Sommerliches Wandervergnügen auf dem Mäanderweg in Siegerland-Wittgenstein

Der Mäanderweg ist einer der WanderHöhepunkte links und rechts des Rothaarsteigs in Siegerland-Wittgenstein. Er führt auf 25 Kilometer im Tal der Benfe von Erndtebrück nach Benfe und auf den Lahnhöhen zurück nach Erndtebrück.

Ausgerechnet das heißeste Pfingstwochenende in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, habe ich mir für den Rundwanderweg im Naturpark Rothaargebirge ausgesucht. Die Konsequenzen waren Hitze, Schweiß und ein wenig Panik. Aber auch ein sommerliches Wandervergnügen und schöne Naturerlebnisse.

Beste Wetteraussichten

Die Metereologen übertrafen sich bei ihren Wetterprognosen für Pfingsten und bei der Vorhersage der Höchsttemperaturen. Auch für Pfingstmontag war schönes Wetter vorhergesagt. Erst gegen Abend sollten örtlich erste Wärmegewitter auftreten. Daher habe ich mir keine großen Sorgen gemacht und habe bei der Auswahl der Wanderung nur die Dinge berücksichtigt, die man beim Wandern bei großer Hitze beachten sollte. Einige Kriterien bezüglich der Tourenauswahl erfüllt auch der Mäanderweg in der Region Siegerland-Wittgenstein, weshalb mein Wahl letztendlich auf diesen Rundwanderweg viel.

Startpunkt Erndtebrück

Der Mäanderweg beginnt in der kleinen Gemeinde Erndtebrück im Südteil des Rothaargebirges. Ich parke jedoch direkt am Einstieg in den Rundwanderweg, um nicht erst noch durch den Ort entlang von Straßen laufen zu müssen. Und so wandere ich schon kurze Zeit später gut gelaunt durch Wiesen und Felder und genieße das schöne Wetter und den Ausblick auf Erndtebrück und in das Benfetal.

Entlang der Benfe

Es geht stetig bergab und der Weg führt mich bald schon ganz nah an dem verschlungenen Flussbett der Benfe entlang. Es ist schon morgens sommerlich warm und ich erfreue mich beim Laufen an dem Blick auf das Wasser und die Geräuschkulisse vom Murmeln des Flusses.

Auf einem schmalen Naturpfad geht es immer weiter entlang der Schleifen des Flusslaufes. Schließlich komme ich an einer Aussichtsplattform vorbei. Von der Holzkonstruktion habe ich eine gute Übersicht auf den mäandrierenden Bachlauf der Benfe, der sich durch die geringe Fließgeschwindigkeit und den sandigen Boden gebildet hat.

Mäander ist übrigens die Bezeichnung für eine Abfolge von Flussschlingen und – Achtung Überraschung- der Namensgeber des Mäanderweges. Nach dem kurzen Zwischenstopp führt mich die Beschilderung immer weiter entlang an Brachwiesen und durch urige Wälder, immer in Blickweite auf die rauschende Benfe und das Tal.

Der Lorenz brennt

Wenig später erreiche ich eine Trinkstelle und nutze die Gelegenheit für eine willkommene Abkühlung. Mittlerweile ist es richtig heiß geworden. Auch eine Herde irischer Hochlandrinder sucht die Abkühlung direkt im Wasser der Benfe. Ein schöne Szene.

Nach dem ich einen Steinbruch passiert habe, führt mich die Markierung nach links auf einen schmalen Pfad. Erst durch eine Feuchtwiese und dann in den Wald hinein. Der weiche Waldboden unter meinen Schuhen ist eine echte Wohltat und bietet eine willkommene Abwechslung. Und vor allem Schatten. Denn jetzt um die Mittagszeit, wo die Sonne am höchsten steht, brennt sie ganz schön. Und bei meiner „Frisur“ kann das schnell sehr unangenehm werden. Daher ist heute der Sonnenhut pflicht.

Auf aussichtsreiche Höhen

Der Weg führt jetzt stetig bergauf und ich treffe leider viel zu schnell wieder auf einen breiten Forstweg, der mich über eine weite Hochfläche führt. Dafür bietet sich mir jedoch ein toller, weiter Ausblick auf die sanften Hügel der südwestfälischen Mittelgebirgslandschaft. Wenig später kreuzt der Mäanderweg den Rothaarsteig, zweigt dann aber sofort scharf nach links ab.

Ein Hauch von mediterranem Flair

Es geht durch einen Kiefernwald wieder bergab. Durch die hohen Temperaturen, den Duft der Kiefern und den sandigen Boden kommt bei mir der Flair des Südens auf: Denn ich liebe es, wenn es richtig schön warm ist, der Boden die Hitze reflektiert und es nach Tannenharz duftet. Dann entdecke ich vor mir auf dem Weg noch eine Eidechse, die rasch zur Seite läuft, dann jedoch stehen bleibt und sich beobachten lässt. Diese Begegnung unterstreicht das Gefühl noch mehr.

Nach dieser Begegnung ist es aber auch schon wieder vorbei mit der Idylle, denn ich treffe auf eine Landstraße und der Mäanderweg verläuft ein ganzes Stück parallel zur Straße. Endlich zweigt der Weg wieder nach links in den Wald ab. Weiter schlängelt sich der Mäanderweg auf Forstwegen immer abwechselnd durch Waldstücke, am Waldrand entlang und über Wiesen mit weiten Aussichten auf die sanften Hügel des Wittgensteiner Lands und über das Tal der Lahn.

Skisprungschanzen und eine Skihütte

Der Weg zweigt nach links ab, ich passiere die alte und neue Lahntalschanze und komme nach einem kurzen Anstieg an einer Skihütte vorbei. Danach tauche ich wieder in den Schatten spendenden Wald ab. Immer weiter geht es wenig abwechslungsreich Richtung Norden. Ich komme an dem Naturschutzgebiet Sauerwiese und Oberndorfer Bruch vorbei und am Ortsrand von Oberndorf, verpasse ich fast den Abzweig nach links.

In der Hitze Kilometer fressen

Der Weg steigt jetzt wieder an und verläuft dann eine ganze Weile auf einer normalen Straße entlang. Auf freier Fläche auf Asphalt bei der Hitze Kilometer fressen, ist nicht wirklich ein Vergnügen. Und so rinnt der Schweiß in Strömen und ich mache mir langsam Sorgen, ob mein Wasservorrat reicht. Daneben muss ich noch aufpassen, dass mir auf der Straße nicht der Allerwerteste abgefahren wird. Kurz vor einer größeren Straße geht es auf einem Feldweg weiter nach links weiter über offene Fläche.

Donnergrollen und leichte Panik

Und dann höre ich das erste Mal ein Donnergrollen in der Ferne. Am Horizont sehe ich eine Wand aus sich auftürmenden Wolken. Ein wenig Panik macht sich in mir breit. Waren die schweren Gewitter doch erst für Abends angesagt. Ich lege noch mal einen Zahn zu und halte auf der Karte nach Abkürzungen und Schutzmöglichkeiten ausschau. Langsam zieht es sich zu. Aber noch habe ich ein paar Kilometer vor mir. Es geht kurz in den Wald und in weiten Bögen weiter. Dabei achte ich auf Donner und halte Ausschau zum Himmel

Als ich schließlich zu einer Rodungsfläche komme und einen weiten Ausblick habe, scheint es so, als ob das Gewitters weiter nördlich vorbei zieht. Erleichterung macht sich bei mir breit. Wie ich wieder zurück ins Tal der Benfe absteige, kommt sogar die Sonne wieder raus. Zu dem Zeitpunkt wo ich wieder auf den Hinweg stoße, ist der Himmel über mir erneut überwiegend blau.

Auf die Hitze folgen Blitze

Auf die Hitze folgten dann in Nordrhein-Westfalen am Abend die Blitze und ein schweres Unwetter. Es kam zu teils heftigen Gewittern, die mit Starkregen, Hagel und Orkanböen einhergingen. Es gab durch umgestürzte Bäume und überflutete Keller chaotische Zustände und leider sogar sechs Todesopfer. Zum Glück war ich da schon längst wieder zu Hause.

Mein Fazit

Der Mäanderweg führt sehr ansprechend durch das landschaftlich schöne Tal der Benfe. Dabei bietet die verschlungene Flusslandschaft entlang des Weges ein faszinierendes Naturerlebnis und viel Abwechslung für die Sinne. Im zweiten Abschnitt führt der Rundweg auf aussichtsreiche Höhen über das Lahntal wieder zurück. Dabei wechseln sich Wälder, Wiesen und Täler ab und es ergeben sich immer wieder schöne Aussichten auf die grüne und hügelige Mittelgebirgslandschaft in Siegerland-Wittgenstein.

Leider verläuft der Mäanderweg dabei jedoch gerade zum Ende hin wenig abwechslungsreich auf Straßen und breiten Forstwegen. Insgesamt lässt sich das aber verschmerzen und der Wandergenuss bleibt nicht auf der Strecke.

Links

Meine Aufzeichnung der Tour bei Social Hiking

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Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

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