Winterwanderung durch das idyllische Windrather Tal

Endlich hat der Winter auch in Nordrhein-Westfalen Einzug gehalten. Schon seit Tagen war es mal wieder richtig kalt und dann hat es auch endlich angefangen zu schneien. Im Ruhrgebiet lag danach mit um die zehn Zentimeter sogar mehr Schnee als im Sauerland. Das musste ich ausnutzen und habe mir spontan einen Tag frei für eine Winterwanderungen genommen. Wer weiß, wie lange sich die weiße Pracht hält und ich noch die Gelegenheit für eine Wanderung durch den Schnee habe.

Da bei uns in NRW mit der ersten Schneeflocke auch immer sofort das Verkehrschaos ausbricht, wollte ich nicht zu weit fahren und habe mir eine Tour durch das Windrather Tal und die Elfringhauser Schweiz von wanderwege-nrw ausgesucht.

Die Schweiz zwischen Ruhrgebiet und Bergischen Land

Wieso in der Ferne schweifen, wenn das Gute doch so Nah liegt? Bezogen auf adäquate Wandermöglichkeiten ist das in meinem Fall die Elfringhauser Schweiz, die sich südlich von Hattingen zwischen dem Ruhrgebiet und dem Bergischen Land erstreckt. Das kleine Mittelgebirge ist nur wenige Autominuten von Dortmund entfernt und bietet Natur pur und viele Kilometer ausgeschilderte Wanderwege. Und auch Höhenmeter kann man einige machen, denn die Region trägt den Namen Schweiz nicht umsonst. Zwar sind die Berge nicht hoch, dafür aber zahlreich und es geht häufig auf und ab.

Windrather Tal und Elfringhauser Schweiz

Der Wandervorschlag von wanderwege-nrw.de führt durch das Windrather Tal und zu den Ausläufern der Elfringhauser Schweiz, durch die ich schon mal eine Tour gemacht habe. Das idyllische Windrather Tal liegt etwas südwestlich der Elfringhauser Schweiz und südlich von Velbert-Langenberg. Mit 13 km hat die Wanderung gerade die richtige Länge, um sie auch bequem bei Schnee zu schaffen.

Parken, aber wo?

Das die Gegend ziemlich hügelig ist und steil sein kann, merke ich schon bei der Anfahrt. Nach der Abfahrt von der Autobahn bin ich ruck zuck in einer ländlichen Gegend. Hier sind die Straßen nicht geräumt und es geht auf schmalen, schneebedeckten Straßen auf und ab. Einige steile Straßenabschnitte sind auch nur mit Anlauf und Schwung zu meistern. Zum Glück sind keinen anderen Autos unterwegs und ich habe die nicht gerade breite Fahrbahn für mich alleine. Laut der Beschreibung beginnt die Wanderung am Wanderparkplatz am Alaunloch bei Velbert-Langenberg, den ich dann auch schließlich finde. Leider ist die Zufahrt zum Parkplatz auch ziemlich steil. Da bei der aktuellen Schneelange runter zu fahren, halte ich für keine gute Idee. Zum Glück habe ich ein paar Kilometer vorher an der Straße einen anderen Parkplatz auf ebener Fläche gesehen. Also heißt es wieder umdrehen.

Durch Wiesen und Felder zur Windrather Kapelle

Nach dem ich mein Auto abgestellt habe, laufe ich über die verschneite Straße zum eigentlichen Startpunkt der Wanderung. Im Auto hat das Thermometer gerade noch -6 Grad Außentemperatur angezeigt und der Wind sorgt jetzt dafür, dass mir richtig kalt ist. Ich ziehe mir meine Mütze über die Ohren und den Kragen meiner Softshell tief ins Gesicht. Es dauert eine ganze Weile, bis ich mich warm gelaufen habe und auf Betriebstemperatur bin. Endlich erreiche ich den eigentlich Startpunkt der Wanderung an der Hohlstraße und nach wenigen Metern zweigt ein kleiner Weg nach rechts ab. Ich bin der erste, der hier seine Spuren im Schnee hinterlässt und ich tauche tief in eine wunderschöne Winterlandschaft ein.

Nach ein paar Metern zweigt ein schmaler Pfad nach links ab, dem ich bergab folge und der wenig später eng zwischen Hecke und Weide weiterführt. Die Landschaft ist unter einer leichten Schneedecke verborgen und dämpft jedes Geräusch. Ich liebe diese unbeschreibliche Ruhe! Wenig später erreiche ich den ersten Bauernhof und sehe schon von weitem den verschieferten Turm der Windrather Kapelle. Der Weg führt mich weiter mitten durch verschneite Äckern und Wiesen hinauf zu der kleinen Windrather Kapelle. Nur das wohlige knacken des Schnees unter meinen Stiefel begleitet mich und sorgt bei mir sofort für pure Entspannung. Oben angekommen stelle ich leider fest, dass die Kapelle abgeschlossen ist und so halte ich mich nicht lange auf und gehe weiter meinen Weg.

Winterlandschaft und bergische Fachwerkhäuser und Höfe

Direkt nach der Kapelle geht es auf schmalen Pfaden durch ein Waldstück und zwischen Feldern weiter durch die weiße Pracht. Der Ausblick auf die Hügellandschaft wird durch tief hängende Wolken und diesiges Winterwetter leider geschmälert. Ich passiere ein paar typische, bergische Fachwerkhäuser und Höfe und überquere einen kleinen Bach. Danach steigt der Weg stetig an und führt wieder durch ein Waldstück. Mittlerweile hat es angefangen zu schneien und ich streif die Kapuze meiner Softshell über. Schließlich erreiche ich eine Landstraße und folge dieser eine ganz Weile. Dabei wird mir wieder bewusst, dass Signalfarben bei Outdoorbekleidung nicht nur einen modischen Aspekt haben, sondern auch aktiv zur Sicherheit beitragen. Denn nur wenige Meter entfernt überholen mich Autos und ich bin froh das ich anscheinend gut gesehen werde. Endlich zweigt der Weg wieder nach rechts ab und führt über Feldwege durch das nächste Waldstück. Das Schneetreiben wird immer stärker, als ich auf freiem Feld auf einem schmalen Pfad wieder bergab wandere. Der Langenberger Sender ist gerade noch so zu erkennen, ansonsten geht die Landschaft aber im dichten Schneetreiben unter.

Auf unwegsamen Pfaden durch den Schnee

Unten angekommen überquere ich den Deilbach und komme an einem zugefrorenen Teich vorbei. Kurz vor der Villa Pax geht es nach rechts auf einem sehr schmalen und unwegsamen Wegstück steil nach oben. Immer wieder muss ich aufpassen, dass ich nicht abrutsche und bin froh, dass ich meine Trekkingstöcke dabei habe. Der Weg ist teilweise zugewachsen und ich schiebe mich durch Äste und Büsche immer weiter bergauf. Wieder mal stelle ich fest, dass es in der Elfringhauser Schweiz verdammt steil sein kann. Schließlich erreiche ich den Deilbachweg und folge wenig später dem Höhenweg, der nicht umsonst diesen Namen trägt. Denn er führt auf einem Bergkamm über freies Feld. Hier ist der Wind wieder stärker und treibt die Schneeflocken waagerecht durch die Luft und mir mitten ins Gesicht.

Aussicht und Pausenplatz? Fehlanzeige

Die tolle Aussicht über die Berge und Täler lässt sich leider wieder nur erahnen, als ich über einem schmalen Pfad durch schneebedeckte Wiesen laufe. Ich komme an ein paar Häusern vorbei, passiere zum Teil zugefrorene Fischteiche bevor mich der Weg wieder bergauf durch ein Waldstück führt. Durch das ständige bergauf und bergab und die immer dicker werdende Schneedecke ist das langsam ganz schön anstrengend und es wird mal Zeit für eine Pause. Leider bietet sich keine gute Gelegenheit. Und so laufe ich weiter durch die verschneite Landschaft, immer Ausschau haltend nach einer guten Möglichkeit für eine Pause. Schließlich treffe ich wieder auf eine kleine Straße, der ich weiter folge und die wenig später wieder auf den Höhenweg trifft. Und dann sehe ich an einer Kreuzung einen guten Pausenplatz: Eine überdachte Bushaltestelle mit Sitzgelegenheit. Endlich Pause!

Bauernhöfe und Windräder

Nach dem ich mich gestärkt habe geht es weiter in südwestlicher Richtung. Ich passiere ein großes Windrad und komme an einem Bauernhof vorbei, den ich schon von weitem an seinem Geruch ausgemacht habe. Die Straße, auf der ich laufe, ist voller Gülle und ich bin gezwungen durch den tiefen Schnee am Straßenrand zu gehen. Kurze zeit später passiere ich den nächsten Bauernhof und es geht danach in Serpentienen wieder hinunter zum Deilbach. Ich überquere erneut den Deilbach und eine Straße, bevor es auf einem schmalen, steilen Pfad wieder in den Wald geht. Nach einem weiteren Anstieg zweigt der Weg nach rechts ab und führt dann über offenes Feld an einem weiterem Windrad vorbei. Auch hier lässt sich der wunderbare Ausblick auf das Deilbachtal und das Windrather Tal nur erahnen, denn es schneit unaufhörlich aus den tief hängenden Wolken.

Ich folge einem schmalen Weg am Rande eines Weidezauns, komme an dem Örk-Hof vorbei und erreiche schließlich wieder den im Winter nicht benutzbaren Wanderparkplatz. Ich bin richtig froh, dass ich nicht doch dort unten geparkt habe. Bei der Schneelage und dem frisch gefallenen Schnee wäre ich bestimmt nicht die steile Zufahrt hoch gekommen. Dafür muss ich nun noch ein weiter laufen, erreiche jedoch wenig später wieder den Ausgangspunkt meiner Wanderung durch das Windrather Tal.

Mein Fazit

Durch die schneebedeckte Landschaft des Windrather Tals und durch den frisch gefallenen Schnee zu wandern war für mich Winterwandervergnügen vom Feinsten und eine schöne Auszeit. Die Wanderung führte mich durch eine wunderschöne Landschaft aus schneebedeckten Bergen und Tälern, die mit Wäldern, offenen Flächen, Bächen und Bauernhöfen sehr abwechslungsreich war. Dabei hatte es die hügelige Landschaft ganz schön in sich, besonders durch den frisch gefallenen Schnee. Der Weg führte auf schmalen Pfaden mitten durch Ackerflächen und Wiesen, entlang von Hecken oder durch den Wald. Jedoch auch immer mal wieder kurz auf Straßen oder Asphaltwegen, auf denen ich jedoch auch an schönen Fachwerkhäusern und Höfen vorbei gekommen bin.

Die genaue Beschreibung inklusive Streckenprofil der Rundwanderung durch das Windrather Tal und die Elfringhauser Schweiz gibt es auch auf wanderwege-nrw.de. Dort findet ihr auch den Track der Tour im GPX- und Google-Format zum download.

Fotogalerie

Meine Aufzeichnung der Tour bei Social Hiking

Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ja so eine Winterwanderung die hat schon was, auch wenn der Fernblick oft verwehrt ist macht es schon großen Spaß durch den Schnee zu stapfen.
    Leider ist die Efringhauser Schweiz von mir aus schon einiges entfernt, aber Dein Bericht hat mich schon ein wenig „heiß“ gemacht. Vielen Dank dafür!
    Schöne Grüße aus der Eifel
    Frank

  2. Hey Jens,

    ein wirklich schöner Bericht über diese idyllische Gegend. Es macht so Spaß über Orte zu lesen, die einem selbst so geläufig sind und dabei mal eine andere Sichtweise zu erleben! Das Alaunloch ist wirklich ein Loch, da jagt man niemanden rein im Winter!
    Schön, dass Du auch den Örk-Hof erwähnst. Liebevoll wird er bei uns „Ork-Hof“ genannt *hehe* Direkt gegenüber gibt es leckeren Honig aus eigener Imkerei. Der Geheimtipp quasi ;)

    Liebe Grüße,
    Corinna

  3. Hi, was meinst du denn am Anfang mit Verkehrschaos wenn es schneit? Das ist mir ja völlig fremd (/Ironiemodus).
    Schöner Bericht, erinnert mich an meine Winterwanderung vor drei Wochen im Sauerland. Viele Grüße aus Essen.

  4. Hallo.
    Das Bergische ist zwar nicht unbedint meine bevorzugte Wandergegend, aber ich weiß, dass man da auch schöne Wanderungen machen kann.
    So ganz in Weiß habe ich die Gegend noch nicht gesehen.
    Schöne Bilder und ein unterhaltsamer Bericht. :-)

    Gruss

    Michael

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