Trekking auf dem Ederhöhenpfad und Urwaldsteig (1/4)

Was tun, wenn man nur vier Tage Zeit hat und sich nicht zwischen zwei längeren Qualitätswanderwegen entscheiden kann? Ganz einfach: Man kombiniert einfach Teile beider Weg und hofft, dass man sich die schönsten Abschnitte ausgesucht hat. So haben wir es mit dem Ederhöhenpfad und Urwaldsteig im Waldecker Land in Hessen gemacht. Jeweils zwei Tage wollen wir auf jeden der beiden Wanderwege verbringen und die abwechslungsreiche Landschaft rechts und links der Eder entdecken.

Tag 1: Auf dem Ederhöhenpfad von Battenberg nach Frankenberg

Unsere Tour auf dem Ederhöhenpfad beginnt in Battenberg und führt uns auf unserer ersten Etappen auf ca. 14 km nach Frankenberg. Insgesamt führt der als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ zertifizierte Wanderweg  auf einer Länge von ca. 63 Kilometern durch das Ederbergland und trifft bei Schmittlotheim auf dem Urwaldsteig, den wir dann anschließend zwei Tage u.a. durch den Nationalpark Kellerwald-Edersee folgen wollen.

Weißes „E“ mit blauem Wischer

Nach dem wir unser Auto auf dem Parkplatz der Burgberghalle in Battenberg abgestellt haben, laufen wir auf dem kürzesten Weg vorbei an Häuser und Kleingärten zum Wegverlauf des Ederhöhenpfads. Bald schon folgen wir dem weißen „E“ mit blauem Wischer parallel zur Eder, jedoch einige Meter oberhalb. Das Wetter ist mit 25 Grad angenehm warm und die Sonne scheint. Wir sind total happy und genießen jeden Schritt durch die saftig grünen Wiesen und goldenen Getreidefelder. Immer in Blickweite der Eder. Einige Zeit später kommen wir der Eder dann zum ersten mal richtig nah und sind total begeistert von den wildwüchsigen Uferzonen und dem vielfältigen Leben im und am Wasser. Kein Wunder, gilt die Eder doch als der sauberste Fluss in Hessen.

Der Klippenpfad

Wenig später stoßen wir auf dem Klippenpfad, dem auch der Ederhöhenpfad ein Stück folgt. Immer am Rand der Ederklippe verläuft der Weg auf einem schmalen Pfad entlang. Durch die Bäume erhaschen wir ab und zu ein Blick hinab zum Flussbett, in das sich die Eder hier tief eingegraben hat. Zwischendurch tragen wir uns noch ins das Wanderbuch des Klippenpfads ein. So viel Zeit muss sein. Wenig später kommen wir an der historische Grenze Hessen-Darmstadt und Hessen-Kassel vorbei, der mit einem Grenzstein im Original aus dem Jahr 1650 markiert ist. Wenig später ist der sehr schöne Abschnitt auf dem Klippenpfad auch schon leider wieder zu Ende.

Pause am Flussufer

Weiter geht es immer entlang der Eder und durch die stille Natur. Wir beschließen, an einer geeigneten Stelle direkt am Ufer eine Pause einzulegen. Doch das ist gar nicht so einfach, führt der Weg doch meist weit oberhalb der Eder entlang. Und so laufen wir eine ganze Weile immer weiter parallel zum Flusslauf. Dann finden wir endlich eine schöne Stelle und packen direkt am Wasser unsere Pausenbrote aus. Wir saugen die Atmosphäre am Fluss förmlich auf und blicken verträumt auf das langsam fließende Wasser, in dem sich die Bäume am Ufer spiegeln. Das Wasser ist hier glasklar und wir können die Fische im Wasser beobachten. Herrlich.

Ankunft in Frankenberg

Nach dem wir uns nach einer ganzen Weile wieder aufgerafft haben, erreichen wir wenig später auch schon Frankenberg. Und das beste ist: Wir haben unterwegs keinen einzigen Wanderer getroffen. So kann es weiter gehen. Leider haben wir aufgrund des am Wochenende stattfindenden Park- und Lichterfestes in Frankenberg nur noch außerhalb der Altstadt eine Unterkunft bekommen. Und so müssen wir wohl oder übel das letzte Stück durch ein tristes Gewerbegebiet laufen, bis wir schließlich unser Ziel erreichen: Eine Art Truckerhotel direkt neben einer Tankstelle. Es gibt wirklich idyllischere Übernachtungsmöglichkeiten bei einer Wandertour.

Altstadt und Park- und Lichterfest

Da wir den ersten Tag eine recht überschaubare Streckenlänge gewandert sind, haben wir nach dem Duschen noch ausreichend Zeit und Kraft, um uns die historische Altstadt Frankenbergs anzuschauen. Und so laufen wir wenig später an sehenswerten Fachwerkhäuser vorbei und bestaunen das außergewöhnliche Rathaus mit seinen vielen kleinen und großen Spitztürmen. Am Obermarkt kehren wir schließlich in das Hotel-Restaurant „Rats-Schänke“ (sehr zu empfehlen!) ein und genießen auf der Terrasse die hessische Küche bei einem frisch gezapften Licher.

Da es immer noch früh am Abend ist, beschließen wir noch auf das im Frankenberger Teichgelände stattfindende Park- und Lichterfest zu gehen. Als wir dort ankommen, staunen wir nicht schlecht: Unzählige Kerzen, Fackeln und Lichterketten haben das Gelände in ein stimmungsvolles Lichtermeer verwandelt. Dort lassen wir den Abend bei einer beeindruckende Feuershow, guter Live-Musik und bei hessischer Braukunst aus dem Herzen der Natur ausklingen. Hoffentlich rächt sich das morgen nicht …

Die anderen Teile der Artikelreihe

Tag 2: Auf dem Ederhöhenpfad von Frankenberg nach Schmittlotheim

Tag 3: Auf dem Urwaldsteig von Schmittlotheim nach Hemfurth

Tag 4: Auf dem Urwaldsteig von Hemfurth nach Nieder-Werbe

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Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

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