Auf den Wildnis-Trail durch den Nationalpark Eifel – Etappe 3

Letzten Abend haben wir wieder etwas über die Eifel gelernt: Denn der Startpunkt unserer Wandertour in Monschau-Höfen liegt anscheinend in der „Sackeifel“. Dies haben wir  letzten Abend von einer jungen Kellnerin in einem Restaurant erfahren. Gerade als ihr das Wort über die Lippen gekommen ist, war es ihr auch schon sichtlich peinlich. Aber da war es schon zu spät. Ungläubig schauen wir sie an und lassen uns den Ausdruck erklären und dann verstehen wir: Bei uns im Ruhrgebiet sagen wir dazu „Am Arsch der Welt“.

Etappe 3: Schleiden-Gemünd bis Heimbach

Wir starten bei blauen Himmel und strahlendem Sonnenschein. Aber die Sonne täuscht, es ist es noch ziemlich kalt und so setzen wir unsere Mützen auf und gehen los. 22,4 Kilometer mit 427 Höhenmeter Anstieg und 547 Höhenmeter Gefälle haben wir heute auf der dritten Etappe vor uns. Hinter Gemünd führt uns der Wildnis-Trail in den Kermeter, dieser Höhenrücken mit seinen alten Bestand an Rotbuchen war ausschlaggebend für die Ausweisung des Nationalparks Eifel. Die beeindruckenden Buchen- und Eichenwälder des Höhenzugs begleiten uns auf den nächsten Kilometern. Der Weg verläuft pa­rallel zum Flusslauf der Urft und wir passieren eine Erinnerungstafel für einen verunglückten Soldaten. Wir fragen uns, was wohl passiert ist und spekulieren beim laufen weiter. Wenig später kommen wir an zerstörten Bunkern vorbei und der Weg zweigt nach rechts ab und folgt jetzt dem Wasserlauf des Großen Böttenbachs bis Wolfgarten.

Wenig später erreichen wir den kleinen Ort Wolfgarten und machen in der Ortsmitte auf einer einladenen Bank Pause. Eine Katze schaut neugierig vorbei – nicht ganz ohne Hintergedanken: Sie hat es auf unser Mittagsessen abgesehen, welches wir gerne mit ihr teilen. Dafür ist sie uns so dankbar, dass wir von ihr bis zum Ortsausgang begleitet werden. Durch die nette Begegnung haben wir den Feuerwachturm in Wolfgarten irgendwie übersehen und damit laut Beschreibung einen tollen Ausblick über wogende Baumwipfel. Na ja, auch egal. Der Weg führt weiter bis zum Forsthaus Mariawald und nach einer Gabelung wandern wir auf einem Hauptweg Richtung Kloster Mariawald.

Bald schon sehen wir das Kloster von weitem durch die Bäume. Mariawald ist das einzige Trappistenkloster männlichen Zweiges in Deutschland. Die Wurzeln des Klosters reichen zurück bis ins Jahr 1470. Da schönes Wetter ist und die Sonne scheint, setzen wir uns nach draußen und stärken uns bei einem köstlichen Trappistenbier mit leckerer Mariawalder Erbsensuppe (Danke an Axel von outdoorseite.de für den Tipp!). Anschließend besuchen wir die Klosterkirche und nehmen dabei die besondere Atmosphäre in uns auf. Wir kommen zur Ruhe und jeder hält für sich einen Moment inne.

Nach der Besichtigung machen wir uns wieder auf und gehen bergan über den Parkplatz bis zum Ehrenfriedhof. Weiter geht es in westlicher Richtung durch die Naturwaldzelle „Wiegelskammer“, in der sich seit 1971 der Wald ungestört entwickeln darf. Es folgen drei weitere Bachüberquerungen bis sich der Weg dann schließlich hinab ins Rurtal schlängelt. Dieser Abschnitt der Etappe führt über einen breiten Schotterweg und zieht sich ganz schön, da die Landschaft jahreszeitbedingt wenig Abwechslung bietet. Und so laufen wir schweigend nebeneinander her und „fressen“ Kilometer. Endlich gibt es dann wieder mehr Abwechslung, denn es geht durch dass Steinbachtal und hinter dem Herbstbach führt der Weg dann oberhalb des Heimbacher Staubecken entlang. Von hier haben wir einen tollen Blick auf das Städtchen Heimbach und die mittelalterliche Burg Hengebach, die sich hoch oben auf einem schmalen Felsgrat erhebt und zu den ältesten Bauwerken in der Eifel zählt. Leider führt der Weg aber auch parallel zu einer viel befahren Landstraße, was die Idylle doch stark trübt und so gar nichts mit Wildnis zu tun hat.

Im staatlich anerkannten Luftkurort Heimbach angekommen besichten wir noch die Burg Hengebach und mobilisieren unsere letzten Kräfte um den Turm zu ersteigen. Wir steigen Schritt für Schritt die Wendeltreppe hinauf und kämpfen mit jeder Stufe. Aber die Mühe wird belohnt: Kurze Zeit später genießen wir den Rundumblick. Was wir da zum Glück noch nicht wissen: Unsere Pension ist noch ein Stück entfernt und liegt an einem Hang oberhalb von Heimbach. Und so werden die letzten Meter zur Pension zur Qual. Völlig entkräftet schleppen wir uns die letzten Stufen zum Haus hoch und fallen danach erschöpft auf das Bett unseres Zimmers. Wir überlegen ernsthaft, ob wir heute überhaupt noch mal aufstehen sollen…

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Veröffentlicht von

Mein Name ist Jens und ich bin ein absoluter Outdoor-Enthusiast: Wandern und Trekking bedeutet für mich, die Natur hautnah mit allen Elementen erleben – egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Mich zu bewegen, Neues zu erkunden und mich den Herausforderungen der Natur zu stellen, sind für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ja das ist Typisch für Monschau -Höfen die Kellnerin unterbelichtet -siehe
    Restaurant-krtik und die Besitzerin hat immer einen im Tee-Schade für so eine scjöne Landschaft-ach ja Sackeifel ist das Gebiet vor Köln ! Umgangsprachlich !

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