Tipps für sichere Wandertouren im Frühjahr

Nach einem langen, wechselhaften Winter steigt mit den ersten warmen Tagen die Vorfreude auf die neue Wandersaison. Die Natur erwacht wieder zum leben, erste Blüten zeigen sich am Wegesrand und die Tiere sind wieder aktiver.

Doch gerade im Frühjahr ist beim Wandern ein wenig mehr Aufmerksamkeit gefragt. Schnee, Eis, nasse Wege und wechselhafte Wetterbedingungen können Wanderungen anspruchsvoller machen als gedacht.

Doch mit ein paar einfachen Tipps startest Du sicher und entspannt in die neue Wandersaison.

Früh starten, sicher ankommen

Gerade vor der Zeitumstellung sind die Tage kürzer und es wird früher dunkel. Plane Deine Wanderung deshalb lieber etwas kürzer als gewohnt und starte eher, damit Du ausreichend Zeitreserven hast.

Schwierige Wegabschnitte und ungeplante Umwege aufgrund nicht passierbarer Abschnitte können Deine Tour ungewollt verlängern.

Ein früher Start hat zudem noch weitere Vorteile: Morgens sind die Wege häufig fester, während sie nachmittags weich und rutschig werden können. Zudem hast Du ausreichend Zeitpuffer für Pausen oder unerwartete Schwierigkeiten

Daher solltest Du im Frühjahr auch immer eine Stirnlampe im Rucksack haben, falls Du doch mal länger als geplant unterwegs bist.

Kondition richtig einschätzen

Nach der Winterpause ist Deine Kondition häufig noch nicht auf dem Niveau des Hochsommers. Gleichzeitig können nasse Wege, Schneereste oder Matsch das Vorankommen deutlich erschweren und mehr Kraft benötigen.

Schätze Deine Kondition daher realistisch ein und plane lieber etwas konservativer und mit genügend Reserven.

Wegbedingungen vorher prüfen

Gerade im Frühjahr können Wanderwege gesperrt oder beschädigt sein. Lawinenreste, umgestürzte Bäume oder ausgewaschene Pfade sind nach dem Winter keine Seltenheit.

Informiere Dich deshalb vor der Tour über aktuelle Wegbedingungen, mögliche Sperrungen sowie die Schneelagen und Lawinengefahr in höheren Bereichen. Viele Regionen, Wegbetreiber, Berghütten und der Alpenverein veröffentlichen solche Informationen auf ihren Internetseiten.

Das Wetter im Blick behalten

Im Frühjahr sind die Temperaturunterschiede im Laufe des Tages häufig sehr groß. Nachts kann es noch Minusgrade haben und tagsüber in der Sonne sehr warm sein.

Zudem kann das Wetter im Frühjahr schnell umschlagen. Morgens scheint die Sonne, am Nachmittag ziehen plötzlich Wolken oder Nebel auf, Wind frischt auf und es fängt an zu regnen. Wenn es ganz schlecht läuft, kann es auch hageln, schneien oder gewittern.

Informiere Dich deshalb unbedingt vor der Wanderung über aktuelle Wetterbedingungen und halte die Wettervorhersage auch unterwegs im Blick.

Aufgrund des unbeständigen Wetters, solltest Du gerade bei Wanderungen im Frühjahr auf wechselnde Wetterbedingungen vorbereitet sein und die richtige Bekleidung dabeihaben.

Dazu gehören eine wind- und wasserdichte Jacke, eine wärmende Isolationsjacke für Pausen oder kühle Abschnitte sowie eine Mütze und leichte Handschuhe.

Auf nasse Wurzeln und Felsen achten

Gerade im Frühjahr musst Du mit feuchten Wurzeln, glatten Steine und matschigen Passagen rechnen. Die Wege sind meistens feucht und dadurch deutlich rutschiger als im Sommer.

Setze daher Deine Schritte bewusst, halte Dein Gewicht möglichst mittig über dem Fuß und mache bei steilen Passagen kleine Schritte. Besonders im Abstieg passieren viele Stürze, hier solltest Du besonders aufmerksam sein.

Auf vereiste Stellen vorbereitet sein

Gerade am Morgen, in schattigen Waldabschnitten oder eingeschnitten Tälern können Wege noch vereist sein. Feuchte Stellen und Rinnsale, können auch im Frühjahr gefroren sein und zu glatten Eisflächen werden.

Ein Sturz auf Eis passiert schnell und kann zu ernsthaften Verletzungen führen. Deshalb es wichtig, dass Du auf solche Situationen im Frühjahr vorbereitet bist.

Gehe langsam und konzentriert und sei besonders auf schmalen Wegen vorsichtig. Nutze bei schwierigen und gefährlichen Passagen Trekking-Stöcke.

Grundsätzlich gehört nicht nur im Frühjahr ein Erste-Hilfe-Set in Deinen Wanderrucksack.

Altschnee in den Bergen nicht unterschätzen

Auch wenn die Täler längst schneefrei sind, können in höheren Lagen oder in schattigen Bereichen noch größere Schneefelder liegen. Besonders auf Nordhängen oder in schattigen Rinnen hält sich der sogenannte Altschnee oft deutlich länger, manchmal sogar bis in den Sommer.

Tipps für sichere Wandertouren im Frühjahr

Beim Queren solcher Schneefelder besteht immer die Gefahr auszurutschen – vor allem wenn der Schnee hart gefroren oder bereits stark aufgeweicht ist. Zusätzlich kann durch die Erwärmung im Laufe des Tages der Schnee instabil werden.

Deshalb gilt in den Bergen: Plane Deine Tour bewusst und informiere Dich über die Bedingungen vor Ort. Bevorzuge im Frühjahr eher sonnige, südseitige Routen und meide stark aufgeweichte Schneefelder. Bei Bergwanderungen im Frühjahr solltest Du auch immer Grödel dabei haben.

Wenn sich das queren eines Schneefeldes nicht vermeiden lässt, lege unbedingt Grödel an. Sollte Dir eine Passage zu unsicher erscheinen, ist umdrehen immer die beste Entscheidung.

Gutes Schuhwerk macht den Unterschied

Im Frühjahr sind Wege häufig nass, matschig oder gefroren. Genau hier zeigt sich, wie wichtig gutes Schuhwerk ist. Achte im Frühjahr bei Deinen Wanderschuhen vor allem auf ein ausgeprägtes, griffiges Profil für sicheren Halt. Zudem sollten Deine Wanderschuhe wasserdicht sein, damit Deine Füße trocken bleiben.

Besonders wichtig: Das Sohlenprofil sollte noch ausreichend tief sein. Abgenutzte oder stark verhärtete Sohlen verlieren mit der Zeit deutlich an Grip. Auf nassen Wurzeln oder glatten Felsen kann das schnell rutschig werden.

Wenn Du die beschrieben Punkte beherzigst, kannst Du Deiner Wandertouren im Frühjahr entspannt und sicher genießen.

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