Auf dem Heidschnuckenweg durch die norddeutsche Heidelandschaft – Tag 3

Gestern waren wir schon früh im Bett. Nach einem leckeren Abendessen im Restaurant Heiderose und der ein oder anderen Hopfenkaltschale waren wir schnell müde. Zu lang war die Etappe, zu heiß die Temperaturen und am Ende waren wir nur noch erschöpft.

Dem entsprechend haben wir tief und fest geschlafen und wachen morgens ganz gut erholt auf. Und nach einem ausgiebigen Frühstück machen wir uns wieder auf den Weg.

Tag 3: Undeloh bis Bispingen (31 km)

Die heutige Etappe des Heidschnuckenweg führt uns von Undeloh über Niederhaverbeck bis nach Bispingen. Dabei geht es durch die bekannte Lüneburger Heide und zu einigen touristischen Highlights.

Auch heute haben wir wieder über 30 km vor der Brust. Und wir verfluchen uns, dass wir schon wieder eine lange Strecke mit wenig Höhenmetern als leicht machbar eingeschätzt haben.

Doch der sandige Untergrund und die Trekking-Rucksäcke zollen ihren Tribut. Den wir schmerzvoll in unseren Beinen spüren.

Durch das Radenbachtal

Direkt hinter dem Dorfteich von Undeloh zweigt der Weg nach links ab. Wir gehen an den Zäunen der Häuser entlang und kommen am Heide-Erlebniszentrum vorbei, dessen Besuch sich lohnen soll. Wir wollen jedoch die Heide live erleben und kommen an ein paar Heidschnucken in einem Gehege vorbei.

Die Heide beginnt auch schon wenige Meter später und wir durchqueren das Radenbachtal, eines der schönsten und ursprünglichsten Heidetäler. Der Morgennebel liegt noch über der Heide und die Spinnennetze funkeln in der Morgensonne.

Der Radenbach hat hier auf seinem kurzen Weg vom nahen Wilseder Berg zur Schmalen Aue ein flaches, sanft geschwungenes Tal ausgebildet.

Der Weg führt uns etwas oberhalb des Radenbaches im stetigen Auf und Ab eine ganze Weile durch das wunderschöne Tal. Pferde laufen entfernt über eine Weide und Störche ziehen über uns hinweg und machen die Heideidylle perfekt.

Das Heidedorf Wilsede

Nach einem kurzen Stück durch bewaltete Abschnitte kommen wir der Zivilisation wieder näher. Wir stoßen auf einen alten gepflasterten Weg, der von Eichen gesäumt wird und uns nach Wilsede führt. Je näher wir dem Ort kommen, desto mehr Menschen treffen wir. 

Schließlich erreichen wir das Heidedorf Wilsede mit seinen schönen Reetdachhäusern. Das der Ort ein beliebter Ausflugsort in der Lündeburger Heide ist, lässt sich nicht verleugnen.

Unzählige Menschen tummeln sich hier. Hauptsächlich Best Ager in typischer Rentnerbeige, die mit Pferdekutschen in den Ort gekarrt werden. Zwar ist der Ort autofrei, doch durch das laute Geklapper der Hufe auf dem Kopfsteinpflaster, ist es hier alles andere als ruhig. Und schon gar nicht beschaulich.

Auf den Wilseder Berg

Vom Ort aus geht es stetig aufwärts zum Wilseder Berg. Mit uns sind unzählige Ausflügler, Familien und Spaziergänger unterwegs, zu der mit 169 Metern höchsten Erhebung in der Region. Wir kommen uns in unserem Wander-Outfit und mit unseren Trekking-Rucksäcken vor wie Aliens und werden auch so gemustert.

Oben angekommen bietet sich uns ein grandioser Rundumblick über eine schier endlose Heidelandschaft. Kein Wunder, befindet sich doch rund um den Wilseder Berg die größten zusammenhängenden Heideflächen Westeuropas.

Leider trüben die Menschenmassen auf dem höchsten Berg der Norddeutschen Tiefebene ein wenig unser Naturerlebnis. Hier befinden wir uns anscheinend im Epizentrum des Tourismus der Lüneburger Heide.

Daher halten wir uns auch nicht lange auf und wandern vom Wilsberger Berg mitten durch die schöne Heidelandschaft. Auch hier ist das Aufkommen von Menschen leider entsprechend hoch.

Ein touristischer Alptraum

Nach dem wir das schöne Heidetal durchquert haben, kommen wir durch das Tal der Haverbeeke. In Niederhaverbeck haben wir wieder befestigten Boden unter unseren Füßen. 

Hier kommen uns unzählige Pferdekutschen entgegen, die im Convoi die Generation 50plus nach Wilsede transportieren. Wir sind dabei eine willkommene Abwechslung zwischen Rheumadecke und Naturerlebnis. 

In der Sonne durch die Heide

Nach dem wir einige Landgasthäuser und Hotels passiert haben, geht es endlich wieder in die Heide. Hier sind wir wieder für uns und genießen die Ruhe. Der Heidschnuckenweg führt leicht bergauf und hinter uns breitet sich immer mehr das Tal aus.

Es ist sommerlich warm und wir sind der Sonne eine ganze Weile schutzlos ausgeliefert. Auch wenn wir die Sonne genießen, machen uns heute die Temperaturen und die Etappenlänge zu schaffen. Heute läuft es bei uns irgendwie gar nicht.

Wir kommen an einer kleinen Reetdachscheune vorbei, überqueren auf einer Holzbrücke den Brunau und kommen an einer großen Fläche mit weißen Sand vorbei. Das Moor des Wümmequellgebietes durchqueren wir auf einem langen Holzsteg.

Danach führt uns der Weg durch die Behringer Heide, die vor noch nicht langer Zeit von einigen Bäumen befreit wurde.

Die Zivilisation hat uns (leider) wieder

Schließlich erreichen wir eine kleine Ortschaft und wir beschließen spontan uns beim Metzger ein wenig zu stärken. Nach einer kurzen Pause geht es weiter und wir kommen zum Brunausee. Der Weg führt dicht am Wasser entlang und Erlen säumen das Ufer.

Wenig später unterqueren wir die A7 und laufen entlang von Felder. Immer mit dem Geräuschpegel der Autobahn im Hintergrund.

Die Borsteler Kuhlen

Wir laufen noch eine ganze Weile parallel zur Brunau durch den Wald, der uns angenehmen und willkommenen Schatten spendet.

Schließlich erreichen wir mit der Borsteler Kuhlen eine zerklüftete Heide- und Wacholderlandschaft, die uns durch die tiefe Mulde mal völlig anders präsentiert wird.

Danach geht es durch den kleinen Ort Hützel und schließlich Richtung Bispingen.

Endlich am Etappenziel!

Wir sind mittlerweile völlig ausgepowert und quälen uns mit jedem Schritt. Nach schier endlosen letzten Kilometern erreichen wir schließlich unsere Unterkunft in Bispingen. Als wir endlich auf unserem Zimmer sind, fallen wir erschöpft auf die Betten. Und bleiben da eine ganze Weile einfach so liegen. So wie wir sind.

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Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hi, das ist ein tolle Tour. Ich hab sie über Silvester gemacht, mit ähnlicher Etappeneinteilung. Da hatte man allerdings Ruhe vor Touristen. Danke für den Beitrag und die Erinnerung.

    • Hey Steffen, freut mich, dass ich deine Erinnerung beleben konnte! Ohne Touristen, lässt sich die Wanderung sicherlich rund um den Wilseder Berg noch intensiver genießen. Allerdings blüht um Silvester auch die Heide nicht.

    • Hallo liebe Elke, gerne und danke für deinen Kommentar. Freut mich, dass dir die Fotos gefallen haben! Auch wenn sie nicht so professionell, wie deine sind.

      Die Region ist zur Heideblüte durch die Farbenpracht wirklich unglaublich schön. Da kann man beim fotografieren eigentlich gar nicht viel falsch machen.

      LG Jens

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