Meine Erfahrungen mit dem Merrell Barefoot Lithe Glove

Das ist ein Gastbeitrag von Nina. Nina ist so gerne draußen, dass sie vorher noch nie etwas für dieses Internet geschrieben hat.

Endlich war es soweit: Der Tag auf den ich so lang gewartet hatte war gekommen, und der freundliche Paketmensch brachte mir meine ersten Barfußlaufschuhe von Merell. Vielen Dank an Jens, der mir diese Freude überhaupt erst möglich gemacht hat!

Ich hatte vorab von meinem Freund ja schon so viel tolles über den Schuh gehört, dass es mir fast so vorkam, als wäre ich selbst schon damit gelaufen, ohne den Schuh tatsächlich besessen zu haben.

Jetzt sollte sich das endlich ändern, denn ich hatte ja jetzt auch meinen eigenen Barfußschuh, und konnte mal von meinen Erfahrungen berichten—ohne eben dass ich mich nur auf die gemachten Erfahrungen meines Freundes verlassen musste.

Fremde und eigene Erfahrungen

Also ging es los: Gerade zu Anfang beherzigte ich natürlich doch die Tipps meines Freundes, denn er war in der Zwischenzeit schon zu einem echten Fan der Barfußlaufschuhe geworden.

Sein erster Tipp lautete, zieh die Schuhe erstmal zum Spazierengehen an, um ein Gefühl für den Barfußschuh zu bekommen. Gesagt, getan.

Nachdem ich also die ersten Schritte spaziert war, bemerkte ich bereits leichte Abschürfungen oben auf meinen Zehen. Aus diesem Grund beschloss ich, dass ich beim Laufen, zum Schutz meiner Füße, mit Füßlingen in den Schuhen beginnen würde.

Ich lief mein erste Runde, und hatte das Gefühl während des Laufens gar nicht von der Stelle zu kommen. Es kam mir so vor, als würde ich viel langsamer als zuvor laufen.

Danach bemerkte ich sehr schnell, dass das Laufen mit Barfußschuhen etwas ganz anderes ist als mit “normalen” Joggingschuhen. Ich fühlte bereits nach kurzer Zeit einen unbekannten aufsteigenden Schmerz in meiner Wade und der Achillesferse.

Da man ja aus Fehlern bekanntlich klug wird, beschloss ich meine Schuhe beim nächsten Laufen mal etwas anders zu schnüren, etwas enger, um ein anderes Gefühl für den Schuh zu bekommen.

Vom Laufgefühl fühlte ich mich eindeutig besser, allerdings bemerkte ich auch dieses Mal wieder meine schmerzenden Waden.

Beim dritten Mal lief ich dann wieder mit meinem Freund zusammen, um ihm auch mal einen Blick auf meinen Laufstil zeigen und auch feststellen zu können, ob ich denn wirklich nicht von der Stelle kam oder das nur mein erster Eindruck vom Barfußschuh-Laufen war.

Da merkte ich, dass mir auch das Wetter zu schaffen machte. Zwar legte ich ein gutes Tempo vor, hatte anschließend aber dermaßen Kreislaufprobleme, so dass ich für mich einsehen musste, dass ich nicht von den “normalen” Joggingschuhen mal eben so auf die Barfußschuhe umsteigen kann, sondern dass ich mir hier wirklich etwas Zeit lassen musste. Die körperliche Belastung ist eine deutlich andere.

Doch wie so oft, kam es natürlich anders: mein Ehrgeiz hatte mich gepackt. Ich wollte einfach die übliche Strecke auch mit den Barfußschuhen in der alten Zeit schaffen.

Ehrgeiz ist eine Sache…

Leider rächte sich das sehr.

Ich bekam eine Überreizung des linken Schienbeins und der rechten Achillesferse, was meinen gut begonnenen Trainingsplan leider, für mich viel zu lange, sechs Wochen mit dem Laufen pausieren lassen musste. Schon das normale Gehen bereitete mir solche Schmerzen, dass ich befürchtete eventuell vielleicht auch gar nicht mehr laufen gehen zu können.

Danach musste ich erst wieder in Tritt kommen und feststellen, dass ich wirklich wieder langsam und nur zwei Mal die Woche laufen gehen konnte, ohne mir die Schmerzen wieder einzufangen.

Zum Glück ging es von da an aber wirklich besser. Ich musste mir nur eingestehen, dass ich von nun an mein eigenes Tempo und meine eigene Distanz laufen musste.

Einige Monate lief soweit alles gut. Nachdem ich etwas länger wegen einer Erkältung pausiert hatte, sind wir an einem schönen sonnigen Sonntagmorgen wieder zusammen laufen gegangen. Zu Beginn lief alles super und ich merkte, dass sich mein Auftreten, meine Körperhaltung, leicht nach vorne gebeugt und in die Knie gehend, wirklich verbessert hatte.

…Erfahrungen machen eine andere

Da ich mir noch nicht so viel zutraute, genauer: nach den vorangegangenen Erfahrungen auch nicht zumuten wollte, lief ich dieses Mal nur eine kleinere Runde. Als ich jedoch merkte, dass ich weder mit der Kondition noch mit dem Kreislauf ein Problem hatte, lief ich zurück um den restlichen Weg mit meinem Freund zusammen laufen zu können.

Und dann passierte es: Eine kleine Unachtsamkeit und ich blieb mit dem rechten Fuß an einem hervorstehenden Stein hängen und legte mich so daher, dass ich mir eine Sehne im Daumen anriss und erstmal den Arm in Gips hatte, und erneut mit dem Laufen pausieren musste.

Aus dieser Erfahrung habe ich gelernt, dass einem die Barfußschuhe wirklich nichts verzeihen.

Ich laufe wirklich gerne mit ihnen, habe für mich allerdings festgestellt, dass ich besser nicht laufen gehe, wenn ich nicht richtig wach oder geistig abwesend bin.

Bei jedem Lauf muss man wirklich komplett aufmerksam sein und sehr gut auf seinen Körper achten, denn wie ihr gelesen habt, kann man durch kleine Umaufmerksamkeiten oder das Überschätzen der eigenen Fähigkeiten schonmal das ein oder andere körperliche Problem bekommen.

Mein Fazit

Alles in allem bin ich der Überzeugung, dass durch das neue und andere Laufgefühl ein Wechsel auf die Merells sich für mich deutlich gelohnt hat. Für mich ist sofort ein Trainingserfolg sichtbar geworden, und das bewusste Konzentrieren auf meine Lauftechnik hat meinen Laufstil nachhaltig verändert.

Anmerkung: Die Schuhe wurden freundlicherweise von Merrel für diesen Test zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

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Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Zusammen

    und vielen Dank für den Erfahrungsbericht!
    Ich bin quasi den umgekehrten Weg gegangen. Seit vielen Jahren habe ich einen „Plattfuß“ mit Schmerzen unter dem Vorfuß und habe neben den Einlagen nach Fussgymnastik gesucht, die die Muskulatur stützt und damit das Fussgewölbe wiederherstellt. Zufällig bin ich dabei auf Vibram Fivefingers gestoßen. Sie propagieren VOR dem ersten Lauf mindestens 14 Tage Fußgymnastik zu machen und dann mit sehr kurzen Strecken zu beginnen (http://www.vibram-fivefingers.de/app/downloads/running_broschuere_de.pdf). Ich war so brav und habe alles befolgt und es hat sich mehr als gelohnt. Tatsächlich ist es (zunächst) anstrengender, aber seit einem Jahr bin ich sehr glücklich über ein neues Laufgefühl, habe keine Knie oder Fußsschmerzen mehr (- brauche aber noch Einlagen) und denke über Barfußschuhe für den Alltag nach… so bin ich denn auch auf dieser Seite gelandet.
    Viele Grüße & viel Spaß!
    Sascha

  2. Pingback: Praxistest: La Sportiva Ultra Raptor Women’s Trail-Running Schuh – Hiking Blog

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