Wandern auf der spanischen Baleareninsel Mallorca

Vor ein paar Wochen war ich mit der Familie im Sommerurlaub auf Mallorca. Knapp zwei Wochen haben wir einen reinen Strandurlaub verbracht und Sonne, Sand und Meer genossen. Auch wenn ich das Meer liebe und es sehr gut den ganzen Tag am Strand in der Sonne aushalten kann, musste ich doch hin und wieder an die Wandermöglichkeiten auf der schönen Baleareninsel denken.

Denn mehr als eine kleine Wanderung durch den Naturpark S´Albufera, habe ich in dem Urlaub nicht gemacht. Für mehr war es auch viel zu heiß. Aber eins hatte ich mir vorgenommen: Wenn ich wieder zu Hause bin, wollte ich mich mit den Wandermöglichkeiten und den Gegebenheiten auf Mallorca näher beschäftigen.

Mallorca bietet viel mehr als Ballermann & Co.

Die spanische Baleareninsel Mallorca ist nicht nur für Badeurlaube ein Paradies: Auch Wanderer kommen voll auf ihre Kosten. Abseits der üblichen Ferienregionen wie dem Ballermann oder der lebendigen Ostküste der Insel gibt es vor allem im Hinterland zahlreiche spannende Routen für Wanderer.

Und auch ein Gebirge mit hohen Bergen hat Mallorca zu bieten. Mit dem milden Klima, dem einzigartigem mediterranem Flair und der kurzen Flugzeit ist Mallorca auch für Spontanreisende ein tolles Wanderziel. Eine günstigere Alternative zu den vielen Hotels der Insel bieten online Vermieter privater Unterkünfte, zum Beispiel HouseTrip Deutschland. So kann man den Urlaub, in einer Ferienwohnung auf Mallorca verbringen und das authentische Inselleben der Einheimischen erleben.

Die besten Jahreszeiten zum Wandern

Auf Mallorca herrscht ein moderates subtropisches Klima, mit viel Sonnenstunden und einem kurzen Winter, welches fast das ganze Jahr über sehr gute Wanderbedingungen bietet. Die besten Jahreszeiten zum Wandern sind das Frühjahr (Februar bis Juni) und der Herbst (September bis November). Denn in den Sommermonaten ist es meistens viel zu heiß, um länger in der prallen Sonne zu wandern, da die Temperaturen locker bis über 40° C steigen können. Wer trotzdem wandern möchte, sollte unbedingt ausreichend Wasser mitnehmen und Bekleidung mit UV-Schutz tragen, wie sie z. B. auf transa.ch erhältlich ist.

Die Wandersaison beginnt mit der Mandelblüte im Februar, die sehr schön sein soll und die Insel in ein rosa-weißes Blütenmeer verwandelt. Ab dieser Zeit wird Mallorca immer grüner und die Natur blüht auf. Zum Sommer hin nimmt die satte grüne Farbe wieder ab und ist im Juli und August schließlich verschwunden, da es nun viel zu heiß und trocken ist.

Mit dem Oktober beginnt dann der regenreichste Monat auf Mallorca, in dem die Regenfälle zu nehmen. Dadurch steigt auch die Luftfeuchtigkeit und es kann sehr schwül werden. Ab November wird es wieder merklich kühler und die Temperaturen fallen relativ schnell ab, in den Höhenlagen kann es dann auch schneien. Natürlich ist das Wetter auch auf Mallorca nicht immer zu 100% vorhersehbar, schon alleine weil es sich um eine Insel handelt.

Wegmarkierung und Wegerecht

Die Wanderwege auf Mallorca sind nicht so gut ausgeschildert und kennzeichnet, wie wir das bei uns in Deutschland gewöhnt sind. Ein paar Routen sind zwar markiert und mit Wegweisern versehen, jedoch nicht immer durchgängig und verlässlich. Es kann auch vorkommen, dass Wege im Nirgendwo enden. Als Markierungen werden Farbpunkte auf Steinen oder Felsen verwendet und häufig zeigen auch Steinmänchen den vermeintlich richtigen Weg an.

Auch gibt es kein in sich geschlossenes, gekennzeichnetes Wanderwegenetz. Das liegt daran, dass auf Mallorca das Land zum größten Teil in Privatbesitz ist und viele Wanderwege über private Grundstücke führen. So kommt es immer mal wieder vor, dass man auf Warnschilder mit der Aufschrift:

¡Propiedad privada – Prohibido el paso! | Privatbesitz – Durchgang verboten!

trifft oder vor zugesperrten Gattern oder Toren steht. Ob man diese ignoriert und seinen Weg trotzdem weiter fortsetzt oder umkehrt, muss dann jeder für sich entscheiden. Eine aktuelle Wanderkarte sollte man jedenfalls nicht nur auf Mallorca immer dabei haben. Nun aber zu ein paar der bekanntesten Wandermöglichkeiten.

Parc natural de s’Albufera

Im Nordosten von Mallorca zwischen Puerto de Alcúdia und Can Picafort befindet sich das wichtigste Feuchtgebiet der Balearen: Der 1646,48 Hektar große Naturpark s’Albufera. Ein Naturschutzgebiet welches aufgrund seiner großen Wasservogelpopulation von internationaler Bedeutung ist. In dem Sumpfgebiet sind über 400 verschiedenen Pflanzenarten und 271 verschiedenen Vogelarten beheimatet. Der Naturpark s‘Albufera ist jedoch nicht nur ein Eldorado für Natur- und Vogelliebhaber, sondern auch ideal zum Wandern.

Der Eingang in den Park liegt an der Landstrasse von Alcudia nach Artà an einem Kanal. Der Eintritt ist kostenfrei, man muss sich jedoch vorher im Besucherzentrum „sa Roca“ registrieren. Dieses befindet sich in einer ehemaligen Papiermühle, in der Schilf als Grundlage der Papierherstellung diente.

In dem Zentrum erhält man auch eine Informationsbroschüre und ein Parkplan. Durch den Park führen fünf Rundwege, die vollständig ausgeschildert sind. Die Wege sind flach und führen nicht sehr anspruchsvoll durch die Sumpflandschaft. Daher bietet der Park auch ohne große Vorbereitung und mit Kindern schöne Wandermöglichkeiten. Neben vier Beobachtungsstationen, aus denen sich die Vögel gut beobachten lassen, befindet sich auch ein kleines Museum im Inneren des Parks.

Der Puig Major – die schönsten Routen um den höchsten Berg Mallorcas

Der rund 1.440 Meter hohe Puig Major stellt die höchste Erhebung auf Mallorca dar. Er liegt eingebettet in der nordwestlichen Gebirgskette Serra de Tramuntana.

Der Gipfel mit seiner Radarstation ist jedoch militärisches Sperrgebiet. Abseits davon ist das kompakte Gebirgsmassiv jedoch begehbar und bietet Wanderern verschiedene interessante Routen, die zum Entdecken, Genießen und Erkunden einladen. Die Landschaft zeigt sich in jedem Fall von ihrer abwechslungsreichsten Seite: Von tiefen Canyons über felsige Hochplateaus bis hin zu ursprünglich wirkenden Karstgebirgen finden Wanderer am Puig Major alles, was das Herz begehrt. Zu einem der bekanntesten Canyons gehört unter anderem auch der Torrent de Pareis mit seinen steilen, mächtigen Felswänden.

Nur wenige Kilometer weiter östlich befindet sich zudem das malerische Wallfahrtskloster Lluc, das fast so idyllisch wirkt wie ein japanischer Zen-Garten – hier lässt es sich bestens entspannen und die Ruhe genießen. Ganz in der Nähe liegt darüber hinaus der gelb schimmernde Fels des Tafelbergs Alaró, der ebenfalls schnell über gut erschlossene Wanderwege erreicht ist. Dort auf dem Plateau befindet sich wiederum eine imposante Burganlage, welche vor vielen Jahrhunderten als uneinnehmbar galt und heute von Wanderern aus ganz Europa gerne besichtigt wird.

Fernwanderweg GR-221 – Die Route der Trockensteinmauern

Der Fernwanderweg GR-221 ist einer der schönsten Wanderwege auf Mallorca. Er verbindet die beiden Orte Port d’Andratx und Pollença längs des Gebirgszuges der Serra de Tramuntana im Nordwesten der Insel. Der Wanderweg wird auch Route der Trockensteinmauern genannt. Denn ein Großteil verläuft über historische Wege, welche früher die Dörfer und Besitztümer in den Bergen miteinander verbanden und die mit den für Mallorca typischen Trockensteinmauern gesäumt waren.

Dabei durchquert er hauptsächlich entlang dieser alten restaurierten Wege die atemberaubende und landschaftlich vielfältige Gebirgskette Serra de Tramuntana, die von der UNESCO in der Kategorie Kulturlandschaft zum Welterbe erklärt wurde und ermöglicht, die Geschichte und Kultur dieses einmaligen Landstrichs auf Mallorca zu erwandern.

Oft führt der GR-221 in der Nähe der Küste entlang und auch auf die höchsten Gipfel der Serra de Tramuntana. Der höchste Punkt ist mit etwas über 1.000 Metern der Coll de ses Cases de sa Neu (Pass der Schneehäuser). Der landschaftliche Kontrast und die Vielfalt der Vegetation, mit den schattigen Steineichenwäldern und dem typisch mediterranen niedrigen Strauchwuchs machen den besonderen Reiz des GR-221 aus.

Doch leider ist der GR-221 noch nicht durchgehend begehbar und beschildert, da Teile über Privatbesitz führen und die Besitzer den Durchgang gesperrt haben. Wenn der Fernwanderweg abgeschlossen ist, soll er 271 Kilometer umfassen. Diese gliedern sich in 8 Etappen der Hauptroute und 9 Varianten, mit Anschluss an zahlreiche Gemeinden und interessante Orte.

Fernwanderweg GR-222 – Die Artà – Lluc Route

Der Fernwanderweg GR-222 ist ein zweiter Fernwanderweg auf Mallorca, der jedoch noch in der Entstehung ist und nach der Fertigstellung 126 km lang sein soll. Die Route soll Artà (im Nordosten der Insel) mit dem Naturpark Llevant, und die Dörfer Santa Margalida, Llubí, Inca, Selva und Caimari mit dem Kloster Lluc in der Serra de Tramuntana verbinden. Für die Strecke werden die alten Sommerviehwege zur Serra de Tramuntana benutzt. Beschildert sind jedoch erst ein Teil der Wegetappen nördlich von Artà und der Abschnitt zwischen Caimari (bei Selva) und Lluc.

Weitere interessante Routen über die Insel

Nicht nur für erfahrene Wanderer, sondern auch für Urlauber, die sich nur einen Tag „Badepause“ wünschen, gibt es Routen, die man in weniger als einem halben Tag zurücklegen kann. Ein optimaler Ausganspunkt für eine Wanderung nahe der Küste ist die Hafenstadt Port Sollér, die unter Insidern als „Wanderhauptstadt Mallorcas“ bekannt ist.

Von dort aus führen zahlreiche Routen in die Gebirgszüge hinter der Küste, welche schon von einer geringen Höhe aus traumhafte Panoramen auf das Mittelmeer bieten. Ausgestattet mit entsprechender Ausrüstung und Bekleidung geht es dann vom feinen Sandstrand und dem romantischen Hafen aus hinauf in die ersten Gebirgsregionen. Sehr beliebt ist vor allem das traditionsreiche Künstlerdorf Deià mit seinen uralten Häusern, den kleinen Tavernen und sogar einigen, günstigen Pensionen, in denen man rasten kann.

Wer sich spontan zu einer eher kürzeren Route aufmachen möchte, der besucht am besten die bereits oben erwähnte Festung Lluc mit ihrer Klosterherberge, wo man auch übernachten kann. Von dort aus gibt es mehrere Wege, die zu den umliegenden Gipfeln führen. Einer davon führt zum Beispiel auf die imposante Doppelspitze des Massanellas. Er verfügt mit einer Höhe von rund 1.365 m über den höchsten erwanderbaren Gipfel der gesamten Insel und offenbart seinen Besuchern ein einzigartiges Panorama.

Für Wanderer, die lediglich eine leichte Tour unternehmen möchten und eine Route suchen, welche auch mit Kindern bewandert werden kann, bietet sich die Region um Valldemossa an. Flache Wege, die dennoch über mächtige Hochplateaus und durch die atemberaubend schöne Natur Mallorcas führen, eignen sich für jedermann und sollten bei einer Reise auf die Insel in keinem Fall fehlen.

Nützliche Informationen und Links

Quellen: Wikipedia und Fremdenverkehrsamt Mallorca

Danke Holger, dass du ein Teil der Fotos zu dem Artikel beigesteuert hast!

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Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Wir waren in den letzten Jahren sechs bis sieben Mal auf Mallorca. Immer in der Region um Söller am Fusse des Tramuntana Gebirges. Wir haben unzählige Wanderungen bereits gemacht und haben noch lange nicht alles gesehen. Aber ich kann bestätigen dass es eine der schönsten Wanderinseln Europas ist.

  2. Kann meinem Vorredner nur zustimmen…Mallorca hat mehr zu bieten als nur den Ballermann und die „Schinkenstraße“.
    Bin mir leider erst nach 2 Urlauben dessen bewusst geworden, doch seither freue ich mich sehr, wenn es mich wieder auf diese herrliche Insel verschlägt mit Ihrer wunderbaren Landschaft und den grandiosen Wanderwegen.

    Vielen Dank für deinen Bericht ;)!

    Gruß,
    Dominik

  3. Vielen Dank für den sehr interessanten Artikel. Die Insel Mallorca hat wirklich mehr zu bieten als nur einen Badeurlaub. Mit 300 Sonnentagen im Jahr kann man die Insel perfekt auch außerhalb der Badesaison erkunden. Einfach traumhaft !

    • Das geht sicherlich auch alleine als Frau. Es kommt jedoch eher auf deine Erfahrung und deine Kondition an und wo du Wandern willst. Denn auf Mallorca gibt es ja auch Gebirge und die Wege sind nicht alle durchgängig gut ausgeschildert. Und die Temperaturen musst du je nach Jahres- und Tageszeit auch berücksichtigen.

    • Frau (bzw. man) kann natürlich auch alleine wandern :) Du musst keine Angst vor Überfällen oder dergleichen haben, falls Deine Frage darauf abzielt. Allerdings, wie Jens schon geschrieben hat, Du solltest Dich gut vorbereiten! Die Tramuntana ist nicht voll erschlossen.

      Falls Du Lust auf nette Wandergrüppchen hast, schau Dir doch einfach mal unser Angebot an (www.maryroc.de) Es ist auf jeden Fall geselliger ;) Liebe Grüße, Britt

  4. Pingback: Wandern auf Mallorca: Vorbereitung und Tipps - bruderleichtfuss.com

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