Zur Ronsdorfer Talsperre und durch das Gelpe- und Saalbachtal

Noch einmal die spätsommerlichen Sonnenstrahlen in vollen Zügen genießen und dabei etwas für mein Work-Live-Balance tun. Was wäre dazu besser geeignet, als nach der Arbeit durch die Natur zu Wandern? Dafür habe ich mir den Rundwandervorschlag „Die Ronsdorfer Talsperre und das Gelpetal“ von wanderwege-nrw ausgesucht. Die 9,5 Kilometer lange Wandertour im Bergischen Land ist ideal für eine kleine Wanderung nach einem Arbeitstag.

Das Naturschutzgebiet Gelpe- und Saalbachtal

Der Rundwanderung führt mich zur Ronsdorfer Talsperre und durch das Gelpe- und Saalbachtal. Das Gelpetal bildet zusammen mit dem Saalbachtal ein bewaldetes Naherholungsgebiet im Süden von Wuppertal an der Grenze zu Remscheid. In dem Tal wurde bereits im frühen Mittelalter Eisen verarbeitet. Das belegen Funde von Erzabbaustätten und Rennöfen im Gelpetal, die ins 10. Jahrhundert zurückdatiert wurden. Trotzdem ist fast der gesamte Bachlauf der Gelpe und des Saalbachs als Naturschutzgebiet und Fauna-Flora-Habitat Fließgewässsersystem Gelpe- und Saalbachtal ausgewiesen.

Los geht´s!

Startpunkt meiner Wanderung ist der Wanderparkplatz Bergisch Nizza am Oberen Jansenkotten. Direkt am Parkplatz erinnert der 20 Meter hohe, denkmalgeschützte Schornstein noch an den Schleifkotten. Nach dem ich mir die Hinweistafel zum Oberen Jansenkotten durchgelesen habe, folge ich dem Weg in nordöstlicher Richtung durch den Wald parallel zur Gelpe. Kurze Zeit später biegt der Weg nach rechts ab und überquert auf einer Holzbrücke die Gelpe. Danach geht es auf  einem schmalen Pfad durch den Wald leicht bergauf.

Wenig später führt der Weg aus dem Wald hinaus und mitten über eine große, saftig grüne Wiese hoch nach Holthausen. Die Sonne gibt zum Ende des Tages noch mal alles und es wird noch mal spätsommerlich warm. Das lässt bei mir die Glückshormone fließen und der Stress ist wie weggeblasen.

Zur Ronsdorfer Talsperre

Nun verläuft der Weg durch den kleinen Ort Holthausen und danach hinab in einem Wald. Der Wegverlauf führt in einigen Kehren weiter Richtung Ronsdorfer Talsperre. Hier wimmelt es nur so von Joggern, die ebenfalls etwas für ihr Work-Live-Balance tun. Dann sehe ich endlich durch die Bäume die Staumauer der Ronsdorfer Talsperre. Die Talsperre, die 1899 in Betrieb genommen wurde, hat eine Höhe von ca. 21 Metern und einer Kronenlänge von 180 Metern. Die Stauhöhe beträgt 19,26 Meter und die Staufläche beläuft sich auf 40.800 m². Im Stausee lebt unter anderem der vom Aussterben bedrohte europäische Flusskrebs. Der Edelkrebs mit dem lateinischen Namen Astacus astacus ist der größte unter den in Europa heimischen Krebsarten und in fast allen europäischen Ländern so extrem dezimiert, dass er in Mitteleuropa nur noch in wenigen Inselbiotopen zu finden ist.

Nach dem ich die Staumauer überquert habe, führt der Weg ein Stück durch Wald und Flur. Kurz vor dem kleinen Ort Heidt komme ich durch eine schöne Weidenallee. Ich durchquere das urige Dörfchen mit bergischen Fachwerk- und Schieferhäusern in ihren typischen schwarzen, weißen und grünen Farben und folge dem Wegverlauf weiter durch Heusiepen und Westen. Von hier habe ich einen schönen Ausblick über die hügelige, bergische Landschaft bis nach Remscheid.

Durch das Gelpetal

Danach führt der Weg auf einem schmalen Pfad hinab ins Gelpetal. Im Tal angekommen verläuft der Weg auf einem asphaltierten Weg parallel zur Gelpe in nördlicher Richtung weiter. Langsam setzt die Dämmerung ein und von der Gelpe steigt kühle, frische Luft empor. Ich ziehe meine Fleecejacke über und komme vorbei an historischen Schleifkotten und Hämmern. Schließlich erreiche ich den schönen Gasthof Zillertal. Hier vereinen sich die beiden Bäche Gelpe und Saalbach und münden kurze Zeit später in den Morsbach, einen der größeren Zuflüsse der Wupper.

Weiter geht es in nördlicher Richtung durch das Gelpetal. Hinter dem Käshammer führt der Wegverlauf auf kleineren Pfaden mitten durch den Wald. Kurze Zeit später sehe ich schon wieder den Schornstein des Oberen Jansenkotten und erreiche damit den Ausgangspunkt. Hier endet eine schöne Wanderung, die das Gleichgewicht zwischen meiner Arbeit und meinem Privatleben wieder hergestellt hat. Die Balance stimmt wieder! Ein Schild am Wegesrand hat das, was für mich das Wandern und das Naturerlebnis ausmachen, ziemlich treffend formuliert:

Natur erleben

Aktiv in frischer Luft. Pflanzen entdecken, Tiere beobachten. Blütenduft riechen, dem Wasser lauschen. Stille genießen – zur Ruhe kommen.

Besser kann man den positiven Effekt der Natur nicht formulieren!

Fazit

Die Rundwanderung zur Ronsdorfer Talsperre und durch das Gelpe- und Saalbachtal ist mit seinen 9,5 Kilometern ideal geeignet, für eine kurze Wanderung nach der Arbeit oder am Wochenende. Das Naturschutzgebiet Gelpe- und Saalbachtal von europäischer Bedeutung bietet mit seinen Kulturdenkmälern, Stauteichen und dem zusammenhängenden System aus großen und kleinen Bächen viel Abwechslung und ein beeindruckendes Naturerlebnis. Tafeln informieren über die industrielle Vergangenheit des Tals und die daraus entstandenen Kulturlandschaften.

Die genaue Beschreibung inklusive Streckenprofil der Rundwanderung „Die Ronsdorfer Talsperre und das Gelpetal“ gibt es auch auf wanderwege-nrw.de. Dort findet ihr auch den Track der Tour im GPX- und Google-Format zum download.

Fotogalerie

Meine Aufzeichnung der Wandertour bei Social Hiking

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Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

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