gehörigen Komfort und den Service. Und so wie ich dich kenne, brauchst du das auch nicht ;-)

      Und was wäre, wenn die Nachfrage immer mehr zunimmt und es dann nur noch Luxus-Mobilheime gibt, die dem entsprechend auch ihren Preis haben? Dann gibt es darin auch keine günstigen Übernachtungsmöglichkeiten mehr.

  4. Hallo zusammen,

    meine Frau und ich wollten diesen Sommer auch mal wieder campen gehen. Nachdem uns das Hotel einfach nur noch anwidert (Raucherzimmer, das bis zum Himmel gestunken hat) tendiert es uns auch nur noch in die Natur.

    Uns ist es zum Beispiel extrem wichtig, dass man sehr schnell umziehen kann und nicht an einem Ort „klebt“. Wir lieben es ständig auf Tour zu sein. Uns wird halt schnell langweilig.

    Da kommt uns Luxuscamping nur in die Quere. :-)

  5. Hallo Jens,

    die Frage ist doch: Wo beginnt „Luxus“ (beim Campen)? Was ist „normal“?

    Vielleicht ist das, was du beschreibst, die Gentrifizierung des Campingplatzes. – Sind das nicht die zugrundeliegenden Bedenken, die sich breit machen?: Es gibt da ein zahlungskräftiges Glamper-Publikum, das sich auf gut ausgestatteten Campingplätzen wohl fühlt. Und der Normalo-Camper wird verdrängt.

    Aber ganz ehrlich: Campen mag man. Oder man mag’s nicht. Ich denke, es wird niemand regelmäßig auf nen Campingplatz gehen, wenn er mit deinem Mittags-Bierchen oder generell mit dem Camper-Lebensstil nicht kann.

    Vielleicht ist ganz viel nur Marketing-Bohei. Vielleicht wird’s ja aber zukünftig auch noch vielfältigere Campingplatz-Konzepte geben. – Der eine Gast ist von der puristischen Variante angesprochen, der andere von der Luxus-Nummer. Allein in Deutschland gibt’s wohl über 2.800 Campingplätze; ist da nicht Platz für jeden Anspruch? In diesem Sinne: Leben und leben lassen. ;-)

  6. Moin Jens,

    ich sehe das ähnlich wie Nadine, leben und leben lass passt da schon ganz gut.
    Ich denke nur, dass man zwei so unterschiedliche Arten von Campern einfach nicht zusammen packen kann. Damit meine ich speziell die Campingplatz Betreiber, denn es macht aus meiner Sicht einfach keinen Spaß, im Schatten eines Zelt-Hochhauses zu campen. Vor allem, wenn man versucht das puristische Leben zu genießen.
    Es sollte einen extra Platz für Gampler geben, dann wäre das für mich schon in Ordnung.
    Frische Grüße aus dem Norden,
    http://www.WildHiker.de

    • Hallo Wildhiker,

      Man kann sich in Zeiten von Internet & Co. doch jederzeit einen Platz aussuchen, der zu einem passt.

      Und als Entscheidungskriterium können hier schon man die Campingplatz-Sterne dienen:

      1 bis 2 Sterne: zu klein und zu unluxuriös für Glamping ;-)

      3 bis 4 Sterne: Glamping-Gefahr: nach Größe des Pools, Gestaltung der Website und Preis

      5 Sterne: Glamping only… hier kommt man sich mit einem einfachen Zelt oder seinem alten Bully einfach verkehrt am Platz ;-)

      Sonst halt einfach an das altbewährte halten: Je weiter weg der Campingplatz vom Sandstrand, der Touristenhochburg oder der befestigten Strasse ist, desto weniger Glampler…

      Grüße aus dem Frankenland
      Thomas
      http://mehr-berge.de

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