Familien- und Wanderurlaub im Berchtesgadener Land – Sightseeing

Der Oktober ist eigentlich ein idealer Wandermonat. Eigentlich. Als wir allerdings an unserem Anreisetag in Bad Reichhall im Berchtesgadener Land ankommen, regnet es und die Berge liegen in den Wolken. Es gibt was schöneres, als bei schlechten Wetter am Urlaubsort anzukommen. Gerade wenn dieser in den Bergen liegt und man durch die Wolken gar keine Berge sieht. Leider sollte sich das Wetter laut Vorhersage auch in den nächsten zwei Tagen nicht bessern. Und so hieß es erst Mal flexibel sein und mit Plan B anfangen. Stadtbesichtigungen.

Ich muss gestehen, dass viel mir sehr, sehr schwer. Aber so richtig. Ich wollte in die Berge und Wandern. Die Natur entdecken und auf Gipfel steigen. Auf urigen Almen draußen sitzen, ein Weizenbier trinken und die Herbstsonne genießen. Stattdessen musste ich nun bei Regenwetter durch Städte laufen. Eigentlich mache ich das auch gerne und kann mich auch für Sehenswürdigkeiten begeistern. Jedoch lieber mal zwischen durch und nicht sofort an den ersten Urlaubstagen. Aber gerade in den Bergen muss man flexibel sein und mit Kindern erst recht. Hätte ich gewusst, dass wir noch richtig schönes Herbstwetter mit viel Sonne und warmen Temperaturen bekommen sollten, wäre ich sicherlich entspannter gewesen. Aber von vorne.

Das bayerische Staatsbad Bad Reichenhall

Unseren Urlaubsort, Bad Reichenhall, haben wir natürlich als erstes erkundet. Das bayerische Staatsbad blickt aufgrund der Salzvorkommen auf eine lange Kurtradition zurück und dies ist auch deutlich im Stadtbild zu sehen. Viele Häuser erinnerten mich an die typische Seebäderarchitektur an der Ostsee und viele Brunnen weisen auf die von Salz und Saline geprägte Stadtgeschichte hin. Bei einem historischen Rundgang durch die Stadt lassen sich viele Sehenswürdigkeiten gut zu Fuß erkunden.

Besonders gefallen hat uns dabei der königliche Kurgarten, in dem es nach erfrischender AlpenSole-Luft riecht und in dem man an dem imposanten AlpenSole-Freiluftinhalatorium Gradierhaus und am Solebrunnen das besondere Klima erleben kann. Sehenswert ist auch das im Jahre 1900 im neubarocken Stil erbaute Alte Königliche Kurhaus, welches zu einer der repräsentativsten Bauten Bad Reichenhalls zählt. In der Wandelhalle kann man sogar aus einem Solebrunnen die Original AlpenSole trinken, die sehr gesund sein soll, jedoch auch sehr gewöhnungsbedürftig schmeckt. Nach dem Kurgarten haben wir uns die Stiftskirche St. Zeno angeschaut und sind dann gemütlich durch die Fußgängerzone geschlendert. Wer nach einem Stadtrundgang hungrig und durstig geworden ist, dem können wir das Wirtshaus Wieninger Schwabenbräu und den Brauereigasthof Bürgerbräu sehr empfehlen. Bei beiden gibt es gute bayerische Küche und leckeres Bier. Danke Steve für den Tipp!

Berchtesgaden

Im Anschluss sind wir noch nach Berchtesgaden am Fuße des Watzmanns gefahren. Dort sind wir gemütlich durch den historischen Ortskern gelaufen. Über den historischen Markt, vorbei an herrlichen Bürgerhäusern, liebenswerten Läden und schönen Cafés. Dabei hat uns der besondere Flair Berchtesgadens sofort in den Bann gezogen. Kein Wunder, denn die Stadt blickt auf eine über 900-jährige Geschichte zurück. Aus einer kleinen Ansiedlung, dem 1102 gegründeten Augustiner-Chorherrenstift, wurde im 15. Jahrhundert das kleinste Fürstentum Deutschlands, später die Marktgemeinde Berchtesgaden. Sehenswert ist das Königliche Schloss Berchtesgaden mit der Stiftskirche und dem schönen Schlossplatz. Das Schloss Berchtesgaden war nach 1810 Sommerresidenz der Wittelsbacher und Kronprinz Rupprecht von Bayern wohnte hier mit seiner Familie von 1922 bis 1933. Er stattete das Schloss auch mit einer Kunstsammlungen aus, die man noch heute im Schlossmuseum besichtigen kann.

Bekannt ist Berchtesgaden leider auch durch den Obersalzberg, der seit 1923 Hitlers Feriendomizil war und nach 1933 zu einer repräsentativen Residenz, dem sogenannten Berghof ausgebaut wurde. Der Berghof entwickelte sich nach und nach zu einer zweiten Schaltstelle der Macht neben Berlin, wo wichtige politische Entscheidungen geplant und getroffen wurden. Heute wird der Obersalzberg zunehmend ganzheitlich als historischer Ort gesehen. Neben der Dokumentation Obersalzberg als dem zentralen Lern- und Erinnerungsort wird der Obersalzberg vor allem vom Tourismus geprägt. Auf dem Obersalzberg befindet sich auch das Kehlsteinhaus (Eagle’s Nest). Von dem historischen Aussichtspunkt hat man einen überwältigenden Blick auf das gesamte Berchtesgadener Land. Zumindest bei schönem Wetter.

Mozartstadt Salzburg

Auch am zweiten Urlaubstag lagen die Berge immer noch unter dunklen Wolken verborgen und es regnete immer mal wieder. Wir hatten immer noch keine  Berge gesehen und bezweifelten langsam sogar, dass überhaupt Berge da sind. Da die Mozartstadt Salzburg aber nur 10 km von Bad Reichenhall entfernt ist, beschlossen wir uns am zweiten Tag den Geburtsort und die Wirkungsstätte von Wolfgang Amadeus Mozart anzuschauen. Wir haben etwas außerhalb geparkt und sind entlang der Salzach Richtung Altstadt gelaufen. Schon von weiten hat uns die Skyline mit den vielen Kirchen und der hoch über der Stadt thronenden Festung Hohensalzburg gefangen genommen. Kein Wunder, denn die Altstadt ist von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden.

Wir sind durch die engen Gässchen und die weiten Plätze der barocken Altstadt geschlendert. Haben uns das Geburtshaus von Wolfgang Amadeus Mozart in der weltberühmten Getreidegasse 9 angeschaut, Kirchen von innen besichtigt und sind hoch zu Festung Hohensalzburg, eine der größten Burganlagen Europas aus dem 11. Jahrhundert, gelaufen. Uns hat Salzburg total fasziniert und wir haben dort einen wunderschönen Tag verbracht – trotz schlechtem Wetter.

Ob das Wetter am dritten Tag endlich besser geworden ist und was wir unternommen haben, erfahrt ihr in dem zweiten Teil meiner dreiteiligen Artikelserie über unseren Familien- und Wanderurlaub im Berchtesgadener Land.

Hier geht es zum zweiten Teil: Wanderungen

Hier geht es zum dritten Teil: Ausflüge und Fazit

Kleine Reibn in den Berchtesgadener Alpen

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Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

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