Familien- und Wanderurlaub im Berchtesgadener Land – Wanderungen

Am dritten Tag unseres Urlaubs im Berchtesgadener Land war das Wetter wenigstens etwas besser, als die ersten beiden Tage. Zwar hangen immer noch Wolken in den Bergen, aber es hat wenigstens nicht geregnet und die Wolkendecke riss hier und da mal auf. Endlich konnten wir Wandern gehen. Dazu haben wir uns die Wimbachklamm und das Wimbachtal bei Ramsau ausgesucht. Die nicht allzu anstrengende Wandertour ist gerade auch mit Kindern gut geeignet.

Durch die Wimbachklamm und das Wimbachtal

Die Wimbachklamm im Nationalpark Berchtesgaden ist eine geologisch beeindruckende Sehenswürdigkeit und ein wildromantisches Naturdenkmal zugleich. Das gewaltigen Hochtal liegt in Ramsau, dem Watzmann zu Füßen.

Unsere Wanderung begann an der Wimbachbrücke. Der Weg zum Zugang der Wimbachklamm führte entlang des Wimbachs über Wiesen stetig bergauf. Kurz vor dem Eingang muss man sich an einem Automaten einen Eintritts-Chip für 2 Euro kaufen, denn der Weg durch die Klamm ist kostenpflichtig. Der Zugang über ein Drehtor gestaltete sich mit Kraxe und Kind auf dem Rücken gar nicht so einfach. Nach dem wir das Hindernis überwunden hatten, verlief der Weg durch die Klamm über einen massiven Holzsteg, der auch mit Kindern und Kraxe auf dem Rücken gut zu begehen ist. Die Luftfeuchtigkeit in der Klamm war hoch und das Wasser schoß unter uns wild und laut tosend durch die Klamm. Überall sprudelte, schäumte und zischte es. Von den steilen Felshängen lief das Wasser an mehreren Stellen über Wasserfälle und moosbewachsene Steine in die Klamm. Ein beeindruckendes Naturschauspiel!

Leider ist der Abschnitt durch die Klamm relativ kurz und so verließen wir wenig später die sehenswerte Klamm schon wieder über ein weiteres Drehkreuz. Danach ging es auf einem breiten Schotterweg kontinuierlich aufwärts ins Wimbachtal hinein. Das Tal wurde immer breiter und gab schließlich den Blick auf den Wimbachgries frei. Dieser ist ein imposanter Schuttstrom, der aus verwitterten Dolomitgestein besteht und in einer mächtigen Schicht auf breiter Fläche den Talboden bedeckt. An den Seiten bahnen sich kleine Wasserläufe ihren Weg ins Tal.

Als wir an eine Stelle kommen, wo man gut in den Schuttstrom gehen konnte, waren unsere Kinder nicht mehr zu halten. Es wurden unzählige Steine aufgehoben. Und wieder weggeworfen. Steinmänchen gebaut. Und wieder umgeworfen. Im Gries fangen gespielt. Und mit dem Gries gespielt. Bis es immer später wurde. Und so haben wir uns nach einer ausgedehnten Spielpause mit 3:1 Stimmen entschlossen, wieder zurück zu laufen. Beim Wandern mit Kindern lässt sich ein Zeitplan leider nicht immer einhalten und so muss man manchmal auch vor dem Ziel wieder umkehren.

Wenn man dem Weg weiter folgt, kommt man an dem ehemaligen Jagdschloss der bayerischen Könige, dem Wimbachschlosss, vorbei. Geht man danach noch weiter, kommt man zur Wimbachgrieshütte auf 1327 Metern Höhe. Leider entspricht der Rückweg dem Hinweg, jedoch kommt man nicht mehr durch die Wimbachklamm, sondern muss diese durch einen Wald außen umgehen. Denn der Eintritt ist nur noch von Beginn der Klamm aus möglich. Schade, aber sicherlich sinnvoll.

Unser Fazit

Das Wimbachtal bietet ein beeindruckendes Naturerlebnis und die Möglichkeit für eine landschaftlich reizvolle Wanderung mit der Familie. Zum einem die enge Felsklamm mit dem tosenden Wasser und den steilen Wänden, zum anderen das weitläufige Wimbachtal mit dem imposanter Schuttstrom. Neben der atemberaubenden Natur laden außerdem zahllose idyllische Plätze zum Spielen und Verweilen ein.

Auf den Predigtstuhl (1613 m)

Der Predigtstuhl ist 1613 m hoch und zählt zu den Hausbergen von Bad Reichenhall. Auf den Predigtstuhl fährt die älteste, original erhaltene Großkabinenbahn der Welt: Die Predigtstuhlbahn. Diese wurde 1928 erbaut und ist heute eine echte Nostalgiebahn, die ihre Fahrgäste in beschaulichen 8,5 Minuten bequem zur Bergstation bringt.

Das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Vor allem, weil das Plateau des Predigtstuhl auch gute Wandermöglichkeiten und tolle Ausblicke bietet. Außerdem hatten wir endlich schönes Wetter mit herrlichen Sonnenschein und milden Temperaturen. Aber vorher mussten wir erst mal warten, denn die Bahn fährt nur alle halbe Stunde. Durch die Wartezeit waren auch schnell alle 25 Stehplätze belegt und es wurde ziemlich eng in der Kabine. Das lag aber auch an zwei Gleitschirmfliegern, die mit ihren XXL Rucksäcken mitgefahren sind. Die Bahn ächzt und knarrte beim fahren und schaukelte bei jedem Stützpfeiler hin und her. Nicht gerade Vertrauenerweckend. Zum Glück hatte ich vorher gelesen, dass die Bahn seit 84 Jahren ihren Dienst ohne jede Beanstandung verrichtet hat. Und das letze Mal ist die Bahn vor 15 Jahren unterwegs stehen geblieben, wie uns der Kabinenführer erzählte. Das beruhigte dann schon.

Oben angekommen, sind wir von der Bergstation aus auf dem Gipfelrundweg zum Gipfel des Predigtstuhl gelaufen. Von dort hatten wir bei dem schönen Wetter einen tollen Ausblick auf den gesamten Talkessel von Bad Reichenhall und die umliegenden Berge bis hin nach Salzburg. Vom Gipfelrundweg ging es dann auf einem schmalen Pfad durch alte Fichten und Latschenkiefern bis zur Schlegelmulde. Dabei war der würzige, harzige Duft des Bergwaldes ein ständiger Begleiter. Ich liebe diesen Geruch! An der Schlegelmulde angekommen, haben wir uns auf der urigen Almhütte nach draußen in die Sonne gesetzt und das bayerische Hüttenflair genossen. Die Kinder haben gespielt und wir konnten bei einer gehopften Gerstenkaltschale bayrischer Herkunft den Sonnenschein und die warmen Temperaturen in Ruhe genießen. So hatten wir uns das vorgestellt!

Unser Fazit

Die Fahrt mit der Predigtstuhlbahn war ein besonderes Erlebnis mit historischem Flair. Denn gleichzeitig war die Fahrt auch ein Ausflug in die Vergangenheit des Predigtstuhl, als dieser noch ein beliebtes Skigebiet war. Daran erinnern jetzt noch das nicht bewirtschaftete Berghotel, die außer Betrieb genommenen Skilifte und der kleine Museumsraum in der Bergstation mit den vielen Bildern aus jener Zeit.

Heute ist die Bergstation der Predigtstuhlbahn ein idealer Ausgangspunkt für erlebnisreiche Wanderungen durch die atemberaubende Bergwelt und faszinierende Natur des Predigtstuhls. Von dem Wanderplateau des Predigtstuhl ergeben sich bei schönem Wetter immer wieder tolle Panoramablicke auf die umliegende Alpenlandschaft, Bad Reichenhall und Salzburg. Das Wandergebiet ist ideal für Familien und wer ein wenig mehr möchte, kann die umliegenden Gipfel des Lattengebirges bezwingen oder bis nach Berchtesgaden wandern.

Der Bergtour „Kleine Reibn“ mit Steve werde ich einen eigenen Bericht widmen. Im nächsten und letzten Teil der Artikelserie über unseren Familien- und Wanderurlaub im Berchtesgadener Land, erfahrt ihr was wir neben dem Sigtseeing und Wandern sonst noch in der Region unternommen haben.

Hier geht es zum ersten Teil: Sightseeing

Hier geht es zum dritten Teil: Ausflüge und Fazit

Kleine Reibn in den Berchtesgadener Alpen

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Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

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  3. Zum Predigtstuhl möchte ich auch gerne mal, aber ob ich wirklich die Bahn nehme wage ich zu bezweifeln… Schöne Berichte, schade um das schlechte Wetter am Anfang aber da ist man leider wirklich machtlos.

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