Wanderung auf der WällerTour Brexbachschluchtweg im Westerwald

Während unseres Kurzurlaubs im Westerwald sind wir die WällerTour Brexbachschluchtweg gewandert, die praktischer Weise direkt an unserem Hotel vorbei führte.

Bei sommerlichen Temperaturen und besten Wanderwetter präsentierte sich der Westerwald von seiner schönsten Seite und der Brexbachschluchtweg als perfekter Wanderweg an einem heißen Tag.

Was sind WällerTouren?

Die WällerTouren sind Premiumwanderwege im Westerwald, die als Rundwanderwege angelegt wurden und an einem Tag erwandert werden können. Auf ihnen lässt sich der Westerwald auf gut ausgeschilderten und naturnahen Pfaden erkunden.

Der Name Wäller ist übrigens Mundart für Westerwälder und stammt vom Westerwälder Erkennungsgruß:

„Hui! Wäller?“ – „Allemol!“

WällerTour Brexbachschluchtweg

Der Premiumwanderweg Brexbachschluchtweg führt auf 16,4 Kilometern durch das wildromantische Brexbachtal und bietet dabei tolle Ausblicke auf das Rheintal und den Westerwald. Der Weg wurde mit 57 Erlebnispunkten vom Deutschen Wanderinstitut e.V. zertifiziert.

Die Tour beginnt und endet im malerischen Ortskern von Grenzau im Kannenbäckerland. Durch das Brexbachtal führt sie entlang des munter sprudelnden Baches. Danach geht es abwechslungsreich durch Wald und Flur, vorbei an einer Burgruine Grenzau und einem Tunnelportal der Brexbachtalbahn. Von den Höhen bieten sich bei guter Sicht Blicke über den Westerwald und das Neuwieder Becken bis zur Eifel.

Ausgangspunkt

Wir beginnen unsere Wanderung am Hotel Zugbrücke Grenzau. Hier befinden sich auch ausreichend Parkplätze und Möglichkeiten zur Einkehr nach der Wanderung. Wir haben uns für die Laufrichtung gegen den Uhrzeigersinn entschieden, weil man bei dieser Variante erst zum Ende der Wanderung zur Burg Grenzau kommt. Fand ich irgendwie schöner.

Sommerliche Temperatur mitten im Mai

Als wie morgens aufbrechen, ist es schon angenehm warm und sonnig. Der Wetterbericht kündigt für heute sommerliche Temperaturen von knapp 30 Grad und reichlich Sonnenschein an. Und das Mitte Mai! Für eine Wanderung die größtenteils an Bächen entlang verläuft, bedeutet das optimale Wetterbedingungen.

Entlang des Masselbach

Vom Hotel aus führt uns der Weg durch das Tal parallel zum Masselbach und unter einem Viadukt der Brexbachtalbahn hindurch. Bereits jetzt verspüre ich den innerlichen Drang, mir ein schönes Plätzchen am Wasser zu suchen und die Füße in das kalte Wasser zu halten. Doch dafür ist es jetzt noch zu früh und so wandern wir weiter.

Kammerforster Steig

Wenig später kommen wir an dem Bahnhof Grenzau vorbei, der Betriebsmittelpunkt der Brexbachtalbahn war und 1996 stillgelegt wurde. Hinter dem schönen Bahnhofsgebäude geht es auf dem Kammerforster Steig kurz und knackig bergauf.

Oben angekommen folgen wir dem Weg ein Stück der Straße entlang, bevor ein schmaler Pfad links abzweigt und durch den Wald führt. Nach einem kurzen Stück durch den Wald eröffnet sich ein weites Tal und durch Wiesen und Weiden geht es durch saftiges Grün.

Westerwälder Hügellandschaft

Wir überqueren schließlich den Masselbach und die verrosteten Schienen der Brexbachtalbahn. Es geht immer weiter am Waldrand entlang und schließlich stetig bergauf auf offenes Gelände. Eine leichte Brise sorgt für ein wenig Abkühlung und lässt die Grashalme im Wind hin und her bewegen. Der Weg zweigt schließlich nach links mitten durch die Wiese ab und wir haben einen schönen, weiten Ausblick auf die Westerwälder Hügellandschaft.

Weiter geht es Richtung Alsbach und am Ortsrand vorbei an Streuobstwiesen und durch freies Gelände. Jetzt knallt die Sonne so richtig und wir wünschen uns den schattigen Wald zurück. Dafür haben wir von hier oben die ganze Zeit eine schöne Aussicht. Wir passieren einen Modellflugplatz und es geht leicht abwärts. Schließlich zweigt der Weg nach rechts ab und wir tauchen endlich wieder in den Wald einen.

Kurz vor Nauort biegt der Weg nach links ab und es geht in weiten Kehren durch Wiesen und Felder. An einer schönen Aussichtsbank legen wir eine Pause ein und genießen die schöne Aussicht über das Neuwieder Becken bis hin zum Siebengebirge.

Auf den Teufelsberg

Nach der Pause geht es wieder in den Wald und stetig hinauf zum Teufelsberg, einem riesigen Bergsporn aus Quarzblöcken von dem wir in das tief eingeschnittene Brexbachtal blicken können.

Wir genießen eine ganze Weile den schönen Ausblick in das grüne Tal und fragen uns, woher der Berg seinen Namen hat.

Denn irgendwie hat ja jede Region einen Teufelsberg…

Am Brexbach

In einer weiten Kehre geht es wieder bergab ins Tal, wir überqueren die rostigen Gleise des Brexbachtalbahn und laufen gamz nah zum Brexbach, dem knapp 22 km langen Nebenfluss des Saynbachs. Einige Stellen laden förmlich dazu ein, ans und ins Wasser zu gehen. Was wir jetzt auch tun. Der Bach sprudelt und gluckert und an den Stellen, wo die Sonne einen Weg durch die Blätter der Bäume findet, glitzert das Wasser. Herrlich. 

Nach dem wir unsere Füße abgetrocknet haben, folgen wir dem Bach gegen die Fließrichtung und stoßen wieder auf die Gleise der Brexbachtalbahn, passieren zwei schöne Viadukte und folgen der Werkmarkierung immer in Sichtweite des Brexbach. Es geht entlang steiler und dicht bewaldeter Hänge und sumpfiger Stellen vorbei, wodurch es hier angenehm kühl ist.

Kaiserstuhl

Nach einer ganzen Weile zweigt der Weg nach links ab und wir überqueren den Bach über eine kleine Holzbrücke. Auf einem schmalen Waldpfad müssen wir in steilen Serpentinen schweißtreibend wieder bergauf.

Oben angekommen geht es nach rechts zu dem Aussichtplatz Kaiserstuhl, der ebenfalls auf einem Felssporn liegt und eine schöne Aussicht in das bewaldete, grüne Brexbachtal bietet. Eine Bank lädt auch hier zum verweilen ein.

Eine Burg mit drei Ecken

Jetzt ist es nicht mehr weit bis zur Burg Grenzau, die als einzige Burg Deutschlands einen dreieckigen Bergfried hat. Das Kleinod in der deutschen Burgenlandschaft wurde um 1200 von Graf Heinrich von Isenburg auf einem Felsrücken hoch über Grenzau angelegt.

Die Burg kann von April bis Ende Oktober samstags, sonntags und an Feiertagen von 11.00 bis 13.00 Uhr kostenpflichtig besichtigt werden. Was sich schon alleine für den Aufstieg auf dem Bergfried und die 360° Aussicht von oben lohnt.

Von der Burg geht es auf einer Straße wieder bergab. Wir passieren die malerisch gelegenen Dorfkirche und laufen weiter durch den kleinen Ortsteil Grenzau mit seinen schmucken Fachwerkhäusern.

Dabei kommen wir an Skulpturen und Keramiken sowie Informationstafeln vorbei, die über die Westerwälder Kultur, Sehenswürdigkeiten im Ort sowie über lokale Persönlichkeiten informieren.

Immer parallel zum Brexbach laufen wir durch das Tal und passieren letztmalig ein Viadukt der Brexbachtalbahn. Schließlich heißt uns ein großes Schild des Hotels Zugbrücke Grenzau willkommen und wir sind wieder am Ausgangspunkt unserer Wanderung der WällerTour Brexbachschluchtweg.

Mein Fazit

Die WällerTour Brexbachschluchtweg führt erlebnisreich durch die einmalige Naturlandschaft des Westerwaldes. Weite Aussichten, idyllische Wälder, der munter sprudelnde Brexbach sowie die imposante Burg und das historische Burgdorf Grenzau bieten dabei viel Abwechslung.

Daneben kreuzt man immer wieder die Spur der stillgelegten Brexbachtalbahn mit ihren schönen Viadukten. An warmen Tagen bietet der Brexbach und der Masselbach reichlich Gelegenheiten zur Abkühlung. Und im Alten Gasthaus in Grenzau oder im BREXX kannst Du die Wanderung prima drinnen oder draußen ausklingen lassen.

Angelica von WanderBonn ist den Weg im Winter gelaufen, ihren Bericht findest Du hier. Elke von Fotografische Reisen und Wanderungen war im Sommer auf der Wäller Tour wandern.

Links

Meine Aufzeichnung der Wanderung bei Social Hiking

Fotogalerie

Diese Ausrüstung hatte ich dabei

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Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Guten Tag,

    eine schöne Tour sind sie dort gelaufen.
    Ich verfolge ihren Blog schon etwas länger und wünsche ihnen weiterhin viel Spaß beim Wandern!

    Mit freundlichem Gruß

    Ihr Wanderfreund Frank Hardt

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