Auf schmalen Pfaden und mit nassen Schuhen durch den Nebel rund um Breckerfeld

Relativ spontan wollte ich den Brückentag nach dem Tag der Arbeit für eine Wanderung nutzen. Kurz nach einem passenden Wandervorschlag bei wanderwege-nrw.de gestöbert und dann stand das Ziel fest:

Auf schmalen Pfaden sollte es 17 km auf dem örtlichen Rundwanderweg A8 rund um Breckerfeld im Ennepe-Ruhr-Kreis in Nordrhein-Westfalen gehen.

Wieso ich bei der Schuhwahl völlig daneben lag und warum ich nicht viel von der Landschaft gesehen habe, erfährst du in meinem Wanderbericht.

Breckerfeld – zwischen Ruhrgebiet und Sauerland

Breckerfeld wird dir wahrscheinlich nicht viel sagen. Tröste dich. Ich kannte die Stadt bisher auch nur von dem Autobahnschild an der Sauerlandlinie A45. Dabei ist die beschauliche kleine Ortschaft im Nordwesten des Sauerlands sogar Hansestadt und staatlich anerkannter Erholungsort. Und dazu nicht weit von Dortmund entfernt.

Schon auf dem Weg zum Startpunkt merke ich, wie hügelig die Landschaft hier ist. In unzähligen Serpentinen fahre ich zum Startpunkt der Wanderung. Zu sehen ist nicht viel. Heute ist es nebelig und die Wolken hängen tief.

Total nasse Füße – ganz ohne Regen

Die Wetteraussichten waren für heute eigentlich ganz ordentlich, weshalb ich mich auch für ein paar ultraleichte Wanderschuhe ohne Membran entschieden habe. Wie falsch ich damit liege, sollte ich schon auf den ersten Metern zu spüren bekommen.

Nach dem ich mein Auto abgestellt habe, durchquere ich ein kleines Gewerbegebiet und es ist noch alles gut. Doch dann geht es auf einem schmalen, mit Gras bewachsenen, Pfad weiter Richtung Felder. Das Gras ist noch ganz feucht von der Nacht und ich bekomme augenblicklich klitschnasse Füsse. Ich kann es nicht fassen. Verfluche meine falsche Schuhwahl. Und meine Blödheit.

Durch nebelverhangene Felder

Hilft aber nichts. Da muss ich jetzt durch. Umkehren kommt nicht in Frage. Und so geht es mit nassen Schuhen weiter auf Feldwegen durch nebelverhangene Felder. Viel zu sehen gibt es leider nicht. Keine weiten Ausblicke. Nur Nebel. Und gelber Raps, der jetzt in volle Blüte steht. Die Atmosphäre und die Farbenspiele haben etwas ganz Besonderes.

Ich passiere den Flecken Langscheid, biege nach rechts ab und wandere in meinen durchnässten Schuhen weiter. Nun geht es durch einen sehr schönen Waldabschnitt mitten durch ein Bachtal.

Entlang des Langscheider und Hasper Bachs

Schließlich treffe ich auf eine Landstraße. Zum Glück zweigt der Weg sofort wieder nach links ab und ich passiere eine lange Kette von Fischteichen. Der Weg führt mich eine ganze Weile parallel zum Langscheider Bach entlang, bevor er sich wieder von ihm entfernt.

Nun steigt der Weg stetig an und es geht ansprechend durch Wiesen und Felder. Erneut werden meine Schuhe ordentlich durchgenässt. Nur das es jetzt auch egal ist.

Auf teils kaum erkennbaren Pfaden führt mich der Weg nun durch das bewaldete Naherholungsgebiet Krägeloher Berg. Ich passiere wenig später ein paar Bauernhöfe, überquere erneut eine Landstraße und laufe an einem kleinen Bach entlang. Nach dem ich diesen ebenfalls überquert habe, geht es weiter bis zum Hasper Bach.

Auf schmalen und matschigen Waldwegen wandere ich weiter parallel zum Hasper Bach, der wenige Kilometer entfernt die Hasper Talsperre speist. Dieser Abschnitt gefällt mir extrem gut, da er mir immer einen Blick auf den wild fließenden Bachlauf ermöglicht. Zudem passt das Gurgeln des Wassers wunderbar zu dem platschenden Geräusch, das meine Schuhe bei jedem Schritt von sich geben.

Auf der alten Kleinbahntrasse

Schließlich überqueren ich auch den Hasper Bach und erneut geht es auf schmalen Wiesenpfaden durch die nebelverhangene Landschaft. I like! Meine nassen Füsse habe ich nun komplett verdrängt.

Ich folge dem Weg weiter bis zu den Flecken Niederneuenloh und Obernheede und hinterlasse mit jeden Schritt auf dem Asphalt nasse Fußspuren. Nach dem ich erneut eine Landstraße überquert habe, führt der Weg mich auf der ehemalige Trasse einer Schmalspurbahn weiter, die hier bis 1963 zwischen Haspe und Breckerfeld gefahren ist.

Danach geht es erneut auf kleinen Wegen hinunter nach Steinbach und ich folge dem Bach nach Osten hoch nach Breckerfeld. Schließlich erreiche ich ein Ortseingangsschild von Breckerfeld und wenig später komme ich wieder zum Ausgangspunkt meiner Wanderung am Rande der Innenstadt von Breckerfeld. Trotz Nebel und nassen Schuhen geht es schöne Wanderung zu Ende.

Mein Fazit

Die Rundwanderung verläuft oft auf schmalen, naturbelassenen Pfaden abwechslungsreich durch die Felder, Wiesen und Wälder rund um Breckerfeld. Immer mal wieder geht es auch an Bachläufen entlang. So kommt nie Langeweile auf. Von den beschriebenen schönen Ausblicken habe ich leider wegen des Nebels nicht viel zu sehen bekommen, ich konnte diese jedoch zumindest erahnen.

Da die Wegmarkierungen oft stark verblasst oder gar nicht vorhanden sind und auch nicht immer ein Weg zu erkennen ist, sollte für die Wanderung unbedingt ein GPS-Geräte oder eine Karte mitgenommen werden.

Links

Meine Aufzeichnung der Tour bei Social Hiking

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Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ein schöner Bericht, auch wenn ich als Breckerfelder dir sagen kann, dass du durch den Nebel tatsächlich den ein oder anderen schönen Ausblick verpasst hast ;-)

    Warum ist der Post eigentlich erst 2 Jahre nach er Wanderung veröffentlicht worden?

    • Mist, jetzt ärgere ich mich noch mehr. Oder ich muss noch mal bei schönem Wetter wiederkommen.

      Ich hatte den Artikel mal angefangen, dann aber aus irgendwelchen Gründen nicht abgeschlossen. Und jetzt habe ich ihn endlich fertig bekommen.

  2. War das denn wirklich so unangenehm mit den nassen Füßen? Oder nur ungewohnt und man hat halt gelernt nasse Füße = blöd zu assoziieren? Ich bin bei jedem Wetter mit den Trailrunnern unterwegs, selbst im Sumpfgebiet und fand das anfangs auch „ih bäh“ und „kalt“, bzw. war gewohnt aus dem Alltag, dass man mit kalten nassen Füßen irgendwo rumsteht und friert. Auf Wanderungen geht es mir aber ganz und gar nicht so, solange in Bewegung bleiben die Füße warm. Wenn die Umgebungstemperatur halbwegs warm ist (10°+) ists sogar ganz angenehm die Füße kühl zu erfrischen… Hab dazu auch hier was geschrieben.

    • War schon unangenehm, aber natürlich ertragbar. Bin ja auch trotzdem die Tour gegangen ;-)

      Schön ist jedoch was anderes.

      Ich laufe schon lieber mit trockenen Füßen und ziehe bei entsprechenden Wetter lieber wasserdichte Schuhe an. Zumal nasse/feuchte Füße auch die Entstehung von Blasen begünstigen. Gerade bei längeren Wanderungen und mehrtägigen Trekking-Touren würde ich das Risiko nie eingehen.

      Aber einer Tageswanderung bei warmen Temperaturen habe ich auch kein Problem damit, wenn die Füße mal nass werden. Da geht für mich Atmungsaktivität vor Wasserdichtigkeit.

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