Zu den Sinterterrassen im Lillachtal in der Fränkischen Schweiz

In einer landschaftlich schönen Umgebung im Naturpark Fränkische Schweiz liegt das Lillachtal. Seinen Namen verdankt das Tal dem Bach Lillach, der zu den seltenen Kalktuffbächen in Deutschland zählt. Das Lillachtal ist über die letzten 100.00 Jahre entstanden und hat dabei sogenannte Sinterterrassen ausgebildet. Dieses Naturschauspiel ist sehr selten und wurde aufgrund seiner besonderen Schönheit und Einzigartigkeit bereits 1976 als Naturdenkmal ausgewiesen. Das Lillachtal ist außerdem Rückzugsgebiet für viele seltene und vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen, die sich speziell an diesen Lebensraum angepasst haben.

Ausgangspunkt meiner Rundwanderung zu den Sinterterassen im Lillachtal ist die Stadt Gräfenberg, deren Geschichte bis in das Jahr 1127 zurück reicht. Ich parke mein Auto auf dem Marktplatz, dem Mittelpunkt der Altstadt. Hier befinden sich sehr schöne Fachwerkhäuser, zwei Brunnen und ein Erkerhaus. Das mittelalterlichen Stadtbild mit den stattlichen Bürgerhäusern, den Resten der Stadtmauer und den drei Stadttoren zeugten noch heute von der Vergangenheit als Handelsstadt. Denn Gräfenberg lag früher direkt an einer wichtigen Salzhandelsstraße und besitzt seit 1371 das Stadtrecht.

Ich gehe an den alten Fachwerkhäusern vorbei, passiere das Hiltpoltsteiner Tor, gehe an der Brauerei Friedmann vorbei und überquere kurz darauf die Bundes­straße B2. Jetzt führt der Weg hinauf, ich passiere einen alten Bunker und komme an einen Steinbruch vorbei. Von hier oben hat man eine schöne Aussicht über das Frankenland. Nach dem Steinbruch geht es an einer Kreuzung nach rechts und ich wandere an Obstbäumen weiter nach Sollenberg. Kurz hinter dem kleinen Ort geht es auf einem Feldweg durch Wiesen zum 503 m hohen Dornberg. Diesen umwandere ich gegen den Uhrzeigersinn und muss ein Stück auf einen nicht erkennbaren Weg mitten durch den Wald. Gut, dass ich den Streckenverlauf auf meinem iPhone habe.

Kurze Zeit später geht es bergabwärts zur Quelle der Lillach. Der Quelllauf ist seit 1995 Teil der Schutzzone Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst. Nach einer kurzen Pause folge ich den Bachverlauf auf dem Frankenweg und komme zu den so genannte Sinterterrassen, die sich im Laufe der Zeit durch das kalkhaltige Wasser im Bach gebildet haben und zu den schönsten in Deutschland zählen. Nicht ohne Grund: Der Lillach plätschert über kleinere und größere Stufen, die von Moos und Pflanzen bewachsen sind. Das Wasser hat sich immer wieder neue Wege gesucht. Schön anzusehen und auch irgendwie beruhigend.

Ein wesentlicher Faktor für die Entstehung ist der für die Karstlandschaft der Fränkische Schweiz typische kalksteinhaltige Boden. Durch den Niederschlag auf die Hochflächen sickert der kohlendioxidhaltige Regen durch das Kalkgestein und löst hierbei durch eine chemische Reaktion einen Teil des Kalks aus dem Gestein. Durch diese Lösungsverwitterung wird das Wasser der Lillachquelle stark mit Kalk angereichert. Durch die Wirbel und Sprudel der Lillach entweicht das Kohlendioxid wieder, der Kalk fällt aus und lässt über viele Jahrzehnte stockwerkartige Gebilde, die so genannten Kalktuffterrassen, entstehen. Diese erfüllen auch eine wichtige Aufgabe als Rückzugsgebiet für viele seltene und vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen.

Ich durchstreife weiter das wunderschöne Lillachtal entlang des Bachlaufes, passiere einige Fischteiche und komme schließlich nach Weißenohe. Dessen Ortsbild ist von dem ehemaligen Benediktinerkloster und der barocken Kirche St. Bonifatius mit Zwiebelhaube geprägt. Wer möchte kann sich in der Klosterbrauerei Weißenohe mit dem selbstgebrauten Bier stärken und dazu eine deftige Brotzeit genießen. Da es schon dunkel wird, gehe ich aber weiter.

Danach überquere ich Bahnschienen und der Weg wendet sich anschließend nach rechts. Ich wandere parallel zu den Gleisen zurück nach Gräfenberg. Hier lass ich nach einem kleinen Rundgang durch den mittelalterlichen Ortskern die Wanderung ausklingen. Am nächsten Tag habe ich dann gemerkt, dass ich mir auf der Wanderung eine Zecke eingefangen habe. Nicht so schön, besonders weil das kleine Tierchen nicht los lassen wollte. Aber zum Glück war sie nicht infiziert.

Fazit

Die Rundwanderung zu dem Naturschauspiel Sinterterrassen im wildromantischen Lillachtal bietet ein einmaliges Wander- und Naturerlebnis. Denn das Biotop Lillachtal mit den malerischen Kalktuffterrassen kann man direkt entlang des Bachlaufes durchstreifen und das einzigartige Naturschauspiel hautnah erleben. Und auch ein Rundgang durch Gräfenberg mit seinem gut erhaltenen, mittelalterlichen Stadtbild lohnt sich.

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Der Experte für Outdoor und Touren

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Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

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