Familientaugliche Wanderung im Wanderparadies Kampenwand

Während unseres Urlaubs in Bad Feilnbach, sind wir an einem Tag den Panoramaweg am Fuß der 1.669 Meter hohen Kampenwand in den Chiemgauer Alpen gewandert. Das Höhenweg ist gut ausgebaut und führt fast eben von der Bergstation hinüber zur Steinlingalm. Dadurch ist er sehr familientauglich und ermöglicht trotzdem einen schönen Ausblick auf die Berge. Wem das nicht reicht, kann von der Steinlingalm aus noch auf den Ostgipfel der Kampenwand steigen.

Wieso mir schlechtes Wetter manchmal lieber ist

Das Wetter ist nicht optimal, als wir mit der Kampenwand-Seilbahn zur Bergstation der Kampenwand fahren. Es ist diesig und die Wolken hängen wie Blei zwischen den Bergen fest. Aber für den Nachmittag hat der Wetterbericht Auflockerung vorhergesagt. Das es morgens so gar nicht danach aussieht, ist mir fast schon lieb. Denn der Vorteil bei schlechterem Wetter ist, dass selbst auf beliebten Ausflugsgipfeln, wie der Kampenwand, nicht viel los ist. So auch an diesem Tag, als wir auf 1.467 Meter Höhe an der Bergstation aus der 4-Personen-Kabine steigen. Außer uns ist nur noch ein Pärchen hier oben. Scheint so, als ob der Mitarbeiter des kampenwand_02

Denn hier oben ist es nasskalt, ein wenig diesig und es liegt etwas Schnee. Diese Bedingungen wird heute sicherlich nicht viele Menschen auf den Berg locken. Leider ist durch die tief hängenden Wolken auch die schöne Panoramaaussicht auf die gewaltige Kette der Zentralalpen unter Wolken verborgen. Aber Hinblick auf die Wettervorhersage sind wir jedoch optimistisch, dass sich bis heute Nachmittag die Sicht bessert.

Auf dem Panoramaweg zur Steinlingalm

Und so halten wir uns auch gar nicht erst lange auf und machen uns auf den Weg. Unser Ziel ist die Steinlingalm, die von der Bergstation auf dem Panoramaweg gut zu erreichen ist. Zu unserem Erstaunen wird auf der anderen Seite der Ausblick auf das Schloss Hohenaschau, den Chiemsee und das Voralpenland gar nicht von Wolken verdeckt. Und am Horizont ist bereits der blaue Himmel zu sehen.

Das stimmt uns optimistisch und so laufen wir den schönen Panoramaweg Richtung Kampenwand und genießen dabei die Aussicht auf die bayrische Voralpenlandschaft. Auch wenn der Weg nicht gerade schwierig ist, müssen wir wegen dem Schnee und ein paar vereister Stellen ganz schön aufpassen. Wir passieren auf der linken Seite ein Gipfelkreuz und wenig später eine imposante Felsnadel, die wohl auch bei Kletterern sehr beliebt sein muss. Einige Seilsicherungen im Fels lassen da zumindest drauf schließen. Auf dem Panoramaweg geht es immer weiter parallel zum Berg.

Einkehr in die urige Steinlingalm

Und dann sehen wir auch schon die Steinlingalm, die Unterhalb der Kampenwand zwischen Steinen eingebettet liegt. Und da die Bewegung an der frischen Luft bekanntlich hungrig macht, freuen wir uns schon auf die Einkehr und die Brotzeit in der Alm. In der Steinligalm ist auch nicht viel los und so finden wir im Gastraum einen schönen Platz an einer rustikalen Sitzecke. Es ist super gemütlich und wir genießen die schöne Almhüttenatmosphäre bei guter bayrischer Küche.

Unsere Geduld wird belohnt

Doch irgendwann müssen wir doch wieder los und machen uns auf dem Rückweg zur Bergstation. Als wir aus der Hütte kommen, werden wir mit einem fantastischem Ausblick auf den Chiemsee empfangen, denn das Wetter ist weiter aufgeklärt. Hoffentlich hat sich auch die Aussicht von der Bergstation hinüber zu den Alpen gebessert. Wir gehen unterhalb der Kampenwand wieder zurück und bewundern noch mal das Chiemgaukreuz auf dem Ostgipfel der Kampenwand. Das zwölf Meter hohe Gipfelkreuz wurde 1951 zum Gedenken an die Chiemgauer Opfer der beiden Weltkriege errichtet und ist das größte Gipfelkreuz in den Bayerischen Alpen.

Gerne hätte ich mir das imposante Kreuz aus der Nähe angesehen. Aber da ich mit der Familie unterwegs bin und die Wetterbedingungen nicht gut sind, habe ich auf den Abstecher auf den Ostgipfel verzichtet. Und so gehen wir alle wieder auf dem Panoramaweg zurück. An der Bergstation können wir dann zu unserer großen Freude die faszinierende Bergwelt der Alpen doch noch fast in ihrer vollen Pracht genießen: Hohen Tauern, Großglockner, Großvenediger, Wilder Kaiser sowie die Berchtesgadener Alpen präsentieren sich uns zum Abschluss noch mal zwischen den Wolken. Sehr schön.

Mein Fazit

Der fast ebene Panoramaweg ist gerade auch für Familien mit Kindern oder ungeübte Bergwanderer geeignet. Ganz gemütlich kann man sich mit der Seilbahn zum Ausgangspunkt bringen lassen und danach auf dem Höhenweg beim Wandern die faszinierende Bergwelt in seiner vollen Pracht genießen. Auf der einen Seite die sensationelle Aussicht auf die gewaltige Kette der Zentralalpen und auf der anderen Seite der Ausblick auf das bayrische Voralpenland und den riesigen, glitzernden Chiemsee. Und wer dabei Durst und Hunger bekommt, hat genügend Möglichkeiten in einer der urigen Hütten und Almen einzukehren.

Wer es lieber etwas anspruchsvoller mag, dem bietet das Wanderwegenetz auf der Kampenwand auch noch viele weitere abwechslungsreiche Touren.

Fotogalerie

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Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo,

    freut mich immer zu lesen, dass sich der ein oder andere für unser schönes Chiemgau so begeistern kann ;)!

    Die Tour ist eine meiner liebsten, wenn ich mit Kind und Kegel unterwegs bin.
    Waren selbste erst vor ein paar Wochen oben, als der Herbst noch seine schöne Seiten zum Vorschein brachte, aber der Andrang an diesem Tag war enorm.
    Kann Dir daher nur zustimmen, dass schlechtes Wetter auch seine Vorteile hat, jedoch wären meine Kids nie im Leben bei so einem Wetter mit hoch…meine Frau erst recht nicht ;)!

    In diesem Sinne…danke für den schönen Bericht und die Bilder.

    Beste Grüße,
    Chris

  2. Pingback: Klettern im Chiemgau: Die Kampenwandüberschreitung : enziano Blog

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