Messertest: Gerber Survivalmesser LMF II Infantry Black

Das ist eine echte Premiere: Mein erster Messertest. Und was für einer! Denn ich hatte die Gelegenheit einen echten Survivalmesser-Klassiker zu testen:

Das Gerber LMF II Infantry.

Das Messer aus der Taktik-Serie von Gerber wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Militär entwickelt und eignet sich als Überlebensmesser sowohl für militärische Zwecke, als auch für den Outdoor-Einsatz.

Gerber Survivalmesser LMF II Infantry

Das LMF II Infantry des amerikanischen Messer- und Toolherstellers Gerber wurde in enger Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Militär entwickelt. Die schwarz beschichtete Klinge besteht aus rostfreiem 420 HC Stahl und verfügt über eine Teilsägezahnung.

Der Messergriff besteht aus Glasfaser verstärktem Nylon. Das Griffende ist aus Stahl und mit einem Glasbrecher sowie einer Hammerfunktion ausgestattet.

Das Messer wird in einer stabilen Kunststoff/Nylon-Scheide inklusive integriertem Messerschärfer geliefert. Mit dem beiliegenden Riemen lässt sich die Scheide so festziehen, dass sie eng am Bein anliegt.

In der US-amerikanischen Fernsehserie The Walking Dead hatte das LMF II Infantry sogar in zwei Folgen einen Auftritt. Es ist also auch Zombie erprobt und kann im Fall einer Zombie Apocalypse durchaus nützlich sein.

Details

  • Material Klinge: rostfreier Stahl (420HC)
  • Griff: Nylon mit Glasfaser verstärkt
  • Klingenlänge: 12,6 cm
  • Grifflänge: 14,5 cm
  • Gesamtlänge: 27,1 cm
  • Gewicht Messer: 327 Gramm (gewogen)
  • Preis: 124 $ (UVP)

Praxistest

Design

Das LMF II Infantry kommt in einem klassischen, schnörkellosen Design eines Survivalmessers daher. Die Klinge ist schwarz beschichtet, damit diese nicht blendet oder reflektiert. An der Basis der Klinge befindet sich ein ca. 4,5 cm langer Wellenschliff.

Der nicht geschliffene Teil der Klinge, auch Ricasso genannt, fällt mit 7 mm recht kurz aus. Der Griff hat einen klassischen Handschutz und am Ende des Griffs befindet sich ein auffälliges, massives Stahlelement, welches als Hammer, zum Einschlagen von Scheiben oder Aufschlagen von harten Schalen oder Knochen benutzt werden kann.

Klinge

Das LMF II Infantry hat eine Klinge aus rostfreien 420HC-Stahl, der sich durch eine gute Korrosionsbeständigkeit sowie eine hohe Bruchfestigkeit auszeichnet. Die Buchstaben HC stehen übrigens für „High Carbon“. Der höhere Kohlenstoffanteil im Stahl sorgt für eine gute Schnitthaltigkeit.

Die feststehende Klinge hat eine bei Survival- und Outdoormessern oft verwendete Drop-Point Spitze. Bei Messern mit dieser Spitzen-Form, hat der Klingenrücken eine konvexe Krümmung zur Spitze. Dadurch ist sie weniger zum Stechen geeignet, weist jedoch eine hohe Stabilität auf.

Der dickere Messerrücken, der nicht geschliffene Teil der Klinge sowie das Drop-Point-Klingendesign sorgen für eine gute Handhabung des Messers beim Arbeiten.

Der Wellenschliff ermöglicht zudem ein schnelles durchtrennen (sägen) von Ästen, Ranken, Drähten oder Seilen. Jedoch hinterlässt der Gebrauch schnell Spuren auf der schwarzen Beschichtung bis hin zu deutlichen Abnutzungserscheinungen.

Griff

Das LMF II Infantry hat ein ergonomisch geformtes und geriffeltes Griffheft, welches rutschfest in der Hand liegt und optimalen Halt bei der Handhabung des Messers bietet. Dadurch lässt sich das Messer gut führen und der Handschutz schützt vor Verletzungen, falls man mit dem Messer mal abrutscht.

Das massive Stahlelement am Griffende lässt sich prima als Hammer oder Glasbrecher gebrauchen. In einer Survival-Situation kann es überlebenswichtig sein, z.B. harte Schalen oder Knochen aufschlagen zu können.

Das besondere an dem Griff ist, dass dieser durch die Konstruktionsweise sogar gegen Stromschläge isoliert ist. Denn der Erl geht nicht ganz durch den gesamten Griff durch, wodurch das Griffende keine leitende Verbindung zur Klinge hat. Jedoch geht dies zur Lasten der Festigkeit der Klinge, z.B. bei Hebelarbeiten.

Durch die Konstruktion des LMF II und das nichtleitende Griffmaterial ist es möglich, dass man mit der Klinge Stromkabel durchtrennen kann, ohne einen elektrischen Schlag zu erleiden. Ein Messer mit durchgehendem Erl (Full-Tang) würde dies nicht ermöglichen.

Zwei im Griff befindliche Bindelöcher ermöglichen sogar den Bau eines Speeres, bei dem das Messer als Speerspitze dient. Das Griffende hat zudem ein Loch für eine Kordel.

Scheide

Zum Lieferumfang des Gerber LMF II Infantry gehört eine Nylon/Kunststoff-Scheide, die am Gürtel getragen werden kann und sich mit einer elastischen, gummierten Schlaufe am Oberschenkel befestigen lässt. Mittels einer zweiten gummierten Schlaufe lässt es sich zudem an der Wade fest schnallen. Durch die Gummierung auf der Rückseite der Riemen rutschen die Schlaufen nicht von alleine runter.

Zudem ist die Messerscheide MOLLE-kompatible (MOdular Lightweight Load-carrying Equipment) und lässt sich daher auch an einer Kampf- oder Schutzweste anbringen. MOLLE ist ein militärisches, normiertes System zum Befestigen und Tragen von Ausrüstung und Gegenständen.

Das Messer rastet mit einem satten Klacken in der Scheide ein und ist danach fest arretiert. Zusätzlich wird der Griff mit zwei Druckknöpfen gesichert.

Dadurch wird das Messer bei Nichtgebrauch geschützt und kann sich auch nicht versehentlich aus der Scheide lösen, was das Verletzungsrisiko minimiert.

In der Scheide ist zudem ein Messerschleifer integriert, mit der sich das Messer unterwegs leicht wieder nachschärfen lässt.

Gerade wenn man längere Zeit in der Wildnis verbringt (oder verbringen muss), ein extrem nützliches Feature!

Das LMF II Infantry im Outdoor-Einsatz

Mit seinem Gewicht von 327 Gramm ist das LMF II Infantry wahrlich kein Leichtgewicht und bietet gerade noch so einen vertretbaren Kompromiss aus Handlichkeit und Stabilität.

Durch das massive Griffende, liegt der Schwerpunkt des Messer zudem weit hinten. Das ist erstmal ungewohnt und auch das etwas höhere Gewicht verkürzt die Zeit, in der ein ermüdungsfreies Arbeiten möglich ist.

Durch seine massive Ausführung ist das Gerber LMF II Infantry jedoch wie geschaffen für grobe Arbeiten. Auch dickere Äste lassen sich mühelos beschneiden oder hacken, was gerade für den Bau eines Unterstandes von Vorteil ist.

Sogar Feuerholz lässt sich mit Hilfe des Messers und einem Gegenstand zum schlagen leicht spalten.

Die kräftige Teilsägezahnung ermöglich zudem das Sägen von dickeren Ästen oder Stöcken sowie das durchtrennen von reißfesten Seilen bis hin zu dickeren Drähten.

Die Schneide ist extrem Scharf und bleibt dies auch lange Zeit. Mit ihr lässt sich Holz gut schnitzen oder anderweitig bearbeiten. Eine Speerspitze ist ruckzuck angefertigt.

Auch weiche Sachen wie Fleisch, Gemüse, Obst oder Papier schneidet das LMF II Infantry mühelos. Jedoch sind feine und filigrane Arbeiten nicht so die Stärken des Messer. Dafür ist es einfach zu wuchtig und schwer.

Mein Fazit

Das Gerber LMF II Infantry ist ein sehr hochwertig verarbeitetes, extrem robustes und funktionales Survivalmesser in einem sehr materialistischen Militär-Design.

Das ist nicht jedermanns Sache, mir gefällt das ganz in schwarz gehaltene LMF II jedoch besser als die bunten Messer aus der Gerber Bear Grylls Survival-Serie.

Insgesamt meistert das Gerber LMF II Infantry durch sein höheres Gewicht gerade alle groben Outdoor-Herausforderungen souverän, feine Arbeiten gehen mit ihm jedoch nicht ganz so leicht von der Hand.

Dafür eignet sich das LMF II Infantry auch als Einsatz- oder Rettungsmesser und das umfangreiche Zubehör mit der robusten Kunststoff/Nylon-Scheide mit integrierten Messerschärfer und den vielen Befestigungsmöglichkeiten lässt keine Wünsche an ein Survivalmesser offen.

Gerber gewährt auf das Messer in den USA eine lebenslange Garantie auf das Material und die Verarbeitung, außerhalb der USA sind es immerhin noch 25 Jahre.

Weitere Testberichte

Anmerkung: Das Messer wurde mir freundlicherweise von dem Online-Shop Messerexperte.com für diesen Test zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! 

Meine Meinung ist jedoch wie immer nicht beeinflussbar.

Das LMF II Infantry bekommst im Online-Shop von Messerexperte.com oder in folgenden Online-Shops:

Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Super interessanter Testbericht von dem Gerber Survivalmesser! Ich war schon immer begeistert von der Qualität, die man durch die Gerber-Produkte in der Hand hält. Preislich ist es auch noch im Rahmen aber ob es mein Schmuckstück ablösen wird, dass muss ich noch sehen.
    Vielen Dank für den Blogbeitrag!

  2. Ich finde Messer auch irgendwie spannend und sie üben eine gewisse Faszination aus, das kennen wohl viele von sich. Aber mal im ernst: Sowas braucht man nicht auf Tour. Ich kann mich an *keine einige* Situation erinnern, in der ich etwas massiveres als ein Opinel gebraucht hätte. Was macht man schon auf Tour mit einem Messer? Wurst schneiden, mal ne Packung öffnen, einen Hering schnitzen, ein Stück Schnur durchtrennen, das wars. Wenn man viel Feuerholz braucht, fürs Lagerfeuer oder den Hobo-Kocher sind kleine Klapp- oder Bogensägen besser geeignet.
    Bleibt noch der Anwedungsfall der Zombieapocalypse…

    • Das ist ja auch ein Survivalmesser und damit für Notfallsituationen gedacht, wo es um das nackte überleben geht. Als normales Wander- oder Campingmesser ist es sicherlich zu groß und zu schwer. Es sei denn, man ist in Gegenden unterwegs, wo einem Tiere gefährlich werden können. Da würde mich das Messer schon beruhigen ;-)

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