Burgen, Felsen und Mythen: Trekking auf dem Felsenland-Sagenweg – Etappe 4 von Ludwigswinkel nach Bruchweiler

Sagt dir „Worschdgrumbeere“ etwas? Nein? Macht nichts. Uns bisher auch nicht. Bis gestern Abend, als uns im Gasthaus zum Landgrafen in Ludwigswinkel das Wort auf der Speisekarte aufgefallen ist.

Worschdgrumbeere ist ein typisches Pfälzer Gericht und besteht aus gewürfelten Bratkartoffeln mit gebratener Leber- und Blutwurst und wird in der Pfanne serviert.

Extrem deftig, aber auch total lecker und genau richtig nach der anstrengenden Etappe gestern.

4. Etappe von Ludwigswinkel nach Bruchweiler

Leider steht heute schon unsere letzte Etappe auf dem Felsenland-Sagenweg an. Diese führt uns auf vergleichsweise entspannten 18,5 km von Ludwigswinkel nach Bruchweiler. Heute gibt es unterwegs nicht eine einzige Burgruine zu erkunden. Dafür ist die Etappe aber von Wald und Wasser geprägt und schöne Aussichtspunkte hat sie auch zu bieten.

Barfusspfad und Skulpturenweg

Am letzten Tag haben wir noch mal richtig Glück mit dem Wetter. Die Sonne scheint und es ist schon morgens angenehm war. Die langen Hosen können heute endlich im Rucksack bleiben. Gut gelaunt machen wir uns auf und passieren in Ludwigswinkel den Barfusspfad. Wenig später zweigt der Weg nach rechts ab und wir laufen auf einem Skulpturenweg durch den morgendlichen Wald.

Saarbacherhammer See

Wenig später kommen wir am Saarbachhammer See vorbei, der im 18. Jahrhundert doch das Aufstauen des Saarbach entstanden ist. Den Namen verdankt der See einem Hammerwerk, welches früher durch den Staussee per Wasserkraft angetrieben wurde.

Heute ist der See ein beliebtes Ausflugsziel zum baden und angeln. Wir genießen den Blick über den See, der ruhig in der morgendlichen Sonne glitzert.

Entlang der Saarbach

Nach einem kleinen Schlenker durch den Wald führt uns der Felsenland-Sagenweg erst durch einen Naturkundepfad und dann am Saarbach entlang. Auf einem schmalen Uferpfad laufen wir jetzt direkt am Wasser entlang.

Das Leben pulsiert hier am und im Wasser nur so. Überall blüht es. Bunte Libellen und andere Insekten schwirren durch die Luft. Enten schwimmen mir ihrem Nachwuchs auf dem Bach und immer wieder können wir im Wasser riesige Bachforellen ausmachen.

Der Abschnitt ist der Hammer! Weil gerade alles passt. Das warme, sonnige Wetter. Das gurgelnde Wasser und die Vielfalt an Leben, die der Lebensraum Gewässer bietet. Und dazu noch unsere Laune, die nicht besser sein könnte.

Das Naturschutzgebiet Königsbruch

Zu unserer absoluten Freude geht es eine ganze Zeit immer am Wasser entlang und durch die idyllische Talaue. Mal ganz nah, dann wieder etwas entfernt. Daneben gibt es auch Abschnitte, die durch das hohe Schilf führen. Absolut genial!

Links lassen wir schließlich das NaturErlebnisZentrum Wappenschmiede und das Biosphärenhaus Pfälzerwald/Nordvogesen liegen und folgen schließlich dem Lauf des Königsbruchgraben. Überqueren diesen und den Saarbach auf Brücken und überschreiten auf einem sehr langen  Holzsteg das Naturschutzgebiet Königsbruch.

Auf den Rumberg und Christkindelsfelsen

Schließlich geht es wieder in den Wald und schmale idyllische Waldpfade führen uns stetig bergauf. Durch die warmen Temperaturen kommen wir ganz schön ins schwitzen. Die Anstrengung wird aber irgendwann mit einem schönen Ausblick vom Christkindelsfelsen belohnt, den wir über eine Eisenleiter erklimmen.

Wie genießen die Aussicht auf Rumbach und die Landschaft. Und sind froh, dass es Petrus heute an unserem letzten Wandertag noch mal so gut mit uns meint. Dementsprechend ist unsere Laune und wir sind total ausgelassen und blödeln beim Fotos machen wie kleine Kinder rum.

Alte Zufluchtsstollen

Der Abstieg vom Christkindelsfelsen verläuft über einen schönen Waldweg. Wir kommen an einigen alten Zufluchtsstollen vorbei, in denen im 2. Weltkrieg die Bewohner von Rumbach zuflucht gesucht haben und heute bedrohte Fledermäuse wohnen. Wir durchqueren danach Rumbach mit seinen schönen Fachwerkshäusern und der Christuskirche.

Felsmassiv Schützenfelsen

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Dann geht es noch einmal auf Waldpfaden bergauf und wir kommen zum Felsmassiv Schützenfelsen. Der Sage nach, soll hier der ruhebedürftige Berggeist einst einen schießwütigen Hauptmann in einen Rehbock verwandelt haben. Ein Schild am Felsen erinnert an die Sage.

Danach geht es erst noch ein Stück durch den Wald und dann weiter durch weite Sommerwiesen. Noch einmal präsentiert uns die Natur ein Gemälde aus Himmel, Wolken und Landschaft.

Ankunft in Bruchweiler-Bärenbach

Schließlich erreichen wir den staatlich anerkannten Erholungsort Bruchweiler-Bärenbach und unsere Trekking-Tour auf dem Felsenland-Sagenweg geht nach vier erlebnisreichen Tagen und knapp 90 Kilometern zu Ende.

Von Bruchweiler fahren wir mit dem Bus zurück nach Dahn und steigen einige Minuten später am Haus des Gastes aus. Wieder mal sind vier schöne Wandertage viel zu schnell vorbei gegangen.

Unser Fazit

Der Felsenland-Sagenweg führt sehr abwechslungsreich durch die wunderschöne Landschaft des Dahner Felsenlandes. Dabei sind wir an vielen bizarren Buntsandsteinfelsen, imposanten Burgruinen und auch an Bächen und Seen vorbei gekommen. Sind auf viele Aussichtsfelsen gestiegen, haben uns den zwei duzend Sagen gewidmet und konnten einiges über die Geschichte der Region lernen.

Besonders beeindruckt haben uns die markanten Felsmassive und das die Burgen alle voll zugänglich sind und erkundet werden können. Das war unheimlich spannend und hat viel Spaß gemacht.

Für die Besichtigungen musst du aber auch entsprechend Zeit einkalkulieren. Zudem solltest du für den Felsenland-Sagenweg einigermaßen trittsicher sein und eine gewisse Kondition mitbringen. Vor allem wenn du ihn so wie wir in vier anstatt fünf Ertappen erwandern möchtest.

Die anderen Teile der Artikelserie

Links

Meine Aufzeichnung der Wanderung bei Social Hiking

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Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Jens,
    ich finde die Dokumentation der Wandertouren echt stark! Ich selber war letztes Jahr im Sommer in ganz Deutschland unterwegs mit 2 Freunden. Sehr empfehlen kann ich eine Tour durch das Elbsandsteingebirge. Wir hatten sehr viel Glück mit dem Wetter genau wie ihr. So macht das gleich noch viel mehr Spaß. Beim nächsten Mal werde ich auch meine Kamera mitnehmen. Man weiß ja nie ;)

    Lg, Chris

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