Rundwanderung zur Hohensyburg in Dortmund

Die Burgruine Hohensyburg liegt im Süden von Dortmund auf dem Syberg. Der Syberg gehört zu dem Ardeygebirge und ist so zusagen mein Hausberg. Denn seit meiner Kindheit war ich schon unzählige Male auf der markanten Ruhrhöhe, da sich dort eine Reihe von Sehenswürdigkeiten befinden und der Berg ein beliebtes Ausflugsziel ist.

Schon länger wollte ich dort mal wieder eine ausgiebige Wanderung ohne große Planungsphase unternehmen. An meinem Geburtstag war es dann endlich soweit.

Mein Tag

Heute ist mein Geburtstag. Ich habe frei, meine Frau muss arbeiten und die Kinder gehen in den Kindergarten bzw. in die Schule. Daher habe ich bis zum Nachmittag Zeit für mich und meine Outdoor-Leidenschaft. Perfekt für eine kleine Wanderung in der Nähe und eine gute Gelegenheit, um endlich mal wieder auf die Hohensyburg zu wandern.

Wegen Steinschlag gesperrt

Ausgesucht für meine kleine Geburtstags-Wanderung habe ich mir den Wandervorschlag „Hohensyburg und Kaiser Wilhelm“ von Wanderwege-nrw.de. Da jedoch die Wanderwege an den Ruhrsteilhängen des Sybergs immer noch wegen Steinschlags gesperrt sind, kann ich den schönsten Abschnitt leider nicht gehen. Denn bisher konnten sich der Landschaftsverband Westfalen-Lippe und die Stadt Dortmund nicht einigen, wer für die Sicherung des Hangs zuständig ist. Und bis es soweit ist, bleiben die Wanderwege am Syberg und der Abschnitt des RuhrtalRadwegs gesperrt.

Heute kann es regnen

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Und so starte ich an dem Parkplatz an der Hohensyburgerstraße, passiere das Landhaus Syburg und biege nach rechts Richtung Spielbank und Hohensyburg ab. Leider hat es auf den ersten Metern angefangen zu regnen. Aber wie heißt es so schön in dem Geburtstagslied von Rolf Zuckowski:

Heute kann es regnen, stürmen oder schnein, denn du strahlst ja selber wie der Sonnenschein.

Und so halte ich es heute auch und lass mir die Laune von dem schlechten Wetter nicht vermiesen.

Kaiser-Wilhelm-Denkmal

Ich komme an den Einstieg des Syburger Bergbauwegs am Nordwesthang des Sybergs vorbei, der leider auch wegen Steinschlaggefahr gesperrt ist. Und so wandere ich weiter und komme zur Parkanlage auf dem Syberg. Wo es sonst bei schönem Wetter nur so vor Menschen wimmelt, ist es jetzt menschenleer.

Auch am Denkmal zu Ehren des Kaisers Wilhelm I bin ich ganz alleine. Zumindest fast. Hoch oben über mir sitzt noch der Kaiser auf seinen Ross und auch Otto von Bismarck und Graf von Moltke sind noch da. Auf uns alle prasselt der Regen nieder und ich genieße die besondere Atmosphäre. Ist man hier oben doch selten für sich. Bei schönem Wetter bietet sich von hier üben ein schöner Ausblick über über die Flüsse Ruhr und Lenne, den Hengsteysee, das Hagener-Ruhrtal bis hin zu den Anfängen des Sauerlandes. Heute ist jedoch alles grau in grau. Nach dem ich beim Geocaching „Des Kaiser´s Dose“ vergeblich gesucht habe, ziehe ich unverrichteter Dinge weiter.

Vincketurm

Nicht weit entfernt steht der 26 Meter hohe Vincketurm. Mein nächsten Ziel. Der achteckige, neugotische Aussichtsturm aus Ruhrsandstein wurde 1857 auf dem höchsten Punkt des Sybergs zur Erinnerung an Ludwig von Vincke errichtet. Bei schönem Wetter ist der Turm geöffnet und von oben hat man einen einmaligen 360° Panoramablick. Heute bleibt der Turm jedoch verschlossen und so gehe ich sofort weiter zu der mittelalterlichen Burganlage der Hohensyburg, deren Überreste sich direkt neben dem Turm befinden.

Burgruine Hohensyburg

Die Höhenburg auf dem Syberg wurde um 1150 auf den Resten einer sächsischen Wallburg aus Ruhrsandstein errichtet. Sie diente der Sicherung des Ruhrübergangs bei Westhofen und war Sitz der Herren von Syberg. Heute sind leider nur noch die Außen- und Grundmauern und Teile der Türme sowie des Hauptgebäudes erhalten. Aber das Gelände und sämtliche Räume der früheren Burg sind frei begehbar.

Im größten Raum der früheren Burg befindet sich ein aus Ruhrsandstein bestehendes Kriegerdenkmal. Drei Gedenktafeln erinnern an die gefallenen Syburger Bewohner dreier Kriege. Gerade als ich mir die Tafeln durchlese, bricht zwischen den Wolken die Sonne durch und taucht das 1930 aufgestellte Kriegerdenkmal in diffuses Gegenlicht.

An der Ruhr entlang

Jetzt geht es den Syberg wieder runter, ich passiere die Spielbank Hohensyburg und wandere stetig bergab durch ein schönes Waldstück. Links durch die Bäume erhasche ich einen Blick auf die Kirche St. Peter zu Syburg, deren Vorgänger um 700 erbaut wurde und der älteste Sakralbau auf Dortmunder Stadtgebiet ist.

Wenig später trete ich über einige Stufen wieder aus dem Wald. Ich folge der Straße nach rechts weiter Tal abwärts und hebe an der Naturbühne Hohensyburg noch schnell einen Cache. Danach durchquere ich eine schöne Baumallee die Ruhrauen und erreiche wenig später den RuhrtalRadweg, dem ich ein Stück nach links folge.

Wald und Flur

Ich passiere Haus Husen mit dem ehemaligen Wohnturm der Burg Husen aus dem 14. Jahrhundert. Kurz danach überquere eine Straße und wandere durch Wald und Wiesen. Am Ebberg führt mich der Weg durch den Wald wieder stetig bergauf. Auch hier ist es landschaftlich richtig schön. Nur leider führt der Weg hier ganz nah an der viel befahrenen Autobahn A1 entlang und dem entsprechend ist auch die Geräuschkulisse. Aber auch das blende ich heute aus.

Nach einem kurzen, knackigen Anstieg passiere ich das Naturfreundehaus Ebbeberg und es geht ansprechend weiter durch den Wald. Als ich wieder auf freies Feld treffe, bietet sich mir ein schöner Ausblick auf den Dortmund Stadtteil Höchsten. Ich durchquere Kückshausen mit seinen Pferdehöfen, überquere eine Straße und wandere stetig bergab. Kurz vor der hohen Autobahnbrücke der A45 zweigt der Weg nach links ab. Hier muss ich schon beide Augen ganz fest zu drücken, um die Spuren der Zivilisation auszublenden.

Durch das Wannebachtal

Ich erreiche wenig später das idyllische Wannebachtal und durchquere das Tal der Länge nach. Mit ganz viel Phantasie könnte ich mich hier sonst wo wähnen, aber nicht mitten im Ruhrgebiet. So schön ist es hier. Nach dem ich das Tal durchwandert habe und einen weiteren Cache geloggt habe, erreiche ich auch schon wieder den alten Dortmunder Ortsteil Syburg. Ich passiere ein paar alte Gehöfte und bin wenig später am Ausgangspunkt meiner kleinen aber feinen Geburtstags-Wanderung.

Mein Fazit

Die Rundwanderung zur Hohensyburg führte mich sehr abwechslungsreich durch die schöne Landschaft des Dortmunder-Südens und bot dabei eigentlich alles, was eine schöne Wanderung ausmacht. Wäre an einigen Teilstücken nicht die Autobahnen zu sehen und zu hören, hätte ich fast vergessen, dass ich mich mitten im Ruhrgebiet befinde. Aber wenn der Abschnitt durch die Ruhrsteilhänge wieder begehbar ist, lässt sich auch darüber gut hinwegsehen.

Ein Besuch der Parkanlage auf der Hohensyburg mit seinen Sehenswürdigkeiten lohnt sich aber auch alleine. Bei schönem Wetter hat man einen phantastischen Ausblick und das Kaiser-Wilhelm-Denkmal, die Burgruine, der Vincketurm und die etwas abseits gelegene Kirche St. Peter zu Syburg sind eindrucksvolle Zeugnisse der Geschichte in Westfalen.

Anmerkung: Die Sperrung der Wanderwege an den Ruhrsteilhängen wurde mittlerweile aufgehoben. Daher kann der Wandervorschlag von wanderwege-nrw.de wieder komplett nach gewandert werden. 

Links

Meine Aufzeichnung der Tour bei Social Hiking

Fotogalerie

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Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

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