Durch das Kipfen-, Anka- und Pegnitztal in der Hersbrucker Schweiz

Wieder mal war ich für eine Woche beruflich in Franken und habe den Feierabend für eine Wandertour genutzt. Denn wenn ich schon in einer der schönsten Natur- und Wanderregionen Deutschlands bin, nutze ich jede freie Minute um draußen zu sein. Diesmal habe ich mir eine knapp 12 km langer Rundwanderung durch das Kipfen-, Anka- und Pegnitztal in der Hersbrucker Schweiz ausgesucht, die ich bei Outdooractive gefunden habe.

Velden im oberen Pegnitztal

Startpunkt meiner Feierabendwanderung ist der kleine Stadt Velden im oberen Pegnitztal mitten im Naturpark Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst. Ich parke mein Auto oberhalb der Pfarrkirche St. Maria und laufe durch enge Gassen mitten durch den malerischen Stadtkern, der romantischen kleinen Stadt an der Pegnitz. Fränkische Idylle pur. Es ist sommerlich warm und immer mal wieder findet die Sonne eine Lücke in den Wolken. Ich passiere den Marktplatz, komme an vielen alten Gebäuden entlang und durchschreite das Mühltor. Der Weg führt weiter an einem historischen Backofen vorbei und auf einer ansteigenden Straße geht es entlang an Wohnhäusern weiter Richtung Ortsrand.

Durch blühende Sommerwiesen ins Kipfental

Dann zweigt der Weg endlich ab und führt mich auf einem Feldweg durch blühende Wildwiesen. Eine warme Brise lässt das Blumenmeer hin und her wiegen. Herrlich. Stetig führt der Weg weiter bergauf und es bietet sich mir ein schöner Ausblick über die hügelreiche Landschaft der Hersbrucker Schweiz. Es geht vorbei an Obstbäumen, unter denen einige Bienenvölker ihr zu Hause haben, und an mein Ohr dringt das Summen abertausender Bienen. Wenig später führt der Weg durch den Wald steil hinunter ins Kipfental. Ich passiere dick bemooste Felsriesen und folge dem Weg weiter durch das idyllische Kipfental und weiter durch den Wald Richtung Geißlochhöhle. Auf einigen Abschnitten führt mich der Track immer mal wieder kurz auf kaum erkennbaren Wegen mitten durch den Wald. Schließlich erreiche ich den Fuß der Felsformation, in der die Geißlochhöhle tief im Fels liegt.

Die Geißlochhöhle

Kurz vor der Höhle steigt der Weg noch mal steil an und dann stehe ich auch schon vor dem Eingang der Geißlochhöhle. Diese ist 145 m lang, beherbergt einen unterirdischen See und war in der Endbronze- und Eisenzeit eine Wohnhöhle. Die Höhle kann gefahrlos begangen werden und ist ein beliebtes Ausflugsziel in der Region. Jetzt am frühen Abend bin ich jedoch ganz alleine hier. Ein Felsbogen markiert den Eingang zu Hölle. Durch den starken Regen in den letzten Wochen ist jedoch viel Schlamm und einige Äste in den Eingang gespült worden und auch von den Stufen ist nichts mehr zu sehen. Daher entscheide ich mich gegen eine Besichtigung. So ganz alleine und in der Dämmerung ist mir auch nichts so wirklich danach Höhlenforscher zu spielen. Dafür habe ich einfach zu viele Horrorfilme gesehen. Und so mache ich mich wieder auf dem Weg.

Vorbei an Hünengräber und querfeldein durch den Wald

Der Weg führt mich weiter durch den Wald und diesmal ignoriere ich den Track, der mich auf keinen erkennbaren Weg mitten durch den Wald führen möchte, und folge einem Forstweg. Auch wenn das einen Umweg bedeutet. Kurze Zeit später bin ich wieder auf dem richtigen Wegverlauf und passiere offene Wiesenflächen, die gerade frisch gemäht wurden und eingeschlossen vom Wald in der Abendsonne liegen. Ein unbeschreiblicher Wiesenduft liegt in der Luft, den ich gierig einatme und der nach Sommer riecht. Wenig später kommen ich an einem großen Grabhügelfeld vorbei, das einmal ca. 30 Hügel umfasst haben soll und aus der Bronze- und der Hallstattzeit stammt. Von hier oben bietet sich mir wieder ein schöner Panoramablick über die Hersbrucker Schweiz. Langsam setzt die Abenddämmerung ein und deshalb sehe ich zu, dass ich weiter komme.

Ich folge dem Weg weiter Richtung Münzinghof, durchschreite die kleine Ortschaft und bin kurz danach überfragt, wo der Weg weiterführt. Der Weg führt in einer Kurve nach rechts weg, mein Track zeigt jedoch geradeaus. Leider kann ich jedoch beim besten Willen keinen Weg erkenne. Ziellos laufe ich ein paar mal hin und her. Habe ich nicht doch einen Pfad übersehen oder ist das GPS einfach nur ziemlich ungenau? Aber es nützt nichts. Den erhofften Pfad kann ich bei bestem Willen nicht erkennen. Und so entscheide ich mich Querfeldein entlang des Tracks talabwärts durch das Ankatal zu laufen. Und so stapfe ich wenig später mitten durch den Wald über Stock und Stein durch das felsenreiche Berghänge talabwärts.

Die Andreas­kirche und die alte Zollschule Rupprechtstegen

Wenig später führt mich der Wegverlauf wieder über Forstwege am Fuß des Appen- und des Frauenberges durch das Ankatal Richtung Rupprechtstegen. Ich komme an der so genannten Andreas­kirche vorbei, einer so genannten Hallenhöhle. Den Namen hat die Höhle der Legende nach davon, dass hier die ersten Christen der Region ihre Gottesdienste gefeiert haben sollen. Wenn ich mir die große und geräumige Halle so anschaue, kann ich mir das auch gut vorstellen. Nach dem ich mir die Höhle angeschaut habe geht es weiter durch den Wald. Überall ragen imposante, mit Moos überzogene Felstürme aus dem Boden und bieten die Kulisse für ein einmaliges Wandererlebnis.

Der Weg führt nun stetig bergab und wird dabei immer unkenntlicher. Wieder mal. Und so laufe ich bald ein weiteres mal auf kaum erkennbaren Wegen durch den Wald talabwärts. Nur das es jetzt langsam dunkel wird. Wenig später treffe ich endlich doch noch auf einen halbwegs erkennbaren Weg, auf dem ich parallel zum Berg wandere. Unterhalb einer steilen Felswand steht eine Bank, auf der anscheinend schon lange niemand mehr Platz genommen hat. Alles wirkt irgendwie verlassen und längst vergessen. Dann sehe ich ein Schild mit der Aufschrift:

Achtung Zollschule! Durchgang verboten!

Einen kurzen Moment überlege ich, ob ich weiter gehen soll. Aber da es hier nicht so aussieht, als ob das Schild noch Gültigkeit hat setze ich meinen Weg fort. Wenig später passiere ich einige verwitterte Sitzgruppen auf exponierte Lage und meine Vermutung wird bestätigt: Hier gibt es wohl schon lange keine Zollschule mehr. Der Weg führt in Serpentinen auf einem schmalen Pfad abwärts, auf denen früher wohl die angehenden Zollbeamten zu den Pausenplätzen im Wald gelaufen sind. Der Pfad wurde aber wohl schon länger nicht mehr benutzt, denn die Balken zur Sicherung des Erdreichs sind morsch und verwittert und ich muss über einige umgefallene Bäume steigen. Schließlich stehe ich dann vor der ehemaligen Zollschule Rupprechtstegen, die offensichtlich schon länger leer steht.

Entlang der Pegnitz

Von der Zollschule geht es weiter nach Rupprechtstegen und ein Stück die Straße lang. Nach der Wassermühle überquere ich auf einer Holzbrücke die Pegnitz, die immer noch ein wenig Hochwasser führt. Die letzten Strahlen der Sonne spiegeln sich auf dem Wasser und immer mal wieder springen Fische aus dem Wasser. Idyllischer geht es kaum. Ich laufe zufrieden parallel zum Fluß weiter Richtung Lungsdorf und bin froh, dass ich jetzt keine schwierigen Wegabschnitte mehr vor mir habe. Ich komme an mehreren Felstürmen und an dem imposanten Rothenfels vorbei, wechsel kurz danach über eine weitere kleine Holzbrücke wieder auf das andere Ufer und erreiche das malerische Lungsdorf: Denn das Fachwerk- und Felsendorf liegt wildromantisch direkt an der Einmündung des Kipfentales in das Pegnitztal.

Durch Kieferwälder auf den Wachtberg

Kurz vor dem Ortsausgang zweigt der Weg nach links an und führt mich stetig bergauf auf den Wachtberg. Dabei ergibt sich ein schöner Ausblick auf das idyllische Lungsdorf, das eingebettet zwischen Fluss, Felsen, Wald und Wiesen wirklich sehr schön anzusehen ist und den Beinamen „Perle des Pegnitztals“ zu recht trägt. Weiter geht es durch Dolomitkieferwäldern des Wachtberges auf sandigen Böden durch Wald- und Flurstücke zurück Richtung Velden. Kurz vor Velden komme ich an der Sonnenburg vorbei, einer ca. 450 m lange Wallanlage aus Dolomitsteinen und Erde, die auf drei Seiten ein Plateau umschließt. Der Weg führt mich nun weiter bergab und ich treffe schließlich am Ortsrand von Velden wieder auf den ursprüngliche Weg. Ich durchschreite wieder das Mühltor und eine schöne Feierabendwanderung geht zu Ende

Mein Fazit

Die Wanderung durch das Kipfen-, Anka- und Pegnitztal führt abwechslungsreich durch die wildromantische und einmalige Naturlandschaft der Hersbrucker Schweiz. Dabei wandert man durch weite Wälder, bunte Wildwiesen, idyllische Flusstäler und passiert schöne fränkische Dörfer. Zwischendurch ergeben sich immer wieder schöne Panoramaaussichten. Man kommt an bizarren Felsformationen vorbei und urzeitliche Höhlen laden zum erkunden ein.

Daher sollte man für die Tour, auch wenn sie nur 12 Kilometer lang ist, ausreichend Zeit einplanen, damit für die Besichtigungen der Sehenswürdigkeiten auch genügend Zeit bleibt. Das hat mir leider ein wenig gefehlt. Gerade die Geißlochhöhle hätte ich gerne mal von innen gesehen.

Wer die Tour nachwandern möchte, der sollte sich nach Münzinghof und insbesondere nach der Andreaskirche einen alternativen Wegverlauf auf befestigen Wegen suchen. Denn gerade der Abstieg nach Ruprechtstegen ist nicht ganz ungefährlich, da dieser auf kaum erkennbaren Wegen mitten durch den Wald verläuft. Besonders, da unter den Blättern viele Felsen und Steine verborgen liegen und ein Sturz böse enden kann.

Weitere Informationen zu der Wanderung findet ihr auch auf outdooractive.com: Durch das Kipfen-, Anka- und Pegnitztal

Fotogalerie

Meine Aufzeichnung der Wanderung bei Social Hiking

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Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Hi Jens,

    wiedermal ein richtig schöner Bericht! Schade, dass der Track so ungenau war :( Ob es sich dabei um einen alten Track handelt? Oder ob er einfach nur ungenau aufgezeichnet/geklickt war?

    Ich wünsche Dir jedenfalls auch weiterhin viel Spaß mit unseren Touren.

    Liebe Grüße,

    Erika
    outdooractive.com

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