Mein iPhone wandert immer mit – Apps und Zubehör die sich dabei bewährt haben

Seit zwei Jahren habe ich ein iPhone 4 von Apple. Das Californische Wundergerät hat nicht nur mein Leben bereichert, sondern sich auch bei meinen Wanderungen bewährt. Denn für das iPhone gibt es eine Fülle von Outdoor-Apps, die einem vor und während einer Wander- oder Trekkingtour unterstützen. In den fast zwei Jahren habe ich diverse Apps ausprobiert – einige haben sich bewährt, andere habe ich sofort wieder gelöscht. So haben sich im Laufe der Zeit einige Apps etabliert, die ich regelmäßig für den Outdooreinsatz nutze. Und mit dem richtigen Zubehör ist das iPhone auch ein vollwertiger Ersatz für ein Outdoor-GPS. Meine Favoriten bei den Outdoor-Apps und dem Zubehör, stelle ich euch in diesem Artikel vor.

Tourenvorbereitung

Für die Wettervorhersage nutze ich das kostenlose Agrarwetter von Bayer. Eigentlich für die Landwirtschaft gedacht, bietet die App eine zuverlässige Wetterprognose mit allen auch für Outdoorer wichtigen Parameter im 3 Stunden Raster. Die Aktualisierung der Wetterprognose erfolgt viermal am Tag. Agrar Wetter bietet zusätzlich Wetterkarten und Filme mit Übersicht zu Bodenfeuchte, Bodentemperatur, Sonnenauf- und Untergang, Regenradar, Windstärke und Windrichtung und vielem mehr. Damit ist die App ideal für alle die Draußen unterwegs sind. Und wer einen Bayer Berater anrufen möchte, kann dies direkt aus dem App tun.

Die Mammut Packing List App nutze ich, um meine Packlisten für unterschiedliche Touren zusammenstellen und zu verwalten. Die Bedienung ist ganz einfach und man kann schnell seine persönliche Packliste erstellen. Einfach eine durch einen Profi geprüfte Basispackliste auswählen und diese nach seinen persönlichen Vorstellungen verändern und ergänzen. Die Ausrüstungs- und Bekleidungsgegenstände lassen sich in entsprechenden Kategorien sortieren. Damit dann beim Rucksack packen nichts vergisst, können die bereits eingepackte Sachen abgehakt werden. Die einzelnen Packlisten können auch im Team bearbeitet und geteilt werden. Das gesamte Team stellt dann die benötigte Ausrüstung zusammen. Dabei  lassen sich Team-Items anlegen, beispielsweise Zelt oder Kocher, die nur einmal im Rucksack eines Teammitglieds landen müssen. Mit den vielen nützlichen Funktionen der Mammut Packing List App wird die Planung der nächsten Outdoortour vereinfacht und nichts wird zu Hause vergessen. Mir fehlt lediglich die Möglichkeit, das Gewicht der Sachen zu verwalten und auszuwerten. Ich warte immer noch darauf, dass Mammut diese wichtige Funktion ergänzt.

GPS-Navigation

Für die Navigation unterwegs nutze ich die kostenlose App von Outdooractive. Die App bietet komplette topografische Outdoor-Karten. Damit man unabhängig von Mobilfunknetz ist und keine teuren Roaming-Gebühren im Ausland bezahlen muss, lässt sich der Kartenausschnitt vorher runterladen. GPX-Tracks lassen sich importieren und aufzeichnen. Die Kartenansicht lässt sich auch in den Vollbildmodus schalten und neben einem Kompass werden auch die aktuellen Koordinaten angezeigt. Bei der Navigation gefällt mir besonders, dass auch die Blickrichtung angezeigt wird und man bei der Ansicht zwischen der Outdooractive-Karte und Google-Maps wählen kann. Detaillierte Tourenvorschläge, einen Tourenplaner sowie einen Hangneigungssensor, Höhenmesser und Gipfelfinder runden dieses praktische Navigations-App ab.

Zur live Übertragung meiner Tour ins Internet via Social Hiking, nutze ich die kostenlose Version von ViewRanger. Die App überträgt in einstellbaren Intervallen die Positionsdaten an Social Hiking und diese werden dort in einer Karte dargestellt. Die Gratisversion reicht dafür aus. Die App verwandelt ansonsten das iPhone ebenfalls in einen leistungsfähigen GPS-Navigator.

Das für 1,59 Euro erhältliche Terrain Radar hat sich ebenfalls einen festen Platz auf meinem iPhone gesichert. Denn mit dem Höhenmesser App kann man unterwegs das Gelände um sich herum erkunden und kleine Hügel und hohe Berge messen. So kann man sich einen schnellen Überblick  auf die vorausliegenden Höhenmeter verschaffen und erhält ein detailliertes Höhenprofil als Diagramm. Die Reichweite ist über einen Schieberegler einstellbar und reicht bis zu 5 000 Meter (17 000 ft). Die App funktioniert auf der ganzen Welt, eine Internetverbindung ist jedoch Voraussetzung.

Notfall Apps

Mit dem kostenlosen Erste Hilfe (auffrischen) App hat man alle Notfall-Maßnahmen stets griffbereit dabei. Die in Zusammenarbeit mit der Johanniter-Unfallhilfe erstellte Anleitung hilft, rasch und kompetent Erste Hilfe zu leisten. Dabei wird nicht wie bei anderen Anwendungen vorausgesetzt, dass man eine korrekte Diagnose stellen (z.B. Herzinfarkt), sondern man muss lediglich aus sechs Leitsymptomen auswählen, mit welcher Situation man es zu tun hat. Die App führt dann automatisch zu den richtigen Maßnahmen. Diese werden durch anschauliches Bildmaterial Schritt für Schritt erläutert. Die Inhalte entsprechen den neuesten Erste-Hilfe-Richtlinien.

Das kostenlose Notfall-Hilfe App von Pass finde ich bei Notfällen sehr nützlich, da ein Notruf direkt und schnell ausgelöst werden kann. Die eigene aktuelle Position wird dabei direkt auf dem Startbildschirm angezeigt und kann während des Notrufs eingesehen werden. So weiß man in einem Notfall sofort, wo man sich befindet und kann die Position den Rettungskräften mitteilen. Das spart unter Umständen wertvolle Zeit. Die App hat eine Standort-Erkennung und stellt  automatisch die Notrufnummern im europäische Ausland um. Außerdem lassen sich persönlichen Daten im App hinterlegen und es gibt eine übersichtliche Darstellung von Abläufen bei Erste-Hilfe und bei Pannen / Unfällen. Eine Taschenlampenfunktion für schlechte Lichtverhältnisse rundet die Funktionen ab.

Die kostenlose Taschenlampe von Rik verwandelt unter Verwendung des integrierten Blitzes der Kamera das iPhone in eine richtige Taschenlampe. Nicht mehr und nicht weniger. Aber gerade der Morse-Modus macht die App für den Notfall interessant.

Geocaching

Zum Geocaching nutze ich die App von Geocaching.com. Die App ist mit 8 Euro zwar nicht ganz billig, bietet jedoch ein riesiges Geocache-Archiv. Die App ortet in Kombination von GPS, Wi-Fi und Mobilfunkmasten den Standort und listet dann in Echtzeit die Geocaches in der Nähe auf und informiert über Art und Schwierigkeitsgrad des Caches. Hat man ein Cache ausgewählt, weist eine Karte den Weg zum Versteck. Die Beschreibung bzw. die Rätselaufgabe wird ebenfalls angezeigt. Hat man bei Geocaching.com auch einen Account, kann man direkt auf das eigene Logbuch zugreifen. Gefundene Caches können abgehakt werden und bei zukünftigen Suchen werden die bereits geloggten Caches nicht mehr angezeigt.

Schutzhülle

Ohne entsprechende Schutzhülle ist das iPhone viel zu empfindlich für den Outdoor-Einsatz. Daher gilt es, das fragile Gerät zu schützen. Ich verwende dazu das OtterBox Commuter Series Case. Denn die Hülle kombiniert zuverlässigen Schutz vor Kratzern, Stößen und Erschütterungen mit einem schlanken, attraktiven Design und verunstalten das iPhone auch nicht zu sehr.

Der Drei-Schichten-Aufbau des Commuter Case besteht aus einer selbstklebenden, durchsichtigen Schutzfolie, einer stoßabsorbierenden Silikonmittelschicht und einer einteiligen, Passgenau geformten Polycarbonathülle. Die Hülle bietet freien Zugriff auf alle Seitentasten und auch Kamera und Blitz werden nicht verdeckt. An den Anschlussstellen befinden sich spezielle Silikonstöpsel, die die Anschlüsse vor Schmutz und Staub schützen.

Da das Commuter Case das iPhone jedoch nicht vor Wasser schützt, habe ich immer noch einen Toppits® Doppelverschluss-Gefrierbeutel mit Ziploc®-Verschluss dabei. Falls es anfängt zu regnen, kommt das iPhone in den Gefrierbeutel und ist so vor Wasser geschützt. Der Gefrierbeutel schließt dank Mit Ziploc®-Verschluss hermetisch dicht und ist aus extra dicker Folie. Außerdem ist er einfach zu benutzen, leicht und viel günstiger als eine wasserdichte iPhone-Schutzhülle.

Mobiler Akku

Da dem iPhone Akku leider schnell der Saft ausgeht, besonders wenn man es unterwegs zum navigieren und Fotos machen nutzt, ist man gerade bei längeren Touren auf eine zusätzliche Stromquelle angewiesen. Mit dem MiPow Power Tube 4000 habe ich dafür den für mich perfekten, mobilen Reserveakku gefunden. Durch seine kompakte Bauweise, sein leichtes Gewicht und einfache Handhabung ist er gerade für unterwegs perfekt. Der Power Tube 4000 hat eine Akku-Kapazität von 4000 mAh und kann das iPhone 4 bis zu 150% aufladen. Mit einem integrierten Apple-Anschluss kann das iPhone ohne Zusatzkabel direkt angeschlossen werden. Über einen USB-Anschluss kann man ganz einfach andere Geräte über ein USB-Ladekabel mit Energie versorgen. Über eine integrierte Leuchtdiode wird der Ladezustand des Mipow Power Tube 4000 optisch angezeigt. In dem mitgelieferten Samtbeutel kann man den Power Tube gut verstauen und im Rucksack transportieren.

Mein Fazit

Das iPhone ist gerade auch für Outdoor-Aktivitäten für mich eine echte Bereicherung und Unterstützung. Gerade für die Navigation unterwegs, möchte ich es nicht mehr missen. Ich kann mich ohne lästiges auf die Karte gucken auf die Tour konzentrieren und die Natur genießen. Das vom Weg abkommen oder verlaufen gehört der Vergangenheit an. Ich kann die Tour aufzeichnen, unterwegs Fotos machen und im Notfall Hilfe rufen. Für all das brauchte man früher drei Geräte. Außerdem lässt sich unterwegs schnell mal was im Internet nachschauen und kann die sozialen Netzwerke nutzen. Über denn Sinn kann man zwar streiten, ich nutze die Möglichkeiten aber gerne. Daneben hilft mir das iPhone auch bei der Tourenvorbereitung und bei einem Notfall. Und mit dem richtigen Zubehör wird es auch absolut Outdoor tauglich. Trotz aller technischen Unterstützung, habe ich jedoch immer noch eine ausgedruckte Karte und einen Kompass dabei. Sicher ist Sicher.

Welche Apps oder welches Zubehör haben sich bei Euch etabliert?

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Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

18 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Jens

    Toller Artikel. Da sind wirklich ein paar gute Tipps bei. Vor allem die Packlisten-App wäre was für mich, wo ich doch immer irgendwas vergesse… ;-)

    Die Outdooractive App habe ich auch und mir gefällt die Karte ausgesprochen gut, weil so detailliert.

    Allerdings nutze ich seit 2 Jahren EveryTrail, welches auch die Möglichkeit bietet mehrere Tracks übereinander zu legen und diese sind sogar farblich getrennt. Ganz praktisch, wenn man z.B. zwei kleinere Rundwege hat und diese zu einem großen Weg verbinden möchte (siehe Bild: http://wandernbonn.files.wordpress.com/2013/05/everytrail_zwei_tracks.jpg ) oder bei Etappen von Rheinsteig & Co, die man nicht wie im Track vorgesehen gehen möchte.
    Darüber hinaus kann ich mit EveryTrail auf der Webseite Fotos auch ohne GPS-Funktion in der Kamera (sofern die Exif-Daten beim verkleinern erhalten bleiben) die Bilder passgenau zur Strecke platzieren.
    Die Terrain-Karte ist nicht ganz so schön, wie die von Outdooractive, aber die meisten Pfade – und vor allem die Höhenlinien – sind dort sichtbar. Bisher hat das immer ausgereicht :-)

    Viele Grüße
    Angelica

  2. Hallo Jens,

    klasse Artikel!

    Besonders Agrarwetter und den Tip mit dem Gefrierbeutel haben mir gefallen.

    Ich nutze noch Maps 3D, bei der man auch bereits zu Hause den Kartenausschnitt herunterladen kann den man erwandert und im 3D Modus das Geländeprofil gut vorausschauen kann.

    LG Micha

    • Hi Micha, freut mich das ein paar Tipps für dich dabei waren. Bei Outdooractive kann man den Kartenausschnitt auch vorher runterladen. danke auch für deinen Tipp! Aber ob ich einen 3D Modus brauche, da bin ich mir nicht sicher…

      VG Jens

  3. Toller Artikel… ich glaub ich muss mal schauen ob es die eine oder andere von deinen Apps auch für meinen Androiden gibt!

    Liebe Grüße aus Hessen!

    Jörg

  4. Das letzte Bild zeigt eigentlich genau (6% Akku) weshalb ich mein iPhone auf Tour nur zum gelegentlichen Twittern, Facebook Status Updaten, oder beim Geocachen zum Nachschlagen der Cache Beschreibung nutze. Sobald man GPS nutzt wird der Akku rasend schnell leer gesaugt. Das iPhone unterwegs über einen Zusatzakku wieder auf zu laden finde ich etwas umständlich. Deshalb setze ich, wenn es um GPS Daten geht, auf mein geliebtes Garmin Oregon.

  5. Hi Sven, danke für deinen Kommentar. Bei der Tour hatte ich meinen Zusatzakku vergessen. Dann solltest du dir mal ein MiPow Power Tube Zusatzakku anschauen, die sind schön klein, leicht und unheimlich praktisch für die mobile Stromversorgung.

  6. Hallo Jens,
    ein sehr informativer Artikel.
    Das Agrar Wetter habe ich mir sofort geladen, beste Wetter App,
    die mir bisher begegnet ist.
    Zum Wandern nutze ich derzeit Komoot auf meinen Iphome 4S. Ich komme prima damit zurecht. Man kann seine Wanderungen aufzeichen und ohne Umwege hoch- und runterladen. Und natürlich Touren, die man sich hochgeladen hat, nachwandern. Für mich als Wanderführerin beim Eifelverein OG Bad Godesberg insbesondere für Vorwanderungen ideal.
    Liebe Grüße aus Bonn – Bärbel

  7. Guter Artikel, danke für die Tipps, von denen ich mit Sicherheit ein paar ausprobieren werde. Als erstes gleich mal Agrarwetter, das liest sich spannend, auch wenn ich keinen Bayer-Berater anrufen möchte. ;)

    Persönlich nutze ich auch lieber mein Garmin GPS mit topografischer Karte und habe parallel immer noch einen kleinen GPS-Logger am Laufen, mit dessen Daten ich später meine Bilder aus dem Fotoapparat mit GPS-Positionen bestücke und meine Route an meinen Online-Account übertrage. Manchmal nutze ich auch die runtastic-App für das Routentracking, aber ehrlich gesagt ist mir dieser Ladestand-Stress am Smartphone zu doof.

  8. Hi Jens,

    bin gerade auf deinem Blog gelandet, da ich ein bisschen am suchen war, was man denn mit dem iPhone auf Wandertouren so alles anstellen kann, außer es mitzutragen. ;) Ein wirklich aufschlussreicher Artikel, den du hier zusammengestellt hast. Ich bin gerade dabei mir einige der Apps mal genauer anzusehen. Neben den Navigationsapps finde ich die Mammut-App echt klasse, man kann ja nicht immer an alles denken. :D Das mit den Gefrierbeuteln find ich auch interessant, obwohl ich seit geraumer Zeit eher auf eine wasserdichte Hülle vertraue. Das ist irgendwie handlicher. ;)

    Beste Grüße
    Volker

  9. Das Gipfelbuch darf bei mir nicht fehlen! Die peakhunter app. Man öffnet sie nur auf dem Gipfel. (Braucht also nur wenig aku) und was auch immer dabei ist, mein zusatzakkulader! Ansonsten ist es doch am schönsten die Natur einfach zu geniesen :)

    Gruss Peter

  10. Mein iPhone muss auch immer mit, egal wohin ich gehe. Bei den Wetter-Apps habe ich allerdings mehrere installiert, da diese doch immer wieder voneinander abweichen. Zwar weiß man nie, wer vorher recht hatte, aber wenn 2 von 3 Apps schreiben, das es gewittert, dann ist das meist auch so ;)
    Ich hab auch schon jede Menge Apps getestet und 90% davon konnte ich direkt wieder löschen. Das Agrarwetter werde ich mir aber ebenfalls mal ansehen. Aufgrund des Namens überliest man das im App Store ganz schnell mal, da die wenigsten eine Landwirtschaft haben.

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